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Brigitte von Danwitz, Armin Kur eck und Dietrich Neumann
Poelvenn
Glabbocher
Bruch
SchloO
Krickenbecl
Schrolik
Hinsbecker
Bruch
i Duisburg
.Düsseldorf
0 100 200 m
Abbildung 1. Lage der Krickenbecker Seen im Rheinland (rechts unten) und Lage der Probestellen
im Poelvenn (1, 2, 3) und in der Nette (N).
(Steeger 1925). Im 17. Jahrhundert waren sie teilweise soweit verlandet, daß Torf abgebaut
werden konnte. Nach der Austorfung von Schrolik und Poelvenn wurde die Nette einge¬
dämmt, höhergelegt und durch die beiden Seen geleitet. Deichbau und Überstauung eines
Eichenwaldes am Nordostufer verdoppelten die Wasserfläche des Poelvenn (Hild 1956).
Die nach der Austorfung wieder einsetzende natürliche Verlandung der Seen wurde in
diesem Jahrhundert durch Abwassereinleitungen in die Nette beschleunigt. Heute wird die
Nette bei trockener Witterung im wesentlichen aus der Kläranlage Dülken gespeist. Ihr
Abwasseranteil betrug z. B. 1980 oberhalb des Schrolik etwas mehr als 50% des langjäh¬
rigen Mittelwertes aller Zuflüsse (NIERS VERB AND 1981).
Die Nette ist im Mündungsbereich in das Poelvenn etwa 7 m breit und 20-30 cm tief.
Die zugeführte Wassermenge liegt nach eigenen Messungen bei etwa
24 000-34 000 m 3 /Tag. Die freie Wasserfläche des Poelvenn beträgt 22 ha, die mittlere
Wassertiefe 1,0 m, die maximale Tiefe 1,4 m (Vermessung durch den NIERSVERBAND
1970). Daraus errechnet sich eine theoretische Austauschzeit von 6-9 Tagen. Die Sedi¬
mentschicht ist im Mittel 0,5 m mächtig und besteht überwiegend aus Faulschlamm. Der
nordöstliche Teil des Sees besitzt sandigen Untergrund mit geringeren Schlammablage¬
rungen; im Bereich der Nettemündung ist der Schlamm mit Fallaub durchsetzt. Eine
Schwimmblattpflanzengesellschaft ist mit Ausnahme von Wasserlinsen im Poelvenn heute
nicht mehr vorhanden. Hild (1956) beschrieb noch das Vorkommen von Seerosen im Süd-