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Beiträge zur Ökologie und Faunistik der Wirbeltiere 71
schwanzmäuse, Hüpfmäuse), alle Fledermäuse und aus der Ordnung der Raubtiere das Mauswie¬
sel (Blumenberg 1987).
2.1. Methodik und Untersuchungsflächen
Zur Erfassung der Kleinsäugerfauna wurden Kleinsäuger-Lebendfallen verwendet. Es handelt sich
dabei um Drahtkäfigfallen, deren Fangmechanismus durch eine Wippe, die bei Belastungsände¬
rung das Schließen der Tür bewirkt, ausgelöst wird. Zum Schutz vor Niederschlägen wurden die
Fallen mit einem halbierten Kunststoffrohr abgedeckt. Die Abdeckung hatte auch den Effekt, den
Tieren einen Gang oder Bau vorzutäuschen (Boye mdl.). Dieser Fallentyp ist allerdings ungeeig¬
net für den Fang von sehr kleinen Säugern wie Spitzmäuse und Zwergmäuse und von größeren
wie Igel, Maulwurf und Mauswiesel. Um trotzdem das gesamte Artenspektrum zu erfassen, wur¬
den die Fänge aus den Barber-Fallen (nähere Angaben sind Jonas & Steinwarz (1997) zu ent¬
nehmen), die für Paralleluntersuchungen ausgebracht waren, mit ausgewertet. Zudem bildeten
direkte Beobachtungen bei einigen Arten eine gute Ergänzung.
Auf jeder Probefläche wurden jeweils 4 Fallen quadratisch im Abstand von 1 m angeordnet, Die
Quadrate hatten jeweils einen Abstand von 10 m. Die Fallen wurden mit einem Gemisch aus
Haferflocken und Erdnußbutter beködert (Sykora 1978). Eine Kontrolle alle 6 Stunden verhin¬
derte eine hohe Todesrate der gefangenen Tiere. Die Tiere wurden mit einer Tätowierzange indi¬
viduell markiert (Boye & Sondermann 1992).
Um die jahreszeitlichen Populationsschwankungen erfassen zu können, wurde jeweils im Früh¬
jahr und im Herbst auf jeder Probefläche eine dreitägige Fangaktion durchgeführt. Bei einem
annähernd ausgeglichenen Witterungsverlauf ist nach drei Tagen davon auszugehen, daß der
Bestand fast vollständig erfaßt ist (Sykora 1978). Weitere Fänge resultieren danach nur noch aus
Zuwanderungen.
Im Folgenden werden die Fallenstandorte charakterisiert, deren Auswahl die Heterogenität des
Untersuchungsgebiets widerspiegeln. Die Standortnummem entsprechen denjenigen von Stein¬
warz (1997a). Für weitere Angaben zur Vegetation und Bodenkunde der betreffenden Standorte
sei daher auf diese Arbeit verwiesen.
2.1.1. Standort 2
Dieser Standort gehört zu den verbuschenden Ruderalstandorten des Eulenbergs. Die Strauch¬
schicht besteht überwiegend aus Sarothamnus scoparius (Besenginster) mit einem Deckungsgrad
von ca. 35 %, der Deckungsgrad der Krautschicht beträgt ca. 70 %. Der Boden ist mit seinem stei¬
nigen Untergrund als trocken einzustufen.
2.1.2. Standort 21
Standort 21 ist geprägt durch seine sonnenexponierte Steilhanglage. Auf dem feinkörnigen Boden
sind in der Strauchschicht Sarothamnus scoparius (Besenginster) und Rosa canina (Hundsrose)
dominierend. Der Deckungsgrad der Strauchschicht beträgt ca. 30 %, innerhalb der Krautschicht
beträgt der Deckungsgrad 60 %.
2.1.3. Standort 24 (östlich von Standort 7 s. Steinwarz 1997a)
Standort 24 gehört ebenfalls zu den verbuschenden Ruderalstandorten. In der Strauchschicht sind
Sarothamnus scoparius (Besenginster), Crataegus monogyna (Eingriffeliger Weißdorn) und Rosa
canina (Hundsrose) mit einem Deckungsgrad von 60 % zu finden. In der Krautschicht, mit einem
Deckungsgrad von 90 %, dominiert Calamagrostis epigejos (Land-Reitgras). Die Bodenverhält¬
nisse sind durch den steinigen Untergrund trocken und verdichtet.
2.1.4. Standort 11
Standort 11 gehört mit Prunus avium (Vögelkirsche), Salix caprea (Salweide) und Crataegus
monogyna (Eingriffliger Weißdorn) zu den Vörwaldstadien des Eulenbergs. Der Deckungsgrad der