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Jetzt zeigen sich sehr klar die Trennarten-Gruppen zweier Gesellschaften,
die bei der Aufnahme im Gelände noch keineswegs in dieser Form zu er¬
kennen waren, weil ihre diagnostisch entscheidenden Trenn-Arten und deren
Stetigkeit eben nur in der synthetischen Tabelle, aber noch nicht in einzelnen
Aufnahmen erkennbar werden. Denn einzelne Aufnahmen geben ja keinen
Aufschluß über die Stetigkeit der Arten, ein synthetisches Gesellschafts¬
merkmal, das für die Wahl der Trennarten unentbehrlich ist.
Nach der geordneten Teiltabelle läßt sich nun als nächster Schritt die
gesamte Rohtabelle mit Hilfe der Diktierstreifen neu schreiben (Tab. 4). Um
die Trennarten-Gruppen noch besser zu ordnen, wird die Reihenfolge der
Aufnahmen zuvor noch etwas verändert. (Wir wollen hier die Tabellenarbeit
in allen einzelnen Phasen darstellen. Der Geübte vermag vielleicht einzelne
der hier dargestellten Stufen zu überspringen, aber dem Anfänger muß ge¬
raten werden, Schritt für Schritt so vorzugehen.)
In der geordneten Gesamttabelle (Tab. 4) ist neben einer Ordnung
der Aufnahmen entsprechend der geordneten Teiltabelle jedoch zugleich (um
Platz zu sparen) ein weiterer Schritt durchgeführt worden, indem die Arten
nach den vermutlichen Kennarten der Gesellschaft (Assoziation und Ver¬
band = V) und höherer Einheiten (Ordnung, Klasse = O) in jeder Gruppe
jeweils nach ihrer Stetigkeit angeordnet wurden. Diese Kennarten lassen sich
allerdings nicht aus der Bearbeitung eines kleinen Gebietes, wie in unserem
Beispiel, ermitteln. Hierfür ist eine möglichst umfassende Kenntnis der
pflanzensoziologisch-systematischen Zusammenhänge notwendig, die nur aus
weitreichender eigener Erfahrung oder aus gründlichem Literaturstudium
zu erwerben und allmählich zu steigern ist. Wer ohne Kenntnis des Gesell¬
schaftssystems lokale Erscheinungen der Vegetation beschreiben möchte, sollte
deshalb nicht gleich von Assoziationen, sondern nur neutral von Gesellschaften
sprechen, die (vorläufig) nach örtlich bemerkenswerten Arten zu benennen
sind.
Um ein möglichst klares Tabellenbild zu erhalten, genügt es nicht, die
Arten gleicher Stetigkeit in der zufälligen Folge der alten Tabelle anzuordnen.
Die Tabelle wird erst dann völlig übersichtlich, wenn die Arten gleicher
Stetigkeit nach der Folge ihres ersten Auftretens (treppenartig) angeordnet
werden. Zur Ermittlung der neuen Reihenfolge der Arten geben wir einen
kleinen Ausschnitt mit Arten ähnlicher Stetigkeit aus der Rohtabelle (aus
Platzgründen ist nur der Deckungswert angegeben).
Neue
Folge: 1 — 11 Kennzahlen
10
Rubus idaeus
29
+
+
8
Mentha aquatica
21 +
. . . 1 . .
1
Cardamine pratensis
31 +
1
. . . +
2
Mnium rostratum
31 2
. 2 . .
.. + ...
6
Crataegus oxycantha
39
+
+
• + . •
3
Deschampsia caespitosa
34
5
1 . . . + .
7
Catharinaea undulata
39
2
+
. 2 . .
11
Brachythecium rivulare
29
+
+
4
Oxalis acetosella
34
• + 1 .
2.....
9
Ajuga reptans
22
. 1 . . . .
-1
5
Brachythecium rutabulum
35
+ . . . .
. . + . 2 .
158