finden wahrscheinlich durch die Anwesenheit weiterer , schon auf dem Rückzug befind¬
licher Wasserpieper , ihre Erklärung . Im März erfolgt dann bisweilen deutlicher Zuzug ,
so z . B . am 26 . 3 . 60 , als ein lockerer Verband von etwa 65 Ex . an den berieselten Flä¬
chen bei Karow rastete . Im April ist der Abzug im wesentlichen abgeschlossen ; in die¬
sem Monat werden Wasserpieper fast nur noch in geringer Zahl bemerkt .
Bevorzugte Aufenhaltsplätze :
Die Wasserpieper waren in der Überzahl auf den Berliner Rieselfeldern anzutreffen .
Hier bevorzugten sie — im Gegensatz zum Wiesenpieper , der vielfach mit trockenem
Feldgelände und verunkrautetem Ödland vorlieb nimmt — die feuchten ( berieselten )
Wiesen und die Schlammflächen der Klärbecken . Auch in Sumpfgebieten mit Verlan -
dungszonen oder Schlammstreifen hielten sich Wasserpieper oftmals auf . Hinsichtlich
der Beschaffenheit der Gatower Rieselfelder ( Geologische Verhältnisse , Zusammen¬
setzung der Rieselböden , Art der Berieselung , Klima usw . ) wird auf die Arbeit von
Kowalsky ( 1964 ) verwiesen .
Färbung und Rassenzugehörigkeit :
Die ersten Wasserpieper im Oktober trugen bereits ein Übergangs - oder Schlichtkleid .
Einzelstücke , die auf der Unterseite gestreift waren , besaßen noch im Winter ( 6 . 12 . 58 ,
10 . 1 . 60 ) eine graue Kopffärbung . Die ersten Vögel im Brutkleid ( graue Oberseite ,
ungestreifte Brust mit rötlichem Anflug ) zeigten sich im Frühjahr regelmäßig Ende
März ( z . B . 25 . 3 . 59 , 25 . 3 . 60 , 25 . 3 . 61 , 29 . 3 . 62 ) . — Alle genau betrachteten Pieper
gehörten der typischen Gebirgsrasse Anthus s . spinoletta an . Von einer Felsenpieperbe¬
obachtung ( Anthus s . littoralis ) berichtete aber Marx ( 1966 ) . Er stellte ein singendes
Exemplar dieser im Binnenland nur ausnahmsweise auftretenden Rasse ( vgl . Nietham¬
mer - Kramer - Wolters , 1964 ) im Juni 1965 in Berlin - Lübars fest .
Literatur :
Fischer , W . ( 1960 ) : Vogelbeobachtungen im Tierpark Berlin I . Milu 1 . , p . 14 — 34
Kowalsky , H . ( 1964 ) : Untersuchungen über die Bodentierwelt eines Rieselfeldes . Zeit¬
schrift f . angewandte Zoologie 51 . , p . 49 — 106
Marx , A . ( 1966 ) : Ein Felsenpieper ( Anthus spinoletta littoralis ) als seltener Frühlingsgast
bei Berlin . Die Vogelwarte 23 . , p . 235
Niethammer , G . , H . Kramer und H . E . Wolters ( 1964 ) : Die Vögel Deutschlands —
Artenliste . Frankfurt a . M .
Schalow , H . ( 1919 ) : Beiträge zur Vogelfauna der Mark Brandenburg . Berlin
Steinbacher , G . ( 1956 ) : Zur Vogelfauna der Mark Brandenburg III . Beitr . z . Vogelk . 4 . ,
p . 301 — 309
Anschrift des Verfassers : Martin Löschau , 1 Berlin 10 , Tauroggener Straße 37
KLEINE MITTEILUNGEN
Wie verhalten sich Vögel beim Überschallknall von Flugzeugen ?
Voneinander unabhängige Zeitungsmeldungen berichteten vom Schreckverhalten von
gehaltenen Vögeln und Säugetieren bei Detonationen , die Düsenjäger beim Durchbrechen
der Schallmauer hervorrufen . Zwei Mitarbeiter der nordrhein - westfälischen Vogel¬
schutzwarte berichten von einem freilebenden Fasanenhahn , der meist oder ständig
Zeitbruchteile vor dem Vernehmen der Detonation durch den Menschen bereits einen
Krähruf ausstößt .
Es wäre lohnend , auf das Verhalten von Vögeln in Gefangenschaft und Freiheit beim
Überschallknall von Flugzeugen zu achten und die Beobachtungen zu sammeln . Zu
dieser Sammlung erklärt sich der Unterzeichnete bereit .
Dr . W . Erz , Staatl . Vogelschutzwarte , 43 Essen - Bredeney , Ägidiusstraße 94
232