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Schwierigkeit zeigt sich, daß die Aufnahme 7 gar nicht hierher gehört, weil
sie aus einem Fagus-Carpinus-Bestand stammt. Sie wird daher aus der Tabelle
gestrichen, die nur die Erlen- und Eschenwälder enthalten soll, und kann
später einer anderen Tabelle eingefügt werden.
Schon die Beobachtung im Gelände ergab, daß an sehr nassen Stellen
der Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateja = maximum) und die Hänge-
Segge {Carex pendula) wachsen und daß oft eine dieser Arten vorherrscht,
während einige andere Arten der Umgebung fehlen. Um diese Unterschiede
deutlich zu machen, haben wir diese beiden Nässe-Zeiger (D^ und ihre mut¬
maßlichen Gegenspieler (D 2 : Urtica dioica, Brachypodium sylvaticum, Galium
aparine, Glechoma hederacea, Festuca gigantea, Fissidens taxifolius, Eurhynchium
striatum, Eurhynchium swartzii, Mnium undulatum), die sich aus dem Tabellen¬
bild und der Geländeerfahrung ergeben, in einer „ungeordneten Teil-
Tabelle" vereinigt, die durch einfaches Aneinanderreihen der ausgewählten
Arten in der Folge ihrer abnehmenden Stetigkeit entsteht (Tab. 2). Die
Stetigkeit wird in der Roh-Tabelle durch Zählen ermittelt und neben die
Namen der ausgewählten Arten (D x und D 2 ) geschrieben. Die Bezeichnungen
D x und D 2 für die mutmaßlichen Differential- oder Trennarten sind will¬
kürlich gewählt und könnten durch beliebige andere Symbole ersetzt werden.
Diese erste Teiltabelle zeigt, daß Mercurialis perennis, Glechoma hederacea
und Brachypodium sylvaticum nicht als Gegenspieler der Nässezeiger gelten
können, weil sie sich von ihnen nicht scharf genug trennen. Sie werden deshalb
aus der Teiltabelle ebenso gestrichen wie Catharinaea undulata, die zu geringe
Stetigkeit aufweist. Gute Trennarten sollen in wenigstens 50% der Auf¬
nahmen, d. h. in jeder zweiten Aufnahme einer Gesellschafts-Einheit vor¬
handen sein.
Die bereinigten Gruppen von Trennarten werden nun in einer zweiten
„geordneten Teiltabelle" so zusammengestellt, daß die verwandten Auf¬
nahmen in neuer Reihenfolge nebeneinander stehen (Tab. 3).
Die zusammenzustellenden Aufnahmen ergeben sich in Tabelle 2 aus
dem Vorhandensein der Trennarten D x oder D 2 und sind durch o und X
kenntlich gemacht. Über dem Tabellenkopf wird die neue Reihenfolge für
Tabelle 3 eingetragen.
Um das Umstellen der Aufnahmen beim Umschreiben der Tabelle zu
erleichtern, benutzt man für die alte und für die neue Tabelle je einen
„Diktierstreifen", der auf die Tabelle gelegt wird und darauf von oben
nach unten verschoben werden kann. Er enthält für die alte Tabelle die
Original-Aufnahme-Nummern in deren Folge und für die neue Tabelle ent¬
sprechend die gleichen Aufnahme-Nummern in der neuen Folge:
Diktierstreifen der alten Tabelle
1 2 3 4 5 6 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
Diktierstreifen der neuen Tabelle
1 9 17 11 13 15 16 3 14 8 2 4 5 10 6 12
Man diktiert dann sich selbst oder (besser) einer zweiten Person z. B.
für Carex pendula : in Spalte 1: 5.5, in Spalte 2: +. 2, in Spalte 8: +. 2,
in Spalte 9: 5.4, in Spalte 11: 2.2 usw. und trägt die Werte an entspre¬
chender Stelle der neuen Tabelle (3) ein. Dasselbe wird dann für alle Arten
in der Reihenfolge, in der sie in der alten Tabelle auftreten, wiederholt.
Auf diese Weise wird die Gefahr vermieden, eine Art zu vergessen.
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