Weiden und Wiesen wurden wie üblich bearbeitet: Walzen, Düngen usw. Nutzung der Wiesen nach der Heuernte (also weitgehend nach der Brutvogelerfassung): Viehauftrieb oder Zweitschnitt. Die Entwässerung einzelner Parzellen erfolgt durch die Maulwurfs-Drainung.
2.6. Die nähere Umgebung bildet den beschriebenen Lebensraum. Nur nach Süden hin grenzen unmittelbar Torfstiche, randlich in wechselnder Ausdehnung hauptsächlich mit Weiden (Salix) bewachsen. Dieses „Kuhlen-/Buschmoor" erstreckt sich weiter südwestlich/westlich bis an die Ausläufer der gut 24.000 Einwohner zählenden Stadt Heide. Weiter im Süden und Norden liegen bewaldete Geesthänge. Die Untersuchungsfläche wurde von Ausflüglern so gut wie nicht aufgesucht.
3. Methode und Methodenkritik
Die Erfassung der Bestände erfolgte nach Oelke (1974) mit 10 Gesamtkontrollen. Weitere 4 Teilkontrollen erfolgten, um inzwischen ermittelte Papierreviere im Gelände zu überprüfen.
Zeitraum: 10. März bis 25. Juni 1976, tageszeitlich: 9mal vormittags, 3mal nachmittags, 2mal abends/nachts. Insgesamt aufgewandte Kontrollzeit 32,7 Std. = 37 min/ha.
In den Tab. 4a — e sind die Bestandsaufnahmen nach dem Partizipationsverfahren (Puchstein 1966) ausgewertet. Die Darstellung erfolgt wie in nachfolgend genannten Arbeiten.
Verschiedene Gesichtspunkte der Methodenkritik, die auch diese Untersuchung betreffen, sind bereits in anderen Arbeiten angeführt, so daß ich darauf verweise (Busche 1981, 1982 und in Vorb.).
4. Ergebnisse
4.1. Brutvögel der Probefläche
Aus dem Überblick der Brutvögel (Tab. 2) fällt der Austernfischer für Moorgebiete auf. Diese Erscheinung ist typisch für den Westen Schleswig-Holsteins und aus einer Reihe von fauni- stisch ermittelten Befunden und gezielten Untersuchungen bekannt (Gloe u. Busche 1974, Busche 1975, Gloe 1980). Demgegenüber fehlen erwartete Arten: Schafstelze und Braunkehl- chen, auch Löffelente, abgesehen von anderen (sporadisch verbreiteten) wie Uferschnepfe und Wiesenralle. Mögliche Gründe sind unter 5. erörtert. Zur Dichte sind alle Daten Tab. 2 zu entnehmen.
4.2. Besiedlung der beiden Teilflächen N und S.
Die Unterschiede in der Beschaffenheit (Feuchte, Struktur) beider Teilflächen wirken sich kaum/nicht auf die Zusammensetzung der Vogelgesellschaften aus: Knäkente, Teichhuhn und Sumpfrohrsänger könnten zufällig verteilt sein; lediglich der Austernfischer trat auch hier (wie in der Altmarsch, vgl. Busche 1975) in der weniger feuchten Teilfläche auf.
In Teilfläche N sind nur 2, in Teilfläche S hingegen 4 Arten dominant. Eine größere Reichhaltigkeit der südlichen Teilfläche zeigt sich auch im Abundanz(en)vergleich. Fast alle in Betracht kommenden Arten kommen hier in höherer Dichte vor, selbst wenn man berücksichtigt, daß infolge Größe und Form (Grenzlinienwirkung) dieses Teilbereiches einzelne Abundanzen und somit auch die Gesamtabundanz höher ausgefallen sein könnten.
4.3. Vergleichende Faktorenanalyse
Von den Parametern Bodenart, Bodeneignung, Bewirtschaftung, Bodenfeuchte und -struktur sind auf der Gesamtfläche die beiden letztgenannten unterschieden, so daß es naheliegt, in der vorliegenden Bodenfeuchte und/oder Bodenstruktur die wirksamen Faktoren für die größere Vogeldichte zu sehen — übrigens wie unter etwa übereinstimmenden Verhältnissen in der Altmarsch. In der folgenden Übersicht sind zum schnelleren/besseren Vergleich die Abundanzen ausgewählter Arten zusammengestellt.
Aus dem Vergleich seien hier nur folgende Punkte festgehalten:
a) Auf stark staunassem, begrüpptem Weide/Wiesen-Moorland liegt eine höhere Gesamtdichte vor.
b) Dazu tragen alle jeweils vorkommenden Arten bei (Spalte 4)).
c) Vergleichbare Artdichten in Spalte 1) und 2) erscheinen stark angenähert; nur die Feld- lerchen-Abundanz liegt auf dem Moorland höher.
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