Ueber zwei Blattwespenzwitter.
Von L. ZIRNGIEBEL, Leistadt.
Mit einer Abbildung.
Herr Dr. Bischoff bildete einen Gynander von Abia serieea
L. in seinem Buche „Biologie der Hymenopteren" ab. In lie¬
benswürdiger Weise teilte er mir mit, daß bis jetzt aus
dieser Familie etwa 10—12 Zwitter bekannt geworden sind.
Im Folgenden bringe ich weiter zwei Beschreibungen von
Blattwespenzwittern. Leider steht mir nähere Literatur nicht
zur Verfügung.
1. Selandria cinereipes. Htg.
Sexueller Dimorphismus ist bei dieser Art nur wenig ausge¬
prägt. Die Fühler des Zwitters nehmen nach Länge und Dicke
etwa eine Zwischenstellung ein, können aber nicht mit Sicher¬
heit zur Erkenntnis des Zwitters dienen. Körpergröße und
Breite über die Tegulae gemessen 5,3:2,0 mm, wobei eine Ab¬
weichung von der Normalform nicht festzustellen ist. Äußer¬
liches Bild: 8. Rückensegment und Analsegment sind verwach¬
sen. (Fig. 1) Trennungslinie nicht so klar erkennbar wie in
der Abbildung. Die dem Endrande aufsitzenden Cerci kenn¬
zeichnen die Lage der Trennungslinie zwischen Segment 8
und Analsegment. Das Epipygium, welches normalerweise
zwischen 8. Segment und Analsegment zu liegt, ist in diesem
Falle mit der Scheide stark nach unten verschoben, sodaß
8. Segment und Analsegment unmittelbar nebeneinander zu
liegen kommen. Die nahezu ähnlichen Formen mit normalen
Tieren gestatten einen guten Vergleich der Teile. Eine kleine
verkümmerte Platte neben der Scheide dürfte als Hypopygium
zu deuten sein. Die ebenfalls verkümmerte Scheide trägt
stark verkleinerte Sägeteile. Die männlichen Kopulations¬
organe sind klar und deutlich entwickelt und erkennbar. Eine
Genitalklappe oder Reste derselben waren nicht mehr zu fin¬
den. Die Länge zur Breite der kleinen Säge beträgt 0,27:0,06
mm. Es sind 8 Platten sichtbar. Das normale Verhältnis be¬
trägt 0,56:0,07 mm. Die Beborstung ist stark reduziert, Haupt¬
zahn und ein stark entwickelter Plattenrandzahn aber erhal¬
ten. Die Schiene ist auffallend stark gebildet und chitinisiert,
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