um diese Zeit noch nachwirkt". Dannhauer (1963) führt aus dem benachbarten Vogt¬
land drei, Weise (1964) aus dem Burgstädter Raum vier Beobachtungen an.
Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)
Creutz (1965) bringt eine Zusammenstellung der Beobachtungsdaten dieser Art aus
dem mittleren Erzgebirge (Raum Annaberg/Olbernhau) von 1964. Frühjahrsnachweise
fehlen der Ubersicht, doch ist für diesen Gebirgsabschnitt schon wiederholt Brutverdacht
geäußert worden (Heyder 1952), während die sicheren Brutgebiete von N. c. caryoca¬
tactes im Osterzgebirge liegen. Um so interessanter erscheinen nun unsere Beobachtungen
am Fuße des Gebirges.
Im Herbst 1963 trat die Art im S bzw. SE der Großstadt an mehreren Stellen einzeln
auf: Erstes Exemplar am 29. 9. in einem Adelsberger Garten an Haselnußsträuchern (F.
Neubauer mdl.). Im Oktober erfolgten weitere sechs Sichtnachweise (4 in Adelsberg,
2 in Altchemnitz, I. Wildeck). Außerdem bekam Präparator Heitsch am 10. 10. aus Ein¬
siedel ein totes Stück der Rasse N. c. caryocatactes.
Später nahm die Zahl der Beobachtungen rasch ab; so im November wie auch im De¬
zember (2. 12. 2 Expl. in Altchemnitz, W. Enzmann) nur je eine Feststellung. Die Vögel
gehörten wohl meist zur dickschnäbligen Rasse, denn auch ein in Hohenstein-Ernstthal/
Sa. geschossener Tannenhäher erwies sich als N. c. caryocatactes (A. Pflugbeil mdl.).
Mit Wintersende setzten dann die Nachweise wieder ein: S. Müller sah im sog. „Schös¬
serholz" bei Adelsberg, einer kleinen Siedlung, umgeben von Fichtenhochwald und Scho¬
nungen, Ende Februar/Anfang März 1964 die ungewöhnlich hohe Zahl von 20—25
Vögeln! Natürlich sollte man hier eher Dünnschnabel vermuten. Einzelne, z. T. wahr¬
scheinlich identische Stücke bemerkte Müller im gleichen Gelände auch im weiteren Ver¬
lauf des März sowie im April. Am 7. 5. bekam ich selbst ein den Ort Adelsberg in Rich¬
tung Schösserholz überfliegendes Exemplar zu Gesicht. Eine am 17. 5. mit F. Neubauer
erneut dorthin unternommene Exkursion brachte ebenfalls Erfolg. Früh erschien ein
Tannenhäher und verschwand, eine Schonung überquerend, im Hochwald. Mittags bäumte
wohl derselbe Vogel etwa 50 m vor uns auf eine Lärche auf. Schließlich zeigte sich S.
Müller auch im Juni dort gelegentlich ein Exemplar.
Es ist ja bekannt, daß nach Invasionsjahren manche Stücke übersommern (Heyder 1952,
Creutz und Flössner 1958, F. Neubauer mdl.), doch bestünde in unserem Falle durch¬
aus die Möglichkeit des Brütens, zumal nach F. Neubauer Tannenhäher schon im Früh¬
jahr bzw. Sommer 1963 im Schösserholz auftauchten!
Rotkehlpieper (Anthus cervinus)
Der seltene Nachweis zweier Rotkehlpieper gelang F. Neubauer am 8. 5. 1964 auf ei¬
nem kleinen, feuchten Wiesenstück bei Adelsberg. Sie ließen den Beobachter bis auf etwa
4 m heran, so daß die Merkmale sehr gut zu erkennen waren. Ein Exemplar, scheinbar
ein S, hatte eine kräftig rötlich gefärbte Kehle, die sich nach F. Neubauers Mitteilung
„bald noch schöner als im ,Peterson c ausnahm". Der andere, schwächer gezeichnete Vogel
war sicher ein ♀. Beide verschwanden nach 10.00 Uhr in östlicher Richtung. Heyder
(1962) vermerkt den 9. 5. als frühesten Heimzugtermin. Bei Dannhauer (1963) und
Weise (1964) fehlt die Art.
Rotkopfwürger (Lantus Senator)
In neuerer Zeit scheint die Zahl der Zugbeobachtungen dieser Art im Erzgebirge und
seinem Vorland wie auch in Sachsen allgemein anzusteigen. Wir können zwei Nach¬
weise beisteuern:
Am 7. 5. 1962 auf der sog. „Bornwiese" bei Adelsberg ein Expl., das in benachbarte
Obstgärten abflog (F. Neubauer).
Am 16. 6. 1962 einer an der Eubaer Talsperre (U. Schuster, Lehmann). Heyder (1962)
nennt als spätestes Frühjahrsdatum den 1. 6.
Gartenammer (Emberiza hortulana)
Am 7. 5. 1964 verweilte ein durchziehendes ♀am Rande eines Gehölzes bei Adelsberg
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