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Die Collembolenfauna verschieden bewirtschafteter Flächen am Niederrhein
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im Oktober. Dem Maximum vom Oktober 1980 ist im Abstand von drei Monaten ein Popu¬
lationsminimum vor- und nachgestellt.
Trotz eines Arteninventars von 27 Arten traten zu den einzelnen Probenahmeterminen
nie mehr als 18 Arten gleichzeitig auf. Im April 1981 ausgesätes Kleegras als Untersaat zu
Winterroggen begünstigt durch Beschattung und Wurzelfilzbildung bei gleichzeitig ausrei¬
chenden Niederschlägen und sparsamer Bodenbearbeitung die ungestörte Entwicklung der
Collembolenpopulation. Erst die Frühjahrsfurche 1982 dezimiert die Individuenzahl
beträchtlich.
4.1.2. Grünland (IV)
Der Grünlandboden nimmt durch den ganzjährigen dichten Bewuchs mit entsprechenden
Vorteilen des für die Collembolenfauna so wichtigen Temperatur- und Wasserhaushalts des
Bodens (Christiansen 1967, Leuthold 1961, Massoud 1971, Naglitsch & Steinbrenner
1963, Palissa 1964, Wink 1969) bei gleichzeitig geringer Nutzungsintensität unter den
bewirtschafteten Flächen eine Sonderstellung ein. Hinzu kommt eine gegenüber den Acker¬
flächen deutlich erhöhte Menge an organischer Substanz von 5,6%.
Der Grünlandboden ist mit 35 Arten der artenreichste der untersuchten Standorte.
Einige dieser Arten, wie z. B. Brachystomella parvula, Isotomina thermophila, Friesea mira-
bilis und Folsomia quadrioculata scheinen in besonderer Weise an die speziellen Lebensver¬
hältnisse des Grünlandes gebunden zu sein. Die meisten der 35 Arten sind im überwie¬
genden Teil der Probenahmetermine nachweisbar. Von den 2707 insgesamt gefundenen
Collembolen gehören mehr als die Hälfte, nämlich 52,7% den in Abb. 8 dar gestellten vier
Arten an. Es handelt sich um die dominanten Arten Isotomodes productus (14,9%), Isoto-
mina thermophila (14,2%), Isotoma notabilis (15,9%) und die Subdominante Art Mesapho-
rura krausbaueri (7,7%). Die Bedeutung der dominanten Bestandesbildner bleibt, im
Gegensatz zu den Ackerflächen - abgesehen von geringfügigen Schwankungen der Domi¬
nanzen - während der gesamten Untersuchungsperiode weitgehend bestehen.
Da die Populationsentwicklung der Collembolen im Jahresablauf von Bewirtschaftungs¬
maßnahmen weitgehend ungestört ist, darf man eine typische witterungsbeeinflußte Popula¬
tionsentwicklung erwarten. Ein Populationsmaximum liegt, wie auf den Ackerflächen auch,
Oktober 1980, ein zweites, etwas höheres, jedoch mit geringerer Artendichte im Sommer
1981. Das Populationsminimum der Collembolen liegt jeweils im Januar der Jahre 1981 und
1982 bei gleichzeitig geringsten Artendichte.
4.2. Die Collembolenfauna der konventionell bewirtschafteten Fläche Am Hofacker (VI)
(Betrieb Fechner)
Ehe Verhältnisse auf diesem intensiv bewirtschafteten Schlag sind gekennzeichnet durch den
Einsatz von stickstoffhaltigen Mineraldüngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln,
sowie einer einseitigen Fruchtfolge mit hohem Halmfruchtanteil und fehlendem Zwischen¬
fruchtbau. Gegenüber den biologisch-dynamisch bewirtschafteten Flächen des Boschheide-
Hofs ist zwar mit nur 19 Arten eine Artenverarmung, jedoch bei insgesamt 716 determi-
merten Collembolen keine unterdurchschnittliche Ausprägung der Populationsstärke fest¬
stellbar. eine ähnlich niedrige Artenzahl wie „Am Hofacker“ scheint für intensiv bewirt¬
schaftete Flächen normal zu sein (Bauchhens & Weigand 1974).
Wie auf den anderen Flächen auch, erreichen nur wenige Arten hohe Dominanzwerte.
Es sind dies die dominante Art Isotomiella minor (26,4%), sowie die Subdominanten Arten
“seudosinella Immaculata (8,1%) und Folsomia candida (7,1%), die zusammen mit zahlrei¬
chen Juvenilformen aus der Gattung Folsomia, 57,1% der Collembolenfauna ausmachen
(Abb. 9).
Die Aufgliederung der Fauna in Dominanzklassen ergibt außer der einzig dominanten
Art Isotomiella minor, noch acht Subdominante Arten mit 47,5%, zwei rezedente Arten mit
u5% und acht subrezedente Arten mit 2,9% Anteilen an der Gesamtpopulation der Col-
e mbolen. Während der Untersuchungszeit ist nur Isotomiella minor regelmäßig an allen
ac ht Probenahmen mit relativ hohen Dominanzen vertreten. Mesaphorura krausbaueri ist
nUr an sieben Terminen mit stark schwankenden Individuendominanzen nachweisbar. Alle