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Judith Riedel, Matthias Schindler & Axel Ssymank
Gelben Narzisse ( Narcissus pseudonarcissus
Linnaeus). Gefolgt wird dieser vom Sommera¬
spekt im Juni, welcher durch die Blüte des Bär-
wurzes (Meum athamanticum Jacquin) ge¬
kennzeichnet ist.
Die untersuchten Feuchtheiden ( Ericetum te-
tralicis (Allorge) Jonas, 1932) sind Teil der
Naturschutzgebiete „Ermesbachtal“ (17 ha) bei
Mützenich und „Brückbom/Kranzbruch“ (44 ha)
bei Simmerath. Einige Flächen im Ermesbachtal
werden durch jährliche Beweidung offen ge¬
halten. Bedeutsam ist das Vorkommen des welt¬
weit seltenen Wald-Läusekrautes ( Pedicularis
sylvatica Linnaeus). Das Gebiet des NSG
Brückbom/Kranzbruch bestand bis zu seiner teil¬
weisen Nutzung als Streuobstwiesen Ende des
20ten Jh. aus Ödland. Vor Begin der Pflege¬
maßnahmen 1990 lagen die Flächen 20 Jahre
lang brach. Bemerkenswerte Blütenpflanzen
sind Lungen-Enzian ( Gentiana pneumonanthe
Linnaeus) und Arnika ( Arnica montana Linna¬
eus). Zur Pflege werden die Flächen einmal jähr¬
lich gemäht oder beweidet.
2. Material und Methoden
Die Erfassung der Bienen und Schwebfliegen
wurde von April bis August 2008 durehgefuhrt.
Untersucht wurden drei Bärwurzwiesen (Fläche
1-3) und drei Feuchtheiden (Fläche 4—6) (s. Tab.
I). Fläche 1 und 2 befinden sich im Fuhrts-
bachtal, südöstlich von Höfen. Fläche 1 liegt na¬
he bei der Antoniusbrücke, Fläche 2 im „Wer-
messief ‘ genannten Teil des Tales. Fläche 3 be¬
findet sich im Wüstebachtal zwischen Höfen und
Schöneseiffen. Fläche 4 liegt im Ermesbachtal
am Vennhof südlich von Mützenich. Fläche 5
und Fläche 6 befinden sich westlich von Sim¬
merath. Fläche 5 liegt am Kranzbruch (Ursprung
des Kranzbaches) und Fläche 6 im Gebiet „Auf
den Kämpen“. Angaben zur geografischen La¬
ge der Untersuchungsflächen und zum Klima
des Untersuchungsgebietes sind in Tabelle 1 dar¬
gestellt.
Bienen und Schwebfliegen wurden auf den
Wiesen an Nahrungspflanzen oder potentiellen
Nestern selekti v mit einem Handkescher gefan¬
gen. Abgesehen von den meisten Hummelköni¬
ginnen wurden gefangene Tiere abgetötet und
mit einer Stereolupe bei 10 bis 50-facher Ver¬
größerung determiniert. Die Belegsammlung be¬
findet sich am Institut für Nutzpflanzenwissen-
schaften und Ressourcenschutz, Universität
Bonn (Bonn).
Die Bestimmung der Bienen erfolgte nach
Amiet (1996, 1999 und 2001), Mauss (1996),
Scheuchl (1995 und 1996) und Schmid-Egger
& Scheuchl (1997). Hummelköniginnen wur¬
den im Feld nach Prys-Jones & Corbet (1991)
bestimmt. Die Bestimmung der Schwebfliegen
erfolgte u.a. nach Botiie (1996), Stubbs (2002),
Van der Goot (1981) und Van Veen (2004).
Tabelle 1. Angaben zur geografischen Lage und zum Klima der Untersuchungsflächen (Landesvermes¬
sungsamt NRW 2008; Nationalparkforstamt Eifel 2008). Fl = Bärwurzwiese (BWW) Fuhrts-
bachtal-Antoniusbrücke. F2 = BWW Fuhrtsbachtal-Wermessief. F3 = BWW Wüstebachttal.
F4 = Feuchtheide (FH) Vennhof. F5 = FH Simmerath-Kranzbruch. F6 = FH Simmerath-Auf
den Kämpen.
Table 1. Location and climate of the study sites (Land surveying office NRW 2008* Eifel National Park
Forestry Office 2008). Fl = nutrient-poor meadow (BWW) Fuhrtsbachtal-Antoniusbrücke. F2
= BWW Fuhrtsbachtal-Wermessief. F3 = BWW Wüstebachtal. F4 = wet heathland Commu¬
nity (FH) Vennhof. F5 = FH Simmerath-Kranzbruch. F6 = FH Simmerath-Auf den Kämpen.
Untersuchungsflächen
Fl (BWW)
F2 (BWW)
F3 (BWW)
F4 (FH)
F5 (FH)
F6 (FH)
MTB
(1:25 000)
5403
5403
5404
5303
5303
5303
(Monschau)
(Monschau)
(Schleiden)
(Röttgen)
(Röttgen)
(Röttgen)
Koordinaten
N50°30’52”
N5Q o 30’33”
N50°31’00”
N50°32'30”
N50°35'54’
’ N50°36'46’
(WGS 1984)
E06°I7’10”
E06°18’15”
E06°20’ 14”
E6 o H’07”
E6°l 6'55”
E6°I6'15”
Höhe ü NN (m)
546-550
582-593
563-573
522-530
541-546
525-527
Flächengröße (ha)
2,3
1,5
2,1
1,3
1,3
0,5
Mittl. Temp. (°C) 7,5
Mittl. Niederschi, (mm) 1044