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nur in geringer Stetigkeit vor, die auch dann nicht ausreichen würde, diese
Gesellschaft zu jener zu stellen, wenn sie sich nach den heutigen Kenntnissen
als gute Trennarten derselben erweisen sollten. Die Trennarten der Sub-
assoziation von Chrysosplenium Tx. 1937 {Chrysosplenium oppositi-
folium, Ch. alter nifolium, Poa trivialis, Acer pseudoplatanus und Raniinculus
ficaria) fehlen unseren Aufnahmen des „Bingelkraut-Erlen-Eschenwaldes"
so gut wie vollständig. Auch die Trennarten der von Lohmeyer (1953) provi¬
sorischunterschiedenen Subassoziation von Stellaria nemorum fehlen.
Die Aufnahmen des Bingelkraut-Erlen-Eschenwaldes enthalten lediglich
Eurhynchium swartzii als besondere Trennart gegenüber den genannten Sub-
assoziationen, die seit langem bekannt sind. Ein einziges, wenn auch lokal
stetes und mit stellenweise nicht geringer Menge vorkommendes Moos reicht
aber in einer Waldgesellschaft kaum aus, um eine Untereinheit vom Range
einer Subassoziation zu begründen. Wir möchten daher diese Bestände vor¬
läufig mit allem Vorbehalt zu der Typischen Subassoziation des Carici
remotae-Fraxinetum rechnen, auch wenn Carex remota hier nur eine
sehr untergeordnete Rolle spielt. Solange aber die Gesamt-Bearbeitung des
Carici remotae-Fraxinetum noch aussteht, kann nicht mehr gesagt
werden. *
Wenn damit auch in der Namengebung das letzte Wort noch nicht ge¬
sprochen werden kann, so läßt sich andererseits örtlich eine sehr feine sozio¬
logische Gliederung unserer Gesellschaft aus der Tabelle 6 ablesen. Jede der
beiden Subassoziationen zeigt durch Trennarten-Gruppen klar geschieden
eine Reihe von Varianten und Subvarianten, die sich zugleich auch synöko-
logisch deuten lassen.
In der Subass. von Carex pendula (Tab. 6a—c), die von der Erle
beherrscht wird, zeigt die Variante von Equisetum telmateja (6a) das
am stärksten bewegte hoch anstehende Grundwasser an. Wenn der Bestand
mit Petasites hybridus hierher zu stellen ist, würde er als besondere Sub-
variante eine starke Verunreinigung des Wassers mit Stickstoff-Verbindungen
anzeigen. Jedoch scheint die Aufnahme (mit 20 Arten!) nicht ganz homogen
zu sein, worauf neben der hohen Menge von Lamiurn galeobdolon auch Melica
uniflora> Sanicula europaea und mehrere nur hier vorkommende Begleiter
hinweisen.
Die übrigen Bestände der Carex pendula-Subassoziation enthalten
entweder Mercurialis, Dryopteris dilatata und Stachys sylvatica sowie Valeriana
dioica (Variante von Mercurialis perennis, 6c) oder Urtica dioica
und Eupatorium cannabinum (Variante von Urtica, 6b), deren Boden
reicher an Nitrat, während der Wuchsort der ersten etwas trockener sein
dürfte.
In der Typischen Subassoziation (Tab. 6d—f), die von der Esche
beherrscht wird, geben sich mit abnehmender Nässe drei klar zu unterschei¬
dende Varianten zu erkennen, die sich auch im Gelände sprunghaft (nicht
kontinuierlich) unterscheiden: eine Variante von Fissidens taxifolius
(6d) mit den weiteren Trennarten Arum maculatum, Cardamine pratensis und
Carex pendula zeigt die große Feuchtigkeit und die noch deutliche Bewegung
des Grundwassers sowie einen reichen Boden an. Hier herrscht stets Mer¬
curialis, seltener auch Brachypodium sylvaticum, in der Moosschicht bildet
vereinzelt Eurhynchium striatum eine Fazies.
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