Zur Siedlungsdichte einiger Brutvögel auf der Nordseeinsel Neuwerk

Zuletzt war Neuwerk 1958 Außenstation der Vogelwarte Helgoland, und ich hatte die Gelegenheit, dort vom 2. 4. bis 30. 10. ornithologisch tätig zu sein.

Ohne an Siedlungsdichteuntersuchungen zu denken, war es mein erstes Bestreben, die verschiedensten Populationen nach Möglichkeit planmäßig zu erfassen und stamm­baummäßig zu beringen. Erst später stellte ich fest, daß ich auf diese Weise Bestands­aufnahmen durchgeführt hatte. Da sicherlich mehr oder weniger auf den verschieden­sten Inseln alljährlich die Brutpaare „geschätzt" werden, gebe ich meine 1958 festge­stellten Ergebnisse zum Vergleich bekannt.

Zur Lage und Größe der Insel ist zu sagen, daß sie 3 qkm groß ist, wovon etwa die Hälfte sturmflutsicher eingedeicht ist. Innendeichs werden 115 ha. landwirtschaftlich durch Ackerbau genutzt. Außendeichs befindet sich nur Weideland. Die Insel liegt rd. 10 km nördlich von Cuxhaven/Duhnen entfernt.

Die nachstehend beschriebenen Arten brüteten nur z. T. innendeichs und werden des­halb, soweit nötig, nach innen- und außendeichs getrennt aufgeführt.

Kiebitz (Vanell'us vanellus)

Die 40 Brutpaare brüteten sowohl innen- und außendeichs. Es entfallen auf die für den Kiebitz geeigneten 120 ha 40 Paare, pro ha = 0,33 Paare.

Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula)

Für ihn kamen nur 60 ha der Gesamtfläche als möglicher Brutplatz in Betracht. 18 Paare (13 Paare stammbaummäßig beringt) brüteten vertreut, pro ha = 0,30 Paare,

Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus)

Die 55 Brutpaare, wovon 51 Paare mit 117 Jungen stammbaummäßig erfaßt wurden, brüteten nur außendeichs. Hauptsächlich von Nordnordost bis Ost. Als geeigneter Brutplatz erschienen 70 ha. Somit pro ha — 0,79 Paare.

Rotschenkel (Tringa totanus)

Von den 128 Brutpaaren brüteten 35 innendeichs, dort waren 30 ha als Brutplatz ge­eignet. Pro ha = 1,17 Paare. Außendeichs erschienen 85 ha für den Rotschenkel ge­eignet. Dort entfielen auf den ha 1,09 Paare.

Austernfischer (Haematopus ostralegus)

Mit Erfolg wurde nur außendeichs gebrütet. Von den 51 Paaren konnten 31 stamm­baummäßig erfaßt werden. Geeignet für einen Brutplatz waren 100 ha. Somit pro ha 0,51 Paare.

Flußseeschwalbe (Sterna hirundo)

Auf 100 ha geeigneter Nistfläche brüteten 140 Paare = pro ha = 1,40 Paare Hierzu ist noch zu bemerken, daß keine echte Koloniebildung bestand, sondern die Paare weit verstreut, oft in unmittelbarer Nähe von Sterna macrura und Sterna albifrons brüte­ten.

Küstenseeschwalbe (Sterna macrura)

Durch Fang auf dem Gelege konnten 39 Paare außendeichs auf einer Fläche von 3 ha festgestellt werden, pro ha = 13 Paare.

Zwergseeschwalbe (Sterna albifrons)

Sie brütete mit 32 Paaren (30 waren stammbaummäßig erfaßt) außendeichs auf einer Fläche von knapp 1 ha, pro ha = 32 Paare.

K. Greve, D 33 Braunschweig, Siegfriedstraße 27

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