Beiträge
zur Geologie der Rheinpfalz.
II. Die Einseitigkeit der Talbildungen
in der nördlichen und nordöstlichen Rheinpfalz. ¹
Aus dem Nachlaß von Oberbergdirektor Dr. O. M. REIS.
Herausgegeben von Dr. I. VOELCKER, Bad Dürkheim.
In den Erläuterungen zum Blatt Donnersberg 1921 S. 225
und 230—231 habe ich meine Beobachtungen über die dilu¬
vialen Flußablagerungen auf diesem Blattgebiet dahin zusam¬
mengefaßt, daß ich feststellte: Die Ausnagungen aller nord¬
südlich gerichteten Talfurchen sind auf der Westseite flacher
gestaltet und diese Westhänge tragen Sand- und Schotterab¬
sätze der diluvialen Gewässer oder Lösse, während die Ost¬
seiten steiler und nur ganz selten mit Löß bedeckt sind. ² ) Ich
habe für Franken in den Erläuterungen zum Blatt Würzburg
1:100 000 (1908 S. 93—94) besonders betont, daß diese Eigen¬
heit ebensowohl für Talfurchen gelte, die in nord-südlicher
Richtung durchnagt wurden, wie für solche, bei denen es in
süd-nördlicher Richtung geschah, wenn sie auch in noch so
nah benachbartem Gebiet liegen und im engsten gebirgsbilden-
den (? d. Hrsgeb.) Zusammenhang stehen. Daß also diese
Grundtatsache nicht je nach der Talausnagungsrichtung in
den Talseiten wechsle. Es wurde dabei festgestellt, daß dieser
einseitige Abtragungs- und Ablagerungsvorgang ein Grund¬
gesetz der diluvialen Geländegestaltung bilde, mag er nun in
beliebigem Formationsbezirk oder Gesteinsbereich vor sich
gegangen sein; er kann also im Muschelkalk, im Juragebirge,
im Gneis oder auch im obermiozänen Flinzgebirge³ ) auftreten.
¹ Der erste Teil der unter diesem Obertitel nachgelassenen Arbeit be¬
trifft Bohrergebnisse und ist in den Jahresber. u. Mitt. d : . Oberrhein,
geol. Ver. Bd. XXIV, Jg. 1935 erschienen.
² Vergl. auch „Über das Diluvium der Umgegend von München" Geogn.
Jahreshefte 1921 S. 158—161.
³ In einer neuen Behandlung der geologischen Verhältnisse von Gögging,
Abensburg, Siegenburg (und Mainburg) 1929 wurde diese Frage eingehend
besprochen; die Veröffentlichung steht noch aus.