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Äolische Decksedimente auf dem Niederrheinischen Höhenzug
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sind einerseits die Flugsandreihe mit alternativen Maxima im Mittel- und Feinsand (Punkte
weit gestreut), andererseits die symmetrisch aufgebaute Punktwolke der Lößreihe, die deut¬
lich ihr Maximum im Grobschluff aufweist,
Die markante Grenze von 19% läßt nach den Tabellen 3 und 4 eine optimale Erfassung
der Flugsande und flugsandähnlichen Ablagerungen auf dem Niederrheinischen Höhenzug
zu. Dabei wird der Flugsand von drei Maxima, der Treibsand von zwei Maxima und die
Düne von einem klaren Maximum im Mittelsand bestimmt.
Die Tabellen 1 und 5 zeigen eine äolische Sedimentnomenkiatur, welche eine optimale
Gliederung aller vorkommenden bzw. auch möglichen Ablagerungen auf dem Niederrheini¬
schen Höhenzug erfaßt (Abb. 1); die in Abbildung 5 dargestellten Kornsummenkurven
zeigen dabei deutlich den Bruch in der Zusammensetzung zwischen den beiden Sediment¬
reihen. Der unterschiedliche Korngrößenaufbau bei der Flugsandreihe führt zu einer Ge¬
fügestruktur, die es ermöglicht, daß selbst noch der Treibsand senkrecht klüftet; für die
Düne trifft dies jedoch nicht zu.
Danksagung:
Herrn Dr. Winfried Gölte vom Geographischen Institut der Universität Bonn sowie den Geographie-
Studenten der Universitäten Bonn und Köln danke ich für die Mitwirkung an den Aufgrabungen wäh¬
rend ihrer Geländepraktika im Niederrheingebiet.
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Anschrift des Verfassers: Dipl.-Geogr. Dr. Helmut Siebertz, Alte Schulstr. 16, D-5300 Bonn.