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Brigitte von Danwitz, Armin Kureck und Dietrich Neumann
Winter fiel die Sättigung nie unter 50% (Abb. 2). Mit einer Temperaturschichtung bildete
sich auch ein Sauerstoffgradient aus. Aufgrund der häufigen Durchmischung des Gewässers
war dieser Gradient nicht stabil. So wurde z. B. am 3. 8. 82 um 16.00 MEZ 10 cm über dem
Sediment nur noch ein Sauerstoffgehalt von 1,3 mg/10 2 gemessen, 19 Stunden später bereits
18 mg/1 0 2 .
Der pH-Wert lag im Poelvenn stets im Alkalischen. An Tagen mit hohen Sauerstoffsätti¬
gungen wurden pH-Werte über 10 gemessen. In der Nette schwankte der pH-Wert zwischen
7,4 und 8,7 (Abb. 2). Die Veränderungen des pH-Wertes im Jahresgang entsprachen weit¬
gehend den jeweiligen Schwankungen der Sauerstoffsättigung.
Der Chlorophyll a-Gehalt erreichte im Sommer im Poelvenn Werte bis 500 mg/m 3 , in
der Nette bis 370 mg/m 3 ; die Werte fielen im Winter auf 50 mg/m 3 bzw. 20 mg/m 3 ab
(Abb. 2). Die Sichttiefe nahm entsprechend von 10 auf 75 cm zu. Das Absinken der Chloro¬
phyll-Konzentration im Juni 1982 und Mai 1983 kann verschiedene Ursachen haben. Heftige
Gewitterregen im Mai 1982 und anhaltende Regenfälle im Mai 1983, beide verbunden mit
stärkerem Durchfluss im See, sowie eine Cladoceren-Massenentwicklung im Mai 1982
Abbildung 2. Jahresgang von Temperatur, Sauerstoffsättigung, pH und Chlorophyll a im Poelvenn an
der Oberfläche (O—O) und in der Nette (x-x). Die vertikalen Striche geben die jeweils
im Tagesgang gemessenen Spannweiten an.