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Decheniana (Bonn) 163, 137-144 (2010)
Bienen (Hymenoptera, Apidae)
und Schwebfliegen (Diptera, Syrphidae)
nährstoffarmer Wiesen
im Naturpark Hohes Venn-Nordeifel
Bees (Hymenoptera, Apidae)
and Hoverflies (Diptera, Syrphidae)
of Nutrient Poor Meadows
in the Natural Park Hohes Venn-Nordeifel
Judith Riedel, Matthias Schindler & Axel Ssymank
(Manuskripteingang: 29. Dezember 2009)
Kurzfassung: Im Naturpark Hohes Venn-Nordeifel wurden 2008 auf drei Bärwurzwiesen im Fuhrtsbachtal
und Wüstebachtal insgesamt 30 Bienenarten und 66 Schwebfliegenarten nachgewiesen. Auf drei Feuchthei¬
den bei Simmerath und Kalterherberg wurden insgesamt 18 Bienenarten und 47 Schwebfliegenarten nachge¬
wiesen. Zu den faunistisch bemerkenswerten Bienenarten zählen Bombus cryptamm, Bambus jonellux und La-
sioglossum fratellum. Zu den faunistisch bemerkenswerten Schwebfliegenarten zählen Cheilosia himantopus,
Dasysyrphus lenensis, Platycheirus occultus und Trichopsomyia joratensis.
Schlagworte: Apidae, Syrphidae, Bärwurzwiesen, Feuchtheiden
Abstract: ln the Natural Park Hohes Venn-Nordeifel 30 bee species and 66 hoverfly species where recorded
in 2008 on three nutrient poor meadows in the Fuhrtsbachtal and Wüstebachtal. 18 bee species and 47 hover¬
fly species where recorded on three wet heathland communities near to Simmerath and Kalterherberg. Species
which are of notice in terms of their distribution are Bombus cryptamm , Bombus jonellus, and Lasioglossum
fratellum as well as the hoverfly species Cheilosia himantopus, Dasysyrphus lenensis, Platycheirus occultus,
and Trichopsomyia joratensis.
Keywords; Apidae, Syrphidae, nutrient poor meadows, wet heathland communities
1. Einleitung
Der Naturpark Hohes Venn-Nordeifel liegt in der
deutsch-belgischen Grenzregion innerhalb der
Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rhein¬
land-Pfalz sowie der belgischen Provinz Lüttich.
In seinem Zentrum befindet sieh der 2004 ge¬
gründete Nationalpark Eifel. In diesem Gebiet
ist ein kühl-humides Berglandklima vorherr¬
schend, welches durch kalte, schneereiche Win¬
ter und kühle, regenreiche Sommer gekenn¬
zeichnet ist; die Vegetationsperiode beträgt ca.
130-160 Tage (Nationalparkforstamt Eifel
2008). Über die Bienen- und Schwebflicgenzö-
nosen der Nordeifcl und des Hohen Venns lie¬
gen bislang wenig publizierte Ergebnisse vor,
Esser (2008) fand insgesamt 97 Bienenarten auf
unterschiedlichen Untersuchungsflächen im Na¬
tionalpark Eifel. Becker et al. (2008) unter¬
suchten die Hummelzönosen im NSG Briick-
born/Kranzbruch bei Simmerath und wiesen
neun Arten nach. Lennartz (2003) untersuchte
untersschiedliche Wirbellosen-Taxa von Violion
caninae-Gesellschaften in der Eifel und fand un¬
ter anderem 87 Schwebfliegenarten. Auf Hei¬
devegetation im Hohen Venn wurden von Ras-
kin (1994) 71 Schwebfliegenarten nachgewie¬
sen. Rombach (1990) fand auf Feuchtgrünland
im Genfbachtal bei Nettersheim ca. 80 Arten.
Die untersuchten Bärwurzwiesen (Meo-Festu-
cetum Bartsch, 1940) befinden sich in den
Bachtälem des Wüstebaches und Fubrtsbaehes
im südlichen Teil des Nationalparks Eifel. Das
Fuhrtsbachtal ist gleichzeitig Teil des 333 ha
großen Naturschutzgebietes „Perlenbach-Fuhrts-
bachtal“ bei Höfen (Monschau), welches seit
1976 besteht. Vor dem zweiten Weltkrieg wur¬
den die Täler als Mähwiesen und Weiden genutzt
und nachfolgend überwiegend mit Fichten be¬
pflanzt (Petrak 1992). Seit 1989 werden die
Flächen entrichtet und die wiederhergestellten
Wiesen einmal jährlich gemäht. Berühmt ist vor
allem der Frühjahrsaspekt der Wiesen im April
und Mai mit der auffälligen Massenblüte der