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Josef Frechen
7. Abgrenzung des Würmlösses. 175
8. Abgrenzung der älteren Lösse im Kärlicher Quartärprofil. 181
8.1. Tuffeinschaltungen im älteren Löß . 183
8.2. Vulkanische Minerale in den Mittelterrassenschottern. 187
8.3. Tephrostratigraphische Gliederung der älteren Lösse. 190
9. Zusammenfassung . 193
Literatur. 193
1. Einleitung
Die ausgedehnten Grabenwände im Tagebau der Kärlicher Ton- und Schamotte-
Werke Mannheim & Co. auf dem Kärlicher Berg im Neuwieder Becken gelten seit
langem als einer der bedeutendsten und vollständigsten Quartäraufschlüsse am
Mittelrhein.
Die quartäre Sedimentfolge beginnt mit den Schottern einer Terrasse, die meist
der jüngeren Hauptterrasse zugeordnet wird. Darüber folgen ein Hochflutlehm, ver¬
lagerte Kieseloolithschotter und mehrere Lösse.
Zwischen oder in den Lössen treten Lagen von Tuffen auf, die von Vulkanen des
Laacher See-Gebietes stammen. Sie finden sich besonders zahlreich im höheren, jün¬
geren Teil des Lößprofiles, wo mehrere Bimstuffe und Basalttuffe unterschieden wer¬
den können. Einige dieser jüngeren Tuffe werden auch in anderen Lößvorkommen
angetroffen, so östlich vom Wehrer Kessel, am Herchenberg bei Burgbrohl, an den
Kunksköpfen bei Wassenach, am Nastberg bei Eich, am Johannisberg bei Bad Neuen¬
ahr, in der Kiesgrube bei Ariendorf am Rhein, an der Magdalenien-Station in Feld-
kirchen-Gönnersdorf bei Neuwied, in der Ziegeleigrube bei Höhr-Grenzhausen, bei
Bergheim an der Eder und an verschiedenen Stellen des Limburger Beckens, der
Wetterau und des Rhein-Main-Gebietes.
Sedimentpetrographische Untersuchungen der Terrassenschotter im Neuwieder
Becken haben ergeben, daß charakteristische vulkanische Minerale des Bims 2 und 3,
des Kärlicher Brockentuffes und des Bims 4 in der Abb. 12 des Kärlicher Quartär¬
profiles auch in bestimmten Horizonten der Schotter und Sande der älteren Nieder¬
terrasse bei Urmitz und Weißenthurm auf treten. Daraus wurde gefolgert, daß die
Kärlicher Lösse, in die diese Tuffe eingeschaltet sind, mit den entsprechenden Mineral¬
horizonten in der älteren Niederterrasse altersgleidi sind und ein würmzeitliches
Alter besitzen.
In der älteren Niederterrasse treten die Mineralhorizonte im oberen Teil der
Schotterdecke auf. Es war daher anzunehmen, daß der Würmlöß in der Kärlicher Ton¬
grube noch unter den Bims 2 hinabreicht. Seine Untergrenze wurde an der Stelle an¬
genommen, bis zu der der Löß die gleiche Frische aufweist wie in den Schichten, die
nach den tephrostratigraphischen Zusammenhängen mit der älteren Niederterrasse
verbunden werden können.
Später gelangten Brunnacker (1968), Brunnacker et al. (1969) und Schirmer
(1970) zu einer wesentlich anderen Abgrenzung des Würmlösses. In ihrem Gliede¬
rungsschema des Kärlicher Quartärprofiles wird abweichend von früheren Einstufun¬
gen (Mordziol 1952, Frechen & Rosauer 1959, Mückenhausen 1959, Remy 1959,
Frechen 1962) nur der Löß über dem Brockentuff dem Würm zugeordnet. Anlaß für
diese Abgrenzung des Würmlösses war ein jetzt nicht mehr existierender Profilaus¬
schnitt an der Nordostwand der Tongrube unterhalb des früheren Betriebsgebäudes,
der im Rahmen der Untersuchung des Kärlicher Quartärprofiles durch Brunnacker