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sind. Es beleuchtet aber zugleich auch den Wert wachsender eigener Er¬
fahrung, die zu immer brauchbareren Ergebnissen führt.
Auch Aufnahme 16 aus einem stärker aufgelichteten Bestand erscheint
mit ihrem hohen Wert für Eupatorium cannabinum und mehreren Arten, die
sonst nur in der rechten Hälfte der Tabelle vorkommen, nicht für die linke
typisch und wird deshalb gestrichen. Dieser Bestand macht zwar im Gelände
einen gegenüber den angrenzenden Flächen einheitlichen Eindruck, weicht
aber, wie erst die Tabelle zeigen kann, von dem Typus, den wir möglichst
sauber darstellen wollen, erheblich ab, was schon in der hohen Artenzahl
(22 gegenüber 9 bis 15) zum Ausdruck kommt. Dieser Bestand kann besonders
dargestellt werden, wenn darauf Wert gelegt wird. In unsere Tabelle gehört
er jedoch nicht.
Nach der Bereinigung der Tabelle lassen sich weitere, aus der Rohtabelle
noch nicht deutliche Arten-Gruppierungen erkennen: Zunächst fällt auf,
daß Fraxinus excelsior nur in der rechten Hälfte in der Baumschicht herrscht,
wenn sie auch in der anderen als Jungpflanze reichlich vertreten ist. Neben der
herrschenden Esche erweisen sich als Trennarten der von ihr beherrschten
Gesellschaft (D 2 ) noch Milium effusum, Arctium nemorosum, Geum urbanum
und ein kleiner Schwindling (Marasmius rotulä), wohingegen Valeriana dioica
sich als Trennart (D x ) der Gesellschaft auf den sehr nassen Standorten her¬
ausstellt.
Im linken Teil der Tabelle ergibt sich eine Gruppe aus Mercurialis per-
ennis, Stachys sylvatica, Arum maculatum, Dryopteris dilatata, Equisetum
arvense (d 2 ), die zwar auch im rechten Teil vorkommen, im Bereich der
Gesellschaft mit Carex pendula jedoch nur dort wachsen, wo Equisetum telma^
teja (d x ) fehlt. Auch in der rechten Hälfte scheinen sich einige Arten auszu¬
schließen (d 3 —d 4 ).
Um über die gesamte Untergliederung der Gesellschaft Klarheit zu
bekommen, werden alle Trennartengruppen noch einmal zu einer neuen
Teiltabelle zusammengestellt (Tab. 5). In diese werden auch die nach¬
träglich gemachten Aufnahmen (la, 19, 20, 22) eingetragen, um zu prüfen,
ob sie in unser Gliederungsschema hineinpassen. Auch die Artenzahl ist
angeführt, da aus ihr der floristische Homogenitätsgrad der Einheiten, ihre
„Homotonität" (vgl. Moravec 1972) erkennbar wird.
Schreiben wir jetzt die so erneut durchgeordnete Tabelle nochmals um,
so ergibt sich das „umkristallisierte" Bild der differenzierten Tabelle (6),
in der auch der „Kopf" der Tabelle vollständig ausgefüllt ist. Neben den
Angaben über Baumhöhe und Deckungsgrad der Schichten können in anderen
Fällen z. B. die Höhenlage, Exposition, Hangneigung u. a. von Bedeutung
sein und sollten dann eingetragen werden.
Syntaxonomische Einordnung der Gesellschaften
Nachdem die Tabelle geordnet ist und die verschiedenen Ausbildungen
des untersuchten Eschen-Erlen-Quellwaldes erkennen läßt, soll sie in das
pflanzensoziologische System eingeordnet werden, d. h. ihre syntaxonomische
(= gesellschaftssystematische) Zugehörigkeit muß „bestimmt" werden.
Um einen Bestand, eine Aufnahme oder eine Tabelle auf ihre syntaxo¬
nomische Stellung zu prüfen, geht man am einfachsten von den höchsten
Einheiten aus und bestimmt von dort jeweils die nächst niedrigere, also in
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