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gebrachter Arten ist jetzt ein regelmässiger Import der
mannigfachsten Vogel-Formen getreten, und der Vogcl-
liandel hat sich deingemäss zu einer Höhe emporge-
geschwungen, dass er bereits volkswirtschaftliche Bo-
deutung erlangt.
Diesen erfreulichen Aufschwung verdanken wir den
veränderten Motiven, welchen die gegenwärtige Vogel-
Liebhaberei entspringt." So lange nur die einfache Freude
an den befiederten Ziramergenossen, an ihrer Färbung,
ihrem Gesänge, die Liebhaberei bedingte, genügte der
Kanarienvogel, genügten die wenigen, seit langen Jah¬
ren übergeführten ausländischen Finkenarten. Dieses
einfache Wohlgefallen ist jetzt einer ernsteren Auflas¬
sung, einem tieferen Verständniss gewichen. Der gegen¬
wärtigen Vogelliebhaberei liegt ein Streben nach Er-
kenntniss und Belehrung zu Grunde, ein tieferes Ein¬
dringen in die reichen Schöpfungen der Natur, der
Drang, die Eigenschaften, Sitten und Gewohnheiten der
Pfleglinge zu erforschen. Die werlhvollen Beobachtun¬
gen an gefangenen Vögeln, welche verständnissvolle
Liebhaber und Züchter in neuerer Zeit so zahlreich
uns mittheilen, legen Zeugniss ab von dieser ernsteren
Auffassung, ebenso wie das Streben der Händler, den
Markt mit neuen Arten zu bereichern.
Je weiter aber in diesem Sinne die Liebhaberei
sich ausbreitet, um so dringender wird das Bedürfniss,
ebensowohl für den Liebhaber wie für den Händler,
die gefangenen und gepflegten Vogelarton richtig zu
bestimmen, die Namen zu wissen, unter welchen die¬
selben in die Vogelkunde eingeführt und allgemein
bekannt wurden. Eine exaete Bestimmung aber be¬
reitet nicht unbedeutende Schwierigkeiten. Nur weni¬
gen Vogclfreundon in grossen Städten stehen Museen
zu Gebote, in welche durch sorgfältige Vergleichung
der oft grossen Zahl ähnlicher Formen die gesuchte
genau ausgemacht werden kann. Andere müssen auf
literarische Hülfsmittel sich stützen. Zwar giebt uns
Brehm's „Gefangene Vögel", ein Werk, welches über¬
haupt als Handbuch kein Voggelliebhaber entbehren
kann, gute Beschreibungen der auf den Markt kom¬
menden Vogelarten. Aber die Schwierigkeit, ohne län¬
gere Uebung nach Beschreibungen Arten zu bestimmen,
wird jeder Vogelfreund erfahren haben. Die Unkennt-
niss, Unsicherheit, ja Verwirrung, welche man hin¬
sichtlich der Namen so vielfach, besonders bei den
Händlern und auf Ausstellungen findet, beweist, dass
die gegenwärtigen Hülfsmittel nicht genügen. Das
Wort, mag es noch so getreu schildern, ersetzt nicht
die Anschauung. Was man durch anhaltendes Studiren
einer Beschreibung nicht erreicht, das bietet mit Leich¬
tigkeit eine gute Abbildung. Hierin liegt der Zweck
des in Rede stehenden Werkes. Es soll Vogellieb¬
habern, Züchtern und Händlern eine schnelle richtige
Bestimmung ihrer Vögel ermöglichen und wird dazu in
Farbendruck ausgeführte naturgetreue Abbildungen der
auf den Markt gelangenden Vogelarten bringen. Ein
erläuternder Text wird den Tafeln beigefügt. Der
Atlas wird ferner den Besuchern zoologischer Gärten
willkommen sein, um unter der oft grösseren Anzahl
gemeinsam die Fluggebauer bevölkernder Vögel die
Namen der einzelnen zu erfahren, und wird endlich
allen Naturfreunden belehrende Unterhaltung gewähren
und eine Zierde der Büchertische sein.
Hinsichtlich der zu erwartenden Ausführung des
Atlas brauchen wir nur zu erwähnen, dass der Name
des Künstlers und die Leistungen der Verlagshandlung
bekannt genug sind, um in dieser Beziehung das Voll¬
kommenste hoffen zu lassen.
Tausch- und Kauf-Verkehr.
Curruca atricapilla, Cuculus, Aq. naevia, Pernis api-
vorus, Circus, Falco peregrinus, subbuteo, tinnunoulus, Lo-
oustella rayi, Anilins campestris, pratensis, Serinus hortu-
lanus, Scolopax rusticola, Perdix petrosa, JJmosa rncla-
nura, Charadrius cantianus, Rallus aquaticus, Gallinula
porzana, Anas nyroca und rufina in Gelegen sucht
A. Grunack,
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