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Verwendung
Laut übereinstimmendem Urteil vieler Rebbauern bewährten sich die Netze in den letz¬
ten drei Jahren im Rebbau bestens. Im Frühjahr 1966 schützte man mit ihnen erstmals
mit gutem Erfolg Kirschbäume. Doch bieten sich weitere Verwendungsmöglichkeiten in
Beerenkulturen, im Gemüsebau usw.
Reben: Die Netze decken den Rebberg oben und seitlich vollständig ein. In Abständen
von 8 bzw. 6 m (Netzbreite!) parallel gespannte, straffe Drähte durchlaufen die an den
Seitenschnüren der Netze befestigten Schlüsselringe (0 ca. 1 cm, alle 50 cm). Zur Ver¬
meidung von Lücken heften Drahtklammern die Drähte benachbarter Bahnen zusam¬
men; durchgezogene Schnüre oder Klammern verbinden die Netze untereinander. Die
Schosse dürfen nicht in die Maschen hineinwachsen.
Kirschbäume: Je nach Baumgröße werden Bahnen von 8 x 25, 12 x 25 oder 12 x 15 m be¬
reitgestellt. Eine Holzstange mit Querlatte überragt den Mitteltrieb des Baumes um
rund einen Meter. Man legt das in der Breite zusammengeraffte Netz auf die Mitte der
Querlatte. Durch eine Gasse im Geäst wird die Stange aufgestellt, am Stamm und am
Mitteltrieb festgebunden. Dann zieht man das Netz über die Enden der Querlatte hin¬
aus, evtl. mit Hilfe einer langen Stange, packt den ganzen Baum ein, zieht die Netzenden
unter der Krone zusammen und knüpft sie fest.Einzelne weitabstehende Äste werden
mit Vorteil entfernt, was die in umgekehrter Reihenfolge vorzunehmende Demontage
erleichtert.
Richtig angebrachte Fischnetze versprechen einen sicheren Schutz gegen Vogelfraß.
Allerdings erfordert das Aufhängen und Wegnehmen beträchtlichen Arbeitsaufwand.
Auch behindern sie z. T. die Erntearbeiten. Ferner besteht bei der gewählten Maschen¬
größe von 5x5 cm die Gefahr, daß kleinere Vogelarten durchschlüpfen, größere hin¬
gegen sich verfangen.
E. Zimmerli, Zofingen/Schweiz, Birkenweg
Die Ermittlung der Siedlungsdichte beim Baumfalken
(Falco subbuteo)
von Dietrich Fiuczynski, Berlin
Im Beitrag „Siedlungsdichte-Untersuchungen an Greifvögeln" (Orn. Mitt. 20: 148 —150,
1968) weist H. Mildenberger auf die Ruffreudigkeit der jungen Baumfalken hin als
beste Methode, das Vorkommen dieser Art festzustellen. Damit werden jedoch nur die
erfolgreich brütenden Paare erfaßt. Ein manchmal nicht unbeträchtlicher Teil der Popu¬
lation hat keine Jungen, z. B. waren es im schlechtesten Jahr einer Beobachtungsreihe
von 1955—1968 45 % aller untersuchten Paare Berlins. Wendlands Beobachtungen
(J. Orn. 94: 111, 1953) von 1941 —1944 an insgesamt 32 Paaren nördlich von Berlin
ergaben sogar einen Höchstwert von 62,5 % für den Anteil der erfolglosen Paare im
Jahre 1942, im Durchschnitt wurden dort 46,8 % aller Brüten zerstört.
Die Nichtberücksichtigung der Paare ohne Jungen kann Bestandsveränderungen vortäu¬
schen, während in Wirklichkeit Schwankungen des Bruterfolges vorliegen. Hierzu lassen
sich aus Beobachtungen an einer Berliner Population folgende Erfahrungen ableiten.
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