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Eschen-Erlen-Quellwälder am Südwestrand der
Bückeberge bei Bad Eilsen, zugleich ein Beitrag zur
örtlichen pflanzensoziologischen Arbeitsweise
von
H. Dierschke, K.-H. Hülbusch und R. Tüxen
Arbeiten aus der Arbeitsstelle für Theoretische und Angewandte Pflanzen¬
soziologie, Todenmann (72)
Einleitung
Nördlich der langgestreckten Kette des jurassischen Wesergebirges liegen
östlich von Bad Eilsen als letzte Ausläufer des Niedersächsischen Berglandes
gegen Norden die Bückeberge (= „Buchenberge"), ein kaum gegliederter
Höhenzug, der vom höheren Wesergebirgskamm durch eine weite und tiefe
Mulde getrennt ist. Die ihn aufbauenden Kreideschichten, im wesentlichen
unterer Wealden-Schiefer und -Sandstein, tauchen nach Norden unter die
jüngeren diluvialen Lockergesteine (Lehm, Sand und Kies) des Nordwest¬
deutschen Tieflandes. Den Südwestrand der Bückeberge bilden östlich von
Bad Eilsen die Heeßer Berge. Ihre nach Süden bis Westen sanft geneigten
Hänge sind durch einzelne Tälchen gegliedert, in denen kleine Bäche zur
Aue fließen, welche die breite Mulde zwischen Wesergebirge und Bücke¬
bergen entwässert, oberhalb von Bad Eilsen nach Norden umbiegt und bei
Petershagen in die Weser mündet.
Diese mit naturnahem Buchenwald und eintönigen, künstlich begründeten
Fichtenforsten bedeckten Hügel bieten erholungssuchenden Wanderern einige
reizvolle Ziele, die eine Wanderkarte des Luftkurortes Krainhagen und an den
Wegen aufgestellte Tafeln anzeigen. Schon durch ihre Namen fallen das
„Teufelsbad", eine nasse Quellmulde, und der etwas höher gelegene „Kuh-
stall" auf, wo zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wie erzählt wird, die
Bauern gelegentlich ihre Rinder versteckt gehalten haben sollen. Als Besonder¬
heit wird auf der Wanderkarte für diesen „Talkessel mit Hochmeercharakter"
zu Tage tretender Tuffstein „vulkanischen Ursprungs" angegeben. Die nicht
auf Touristen-Werbung eingestellte geologische Karte zeigt hier allerdings
nur rezenten Kalktuff, der in einem kleinen Tälchen an der Oberfläche oder
dicht darunter auftritt. Das Ausgangsgestein für diese Bildungen dürfte in
eingelagerten Mergelschichten geringer Mächtigkeit zu suchen sein, die inner¬
halb der Schiefertone als Wasserleiter dienen und bei ihrem Ausstreichen
einzelne kalkreiche Quellen entstehen lassen.
Dem Pflanzensoziologen bietet sich hier eine Überraschung, wenn er
inmitten der weiten pflanzenarmen Hainsimsen-Buchenwälder (Luzulo-
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