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Michael Schieuter
2 . Charakterisierung des Untersuchungsgebietes
Die Untersuchungsflächen liegen circa 9 Kilometer westlich von Bonn ( Bundesrepublik
Deutschland ) nahe der Ortschaft Röttgen . Beim Kottenforst handelt es sich um ein ausge¬
dehntes , zusammenhängendes Waldgebiet , das sich auf dem Höhenrücken der Ville ( mitt¬
lere Meereshöhe NN + 170 m ) als Vorgebirge der Eifel nach Norden in Richtung Köln
erstreckt . Den Baumbestand bilden Fichten ( Picea abies ) , Stieleichen ( Quercus robur ) ,
Hainbuchen ( Carpinus betulus ) und Rotbuchen ( Fagus sylvatica ) . Winterlinde ( Tilia cor -
data ) und Bergahorn ( Acer pseudoplatanus ) sind vereinzelt in die Laubwaldflächen einge¬
streut . Die forstlich genutzten Waldparzellen sind von einem Netz gut ausgebauter Wege
und Entwässerungsgräben durchzogen ( Abb . 1 ) .
Charakteristisch für den Kottenforst sind gut ausgeprägte Pseudogleye . Die Böden
weisen einen ausgeglichenen Phasenwechsel von Sommertrockenheit zu Staunässe auf . Die
Nässe wird durch den stark verdichteten , tonreichen Lehm hervorgerufen , über dem sich
eine gebleichte Stauzone entwickelt hat . Durch diese wasserundurchlässigen Lehm - und
Tonschichten kommt es im gesamten Untersuchungsgebiet zur Ausbildung kleinerer
Tümpel und Weiher .
3 . Material und Methode
Das Tiermaterial entstammt einer zweijährigen Untersuchung ( 1980 — 1982 ) der Collembo -
lenfauna verschiedener Waldstandorte des Naturparkes Kottenforst - Ville , in die auch einige
Wasserflächen und eine Wiese einbezogen wurden ( M . Schleuter 1984 ) . Die im folgenden
aufgeführten Arten wurden größtenteils aus Proben der Streu und des Bodens ausgesucht .
Bis zu einer Bodentiefe von 20 cm wurden mit Hilfe eines Bodenbohrers von 3,6 cm Durch¬
messer ( M . Schleuter 1981 ) Erdkerne entnommen . Die Probenahme der Streu erfolgte mit
einem Stechrohr von 100 cm 2 Grundfläche . Die Tiere wurden aus beiden Probentypen mit
der BERLESE - TuLLGREN - Methode auf einem von Hermosilla ( 1980 ) konstruierten Auslese¬
gestell in einem dunklen , kühlen Raum im Institut für landwirtschaftliche Zoologie und Bie¬
nenkunde ( Bonn ) ausgelesen . Insgesamt konnten 600 Proben mit 10 cm 2 und 360 Proben
mit 100 cm 2 Fläche ausgewertet werden . Um die an Rinden lebenden Formen zu erfassen ,
wurden ergänzend zu den Boden - und Streuproben Baumrinden mit einem Exhaustor abge¬
saugt . Die auf den Wasserflächen lebenden Collembolen konnten mit Sieb und Netz
gefangen werden .
• T T
Abbildung 1 . Lage der Probeflächen .
E = Eichen - Hainbuchenfläche , F = Fichtenfläche , B = Rotbuchenfläche , W = Wiese ,
T = Gewässer .