KLEINE MITTEILUNGEN
Schellente (Bucephala clangula) Brutvogel der Ahlhorner Fischteiche
(Südoldenburg).
1967 konnten meine Frau und ich 6 Entenarten als Brutvögel für die Staatlichen Fisch¬
zuchtteiche bei Ahlhorn (Oldb.) nachweisen: Stockente(A platyrhynchos), Krick¬
ente (A. crecca), Knäkente (A. querquedula), Löffelente (Spatula clypeata),
Reiherente (Aythya fuligula) und Tafelente (Aythya ferina).
1968 blieb die Tafelente aus (vermutlich durch das Ausbaggern der Teiche im letzten "Win¬
ter). Dafür erlebten wir allerdings am 9. 6. eine Überraschung. 3 Junge und ein ♀flohen
2 bis 3 m vor uns einer kleinen Schilfinsel zu. Die Jungen — ca. eine Woche alt — erinner¬
ten in der Färbung an gleichaltrige Tadornen. Auf die schnarrenden Laute der Mutter
hin tauchten sie. Beim ♀fielen mir sofort die gelben Augen und der dicke Kopf auf. Die
für Schellenten typischen weißen Spiegel bemerkte ich nur manchmal, den hellen
Halsfleck konnten wir gar nicht sehen, da die Enten auf der Flucht vor uns waren.
Am 1. 7. suchte ich vergeblich alleine nach den Enten. Am 13. 7. aber fanden wir auf dem
gleichen Teich 2 dj., nun ausgewachsene Schellenten wieder. Die Augen wirkten hell, der
Halsfleck war nur angedeutet, die Rückenpartie verwaschen dunkelgrau, und auch bei
diesen beiden waren die weißen Spiegel längst nicht immer zu sehen (scheint also nicht
unbedingt als Bestimmungsmerkmal dienlich zu sein). Auf 40 m Entfernung hatten wir
nun lange Zeit, den beiden beim Putzen zuzusehen, zumal sie sich noch zuletzt auf einen
schwimmenden Ast setzten. Das dritte Junge und das ♀waren nicht zu sehen.
Bemerkenswert für uns war noch, daß wir in diesem Jahr niemals ein ♂v on B . clangula
sahen, was wir letztlich der Vielzahl der Teiche (z. Zt. 19) zuschrieben. Außerdem ist uns
der genaue Erbrütungsort nicht bekannt, da die Teiche mehr oder weniger alle miteinan¬
der verbunden sind. An verlassenen Höhlen von Schwarzspecht, Nistkästen für Käuze
oder natürliche Baumhöhlen dürfte es in unmittelbarer Nähe nicht fehlen, da die Teiche
mit weiten Wäldern (Nadel- und Mischwälder), in denen D. martius nicht seltener Brut¬
vogel ist, umgeben sind. — M. W. ist das der zweite Brutnachweis (nach Voous) für Nie¬
dersachsen, der obendrein 200 km von der Westgrenze des Brutgebietes entfernt liegt,
und der einzige Deutschlands westlich der Weser.
Literatur:
Voous, K. H. (1962): Die Vogelwelt Europas; S. 42
Niethammer, Kramer und Wolters (1964): Die Vögel Deutschlands — Artenliste;
Edgar Schonart, D 29 Oldenburg i. O., Rebenstraße 57
Zilp-Zalp (Phylloscopus collybita) brütete im Nistkasten
Eine ungewöhnliche Beobachtung verdanke ich einem Zilp-Zalp Pärchen, das sich ausge¬
rechnet meinen eigenen Hausgarten zum Brutplatz auserkoren hatte. Hoch oben im
Kirschbaum neben der Terrasse in 3,20 m Höhe kamen sowohl 1966 als auch 1967 die
jungen Zilp-Zalpe in einer Nisthöhle (System Berlepsch) zur Welt.
Während ich 1966 „gelassen" die Geburt der jungen Laubsänger hinnahm, studierte ich
1967 die ornithologische Literatur und fand nirgendwo einen Hinweis auf die Aufzucht
in Nisthöhlen. In Dr. h. c. Otto Kleinschmidt's „Die Singvögel der Heimat" erschienen
1951, heißt es auf Seite 64 hinsichtlich des Nistplatzes des Zilp-Zalp: In Büschen, jungen
Fichten, Brombeergeränke niedrig über dem Boden, oft in grasdurchwachsenem dürren
Reisig." Ähnlich wird in der übrigen Literatur berichtet.
Die Jungen sind im Jahre 1967 am 15. August ausgeflogen.
Albert Hesener, D 433 Mülheim-Ruhr, An den Buchen 7
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