2.3. Das ebene Gelände liegt 0 bis 1 m über NN. Lippert (1970, 1979) zufolge handelt es sich bei der gesamten Fläche um Niedermoorboden (mehr als 100 cm mächtige Torfschicht) mit allgemein vererdetem Oberboden, „sackungsempfindlich, geringe Trittfestigkeit, hohe Wasserdurchlässigkeit". An den Auen bestehen „geringmächtige Dechschichten und Beimengungen" (um 20 cm aus Ton und Schluff). Grundwasser um 60 cm und höher, wobei der südliche und ein in der Nordspitze liegender Flächenbereich stark staunasse Stellen aufweist. Bodeneignung: weit überwiegend gering- und minderwertige (mittlere) Grünlandböden.
2.4. Aus Vergleichsgründen (Busche 1975) ist die Aufgliederung der Probefläche in zwei Teilbereiche angezeigt, die sich wie folgt unterscheiden: Gegenüber der Teilfläche N ist die Teilfläche S feuchter. Sie ist mit (ungepflegten s. 2.5.) Zuggräben/Schienken durchzogen, an/in denen stellenweise Kennarten der Feuchtwiese (Bromion racemosi), z. B. Sumpfdotterblume', Sumpfkratzdistel, wachsen.
Insgesamt bildet die bäum- und strauchlose Untersuchungsfläche pflanzensoziologisch die Gesellschaft der „frischen bis feuchten" Wirtschaftswiese (Molinio-Arrhenatheretea). Die Vegetationsaufnahme erbrachte im wesentlichen folgende Arten, die hinsichtlich ihrer Dominanzverhältnisse auf verschiedenen Wiesenstücken auffällig wechselten, so daß man im Überblick von „Rispengras-Fuchsschwanz-" oder „Hahnenfuß-" oder „Sauerampfer-Wiesen" sprechen kann:
Gemeines Rispengras (Poa trivialis), Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens), Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis), Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus), Rotschwingel (Festuca rubra), Großer Sauerampfer (Rumex acetosa), Wolliges Honiggras (Holcus lanatus), Flutender Schwaden (Glyceria fluitans), Rasenschmiele (Deschampsia caespitosa), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), Kuckuckslichtnelke (Lychnis floscuculi), Ruchgras (Antoxanthum odoratum), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Weißklee (Trifolium repens), Weiche Trespe (Bromus mollis), Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Wasserschwaden (Glyceria aquatica), Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis palustris), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Große Brennessel (Urtica dioica), Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea), Sumpfkratzdistel (Cirsium palustre), Krauser Ampfer (Rumex crispus), Gemeines Hornkraut (Cerastium caespitosum), Sumpf-Hornklee (Lotus uliginosus), Knäuelbinse (Juncus conglomeratus), Gundermann (Glechoma hederacea), Ortswechselnder Knöterich (Polygonum amphibium).
Auen und einige Gräben zeigen Kennarten von Wasserpflanzen-Gesellschaften (Potametalia): Kleine Wasserlinse, Entenflott (Lemna minor), Gelbe Teichrose, Große Mummel (Nuphar lutea), Wasserfeder (Hottonia palustris). Die Ufer sind meist steilscharig und weisen durch Mahd und Beweidung verhältnismäßig wenig höheren (Kraut-)Bewuchs auf. Folgende Gräben lassen sich unterscheiden:
a) Zuggräben in Teilfläche S in ungepflegtem (s. 2.5.) Zustand, die als sumpfige Streifen Arten des Feuchtwiesen-Verbands (Bromion racemosi) gedeihen lassen.
b) Steilscharige Wassergräben (2,00 - 1,30 bis 1,20 - 0,90 m breit und tief), sehr zerstreut mit Rohrkolben (Typha) bestanden.
c) Meist ausgetrocknete Gräben, um 1,30 — 0,90 m breit und tief.
Die beiden letztgenannten Gräben und die Auen weisen im Bett bzw. am Rand hauptsächlich Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea), Wasserschwaden (Glyceria aquatica) und Große Brennesse/ (Urtica dioica) auf, diese dominierend (infolge Ablagerung stickstoffreichen Reinigungsschlamms an den Rändern). Schilfgras (Phragmites communis) fehlt fast ganz, und nur an wenigen Stellen finden sich Wiesenkerbel (Anthriscus silvestris) u. a. mehr oder weniger meterhohe Doldengewächse (Apiaceae).
Diese besonders nach der Mahd auffälligen Gras/Krautstreifen sind in Anlehnung an anderenorts beschriebene Verhältnisse (Busche 1975) als schmalzonige „Stauden"-Vegetation bezeichnet. Außer ihrer Verbreitung (m/ha) sind im Hinblick auf partizipierende Vogelarten Halm- und Stengelstruktur zu berücksichtigen.
2.5. Für den autökologischen Ansatz ist die Probefläche nach der Bewirtschaftung aufzugliedern. Dabei stellen Weiden zur Aufnahmezeit beweidetes, Wiesen unbeweidetes Grasland dar. Die Unterflächen verteilen sich wie folgt: Wiese 41,09 ha, Weide 9,25 ha, Auen und ständig wasserführende Gräben 1,17 ha, Wege 1,02 ha.
186

