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der Reihenfolge: Klasse, Ordnung, Verband, Assoziation, Subassoziation,
Variante, Subvariante, Ausbildungsform, Fazies.
Hierzu ist die Kenntnis des pflanzensoziologischen Systems nötig, das
sich immer mehr stabilisiert, wenn auch noch im einzelnen verschiedene
Bewertungen und Auffassungen bestehen. Fast alle europäischen Pflanzen¬
soziologen arbeiten heute mit einem erfreulich gleichartigen Grundstock der
verschiedenen, insbesondere der höheren Ränge nach der Lehre von Braun-
Blanquet. Das pflanzensoziologische System ist trotz der nicht zu unter¬
bindenden Versuche Einzelner, völlig Neues zu erfinden, dessen Originalität
der Dauer seiner Benutzung umgekehrt proportional zu sein scheint, damit
jetzt in einer ständigen und raschen Vereinheitlichung begriffen.
Unsere Gesellschaft gehört sicher zur Klasse Querco-Fagetea, wie
deren Kennarten zeigen, die in der Tabelle mit den Ordnungs-Kennarten
zusammengefaßt sind. Kennarten anderer Waldklassen, von denen nur die
Alnetea glutinosae in Betracht gezogen werden könnten, sind außer Alnus
glutinosa, die aber weit über die nach ihr benannte Klasse hinausgreift, so gut
wie nicht vorhanden, wenn man von dem seltenen Auftreten von Solanum
dulcamara absehen will. (Der Alnus begleitende Pilz Alnicola escharoides s. 1.
dürfte häufiger sein, ist aber nicht immer zu finden.)
Von den Ordnungen der Querco-Fagetea scheiden die Quercetalia
pubescentis (wärmeliebende Eichenwälder) natürlich vollständig aus, so
daß unsere Gesellschaft zur Ordnung der Fagetalia gehört, deren Kennarten
in der Tat zahlreich und stet sind.
Diese Ordnung hat drei Verbände: Fagion, Carpinion, Alno-
Padion. Fagion-Arten fehlen nahezu ganz, bis auf spärliches Auftreten
der Buche und von Asperula odorata. Carpinion-Arten sind ebenfalls aus¬
gesprochen selten (Carpinus betulus, Stellaria holostea). Dagegen sind die
Alno-Padion-Arten zahlreicher, wenn auch nur durch eine stete Art
(Impatiens noli-tangere), die größere Mengen erreicht, vertreten.
Von den im Gebiet bekannten Assoziationen des Verbandes: Querco-
Ulmetum (— Fraxino-Ulmetum), Stellario-Alnetum, Alnetum
incanae, Pruno-Fraxinetum, Carici remotae-Fraxinetum kommt
unsere Gesellschaft der letzten Assoziation, dem Bach-Eschenwald, am
nächsten. Jedoch weicht sie durch die geringe Stetigkeit seiner sonst hoch¬
steten Kennarten Carex remota, Rumex sanguineus und (etwas weniger stet)
Veronica montana beträchtlich davon ab. Nun darf man aber nicht vergessen,
daß unsere Tabelle — genau genommen — aus sehr wenigen Beständen
stammt, von denen einige eine Reihe verschiedener dicht nebeneinander¬
liegender Aufnahmen lieferten. Unsere Tabelle ist also eigentlich nicht mit
solchen Tabellen vergleichbar, die nur je eine Aufnahme pro Bestand ent¬
halten und die schon darum nicht so feine Unterschiede darzustellen erlauben,
wie wir sie hier aus didaktischen Gründen gesucht haben.
Der „Hängeseggen-Eschen-Erlenwald" unserer Tabelle entspricht recht
gut dem Carici remotae-Fraxinetum c.aricetosum pendulae
Tx. 1937, einer Subassoziation, die in den nordwestdeutschen Kalkgebirgen
nicht selten ist.
Der „Bingelkraut-Erlen-Eschenwald" unserer Tabelle enthält zwar auch
Scutellaria galericulata und Brachythecium rutabulum, die bei Tüxen (1937)
als Trennarten der vorigen Subassoziation genannt werden. Sie kommen aber
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