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Die Collembolenfauna verschieden bewirtschafteter Flächen am Niederrhein
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Am Hofacker _VJ_
laculata
F. juv. spec.
Abbildung 9. Prozentualer Anteil der 3 im Durch¬
schnitt aller Probenahmen indivi¬
duenreichsten Arten sowie der Juve¬
nilformen der Gattung Folsomia am
Standort „Am Hofacker“ zu den ein¬
zelnen Probenahmeterminen.
Wald
F. quadrioculata
Abbildung 10. Prozentualer Anteil der vier im
Durchschnitt aller Probenahmen
individuenreichsten Arten des
Standortes „Wald“ zu den einzelnen
Probenahmeterminen.
anderen Arten tauchen an sechs und weniger Probenahmeterminen auf. Hierzu zählt auch
die nur auf diesem Schlag gefundene Pseudosinella immaculata, die am 14. 7. 1981 plötzlich
eine sehr hohe Individuendominanz von 41,5% hat, zu den folgenden Probenahmen aber
kaum noch nachweisbar ist. Insgesamt zeigt die Collembolenfauna des Standortes eine
starke Heterogenität in Entwicklung und Aufbau.
Der Befund dieses Standortes spricht dagegen, daß Agrarbiotope durch die menschliche
Beeinflussung ein ganz charakteristisches ökologisches Gefüge bekommen, das auch durch
Bewirtschaftungsmaßnahmen nicht seine Eigenarten und Gesetzmäßigkeiten verliert
(Tischler 1959 ). Die jahresdynamischen Populationsschwankungen sind ähnlich denen von
»Bei Kost“, mit einem Maximum an Individuen jeweils im Oktober.
4.3. Die Collembolenfauna des Waldstandortes
Die Waldbodenfauna kann sich ganzjährig ungestört entwickeln. Eine mächtige, mit Mikro-
0r ganismen reichlich durchsetzte Streuauflage mit einem durchschnittlichen Streuanfall von
20--45 dt/ha und Jahr (Schroeder 1972) bietet den Kleinarthropoden ausreichende Nah-
ru ng. Qualität und Quantität des Bestandsabfalls ist im Waldboden der Hauptbestimmungs¬
faktor für die Individuendichte der Collembolen (Franz 1975b). Als durchschnittlicher
Dehalt an organischer Substanz wurde 7,81% ermittelt, bei der Humusform des Waldstand¬
ortes handelt es sich um mullartigen Moder. Die Mesofauna findet, im Gegensatz zur
Makrofauna, in dieser Moderdecke ideale Lebensbedingungen (Dünger 1964), übernimmt
f^ilweise deren Aufgabe bei der Umsetzung (Rusek 1975) und schafft ein ausgewogenes
Bakterien/Pilze-Verhältnis (Nosek 1967).
In der nur einjährigen Untersuchungsphase wurden 1.191 Collembolen bei insgesamt 33
Ve rschiedenen Arten gezählt. In der Artenliste der Collembolen des Waldbodens sind eury-
f°pe Arten, wie Onychiurus armatus, Mesaphorura krausbaueri, Folsomia quadrioculata , Iso-
t°ma notabilis und Isotomiella minor ebenso zu finden, wie solche Arten, die in den vorlie¬
genden Untersuchungen auf den Waldboden beschränkt blieben: