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Decheniana (Bonn) 153, 81—102 (2000)
Bemerkenswerte Neufunde aus dem Rheinland
Ruprecht Düll
(Manuskripteingang: 31. Dezember 1999)
Kurzfassung: Insgesamt werden 41 Lebermoose und 229 Laubmoose behandelt. Bemerkenswerte Neufunde
sind: Brvum capillare var. platyloma scheint (falls nicht synonym mit der var. ntfifolium) neu für Deutschland
zu sein. Neu für NRW (Nordrhein-Westfalen) ist Ephemerum sessile. Pohlia miiyldermamii muß für NRW
gestrichen werden, da der nächste Fundort schon in Belgien liegt. Für das Nordrheingebiet werden Phascum
floerkecmum (durch A. Qesau), Didymodon acutus var. icmadophilus, D. rigidulus var. glaucm , Pottia star-
keana var, affrnis und Zygodon viridissimus var. stirlonii erstmals nachgewiesen. Für Schistidium crassipilum
gibt es einen Zweitnachweis. Erstmals für Rheinland-Pfalz wird ein Fund von Rhynchostegium alopecuroides
publiziert, dazu werden Zweitfünde von Scapania aequiloba und Grimmia torquata (S. Woike) genannt.
Bestätigt wurde Cololejeunea rosettiana am Erstfundort in Rheinland-Pfalz. Für das Nordrheingebiet und
Rheinlandpfalz wurden weitere Fundorte von Hedwigia stellata gebracht. Neu bzw. bestätigt für das Gebiet
der Moosflora Nördliche Eifel (Düll 1995) wurden Lophozia badensis und Sphagnum warmtorfii (durch
Ludwig-Holdmann). Für Orthothecium intricatum wird ein 3. Nachweis publiziert. Neu für die Westeifel ist
Fissidem crassipes ssp. warmtorfii ; dagegen mussten einige (Kalk-) Arten (wegen Fundortverwechslung) für
diesen Naturraum gestrichen werden. Nördliche Arealgrenzen konnten u.a. bei Acaulon triquetrum, Svntrichia
pagontm (nur früher Ix nördlicher) und Tortula inermis erweitert werden. Alle bemerkenswerteren Neufunde
werden diskutiert. Es wurden fast nur solche Angaben gebracht, die wenigstens für das betreffende Meßtisch¬
blatt erstmals, oder nach längerer Zeit wieder nachgewiesen wurden. Auch nach dem Erscheinen der „Moos¬
flora Nördliche Eife]”(DüLL 1995), wurde die Kartierung fortgeführt. Sie brachte bis zum Einsendeschluß 260
neue Meßtischblatt- und 950 neue Grundfeld- (Quadranten-) Angaben. Für dieses Gebiet wurden damit bis
jetzt 17355 Quadranten-Angaben bekannt. Im Abschnitt „Kartierung” werden die jetzigen Artenzahlen der je
10 besten Meßtischblätter genannt: die höchste Zahl wurde in MB 5507 (Hönningen) mit insgesamt 342 Arten
erreicht. Dazu werden die besten Quadranten-Zahlen genannt. Aus 14 der 120 Grundfelder sind mehr als 200
Arten bekannt; der beste Quadrant, 5706/3 (bei Gerolstein) hat 278 Arten. Von 480 Viertelquadranten (8 km 2 )
überschreiten 10 die Zahl 150. Die höchste Zahl hat mit 268 Arten, das gemeinsam mit M. Boecker kartier¬
te Grundfeld 5407/44; es umfaßt wesentliche Teile des NSG. Langfigtal.
Schlagworte: Text Moose, Rheinland; Mooskartierung
Abstract: New records of interesting and more or less rare 269 bryophytes from the Rhineland, Western Ger-
many are reported, Thcir distribution in the area has always been discussed. Some of these taxa are new for
this area. Bryttm capillare var. platyloma scems to be new for Germany. Ephemerum sessile , an extremely rare
species, has been recorded for the first time for Nortlrrhine-Westfalia.
Keywords: Bryophytes, Rhineland, mapping Bryophytes
Nach dem Erscheinen der zwei neueren, grund¬
legenden Werke zur Moosflora des Rheinlan¬
des, der „Moosflora der Nördlichen Eifel” (R.
Düll 1995) und der Punktkartenflora der
Moose Nordrhein-Westfalens (R. Düll et al.
1996) sind schon wieder einige Jahre verstri¬
chen, damit scheint es angebracht, die bemer¬
kenswertesten der inzwischen bekannt gewor¬
denen Neufunde zu zu veröffentlichen.
Die betreffenden Belege sind im Privather-
bar des Autors (DUIS) bzw. z.T. auch im Her¬
bar des Stuttgarter Naturkundemuseums (STU)
deponiert. Die Nomenklatur folgt Düll et al.
(1996).
Abkürzungen (wie bei Düll (1995)
c. per. = mit Perianthien
c. spg. = mit Sporogonen
D.: R. DÜLL leg.
D 95 = Flora der nördlichen Eifel
(umfaßt die topographischen Kar¬
ten 5404-09, 5504-09, 5604-09,
5704-09 und 5804-09)
RL: Nordrhein-Gebiet (in NRW)
RP:
Rheinland-Pfalz