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sie an einzolnen Stellen direkt häufig sein kann. So enthielt
ein Fund SCHNURREs von Waldkauzgewöllen bei Brieselang bei Berlin
unter 33 Wirbeltieren 11 Exemplare dieser Art.
Weiter haben wir erst seit kurzem die Kurzohrmaus, Pitymys
subterraneus, an ihrem Gebiß von der Feldmaus zu unterscheiden
gelernt und auf diese Weise einiges Material in Bezug auf die
Verbreitung dieser wenig beachteten Art zusammenstellen können.
Wir haben sie aus Eulengewöllen bisher nachgewiesen von Gnaden¬
feld in Oberschlesien, Gnadenfrei, Striegau, Görlitz, Löbau, Herrn¬
hut und Niederoderwitz, also auf einer Linie durch ganz Schlesien
bis in die Lausitz, andrerseits wieder von Meisenheim am Glan in
der Rheinprovinz, aus Luxemburg und der Vendee. Dagegen
enthielten die Funde aus der Umgend von Berlin und aus Leipzig
diese Art nicht. Das dürfte damit zusammenhängen, daß sie
bestimmte Anforderungen an die Bodenbeschaffenheit ihres Wohn¬
sitzes stellt und vielleicht in den Sandgegenden der Mark nicht
lebt.
Vielleicht am interessantesten ist endlich der öftere Nachweis
von Microtus ratticeps. Ich hatte schon vor längerer Zeit, als ich
Gelegenheit hatte, einmal nach Vietnitz in der Neumark zu kommen,
mir ausgesprochen, daß diese Art dort wohl vorkommen würde,
denn dieser Ort liegt genau in der Mitte zwischen Eberswalde
und Soldin, wo sie nachgewiesen war, und ich habe sie in der
Tat dort mehrfach in Gewöllen feststellen können. Dann kam der
merkwürdige Fund von Waldkauzgewöllen bei Rangsdorf, wo
unter 31 Wirbeltieren nicht weniger als 14 Stück dieser Art vor¬
handen waren, und weiter war sie in den Schleiereulengewöllen
von Hönow, Malchow, Blumberg, Wartenberg und Eiche bei Berlin
regelmäßig in einer Anzahl von Exemplaren vertreten. Außer-
dem fand ich in einem Eulengewölle aus der Umgegend von Stettin,
das Herr Dr. BANZHAF einsandte, zufällig sofort ein Stück. Somit
sind eine ganze Anzahl Fundorte dieser Art festgestellt, die jeden¬
falls noch an vielen Orten des Nordens und Ostens Deutschlands
nachzuweisen sein wird, und so zeigt es sich, daß es manchmal
bequemer ist, die Eulen für sich kleine Säugetiere jagen zu lassen,
um die lokale Fauna einer Gegend festzustellen, als sich der Mühe
des Fallenstellens selbst zu unterziehen.