Seite
Kunsthorsten wurden diese neben Turmfalken auch von einer Waldohreule belegt. Ein
Waldkauz wählte einen hängenden Beobachtungskorb als Brutplatz und ein Marder die¬
sen, wie der Geruch zu bezeugen schien, als Schlafplatz. A. Krambrich und W. Friess
Mantelmöwe (Larus marinus) verschluckt Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
Am 21. 9. 1968 bemerkte ich auf einer Sandbank vor Howacht (Schleswig-Holstein) eine
alte Mantelmöwe, die einen kleinen Vogel mit dem Schnabel bearbeitete. Bei meiner An¬
näherung bis auf etwa 30 m sah ich mit dem Fernglas, daß es sich um eine Rauchschwalbe
(Hirundo rustica) handelte, die vermutlich dort angespült wurde. Die Möwe hatte nun
den Vogel durch hin- und herschütteln und mehrmaliges fallen lassen soweit gebracht, daß
sie ihn mit dem Kopf voran in wenigen Augenblicken verschlungen hatte. Danach wurde
Wasser getrunken. Andere Lariden nahmen von diesen Vorgängen keine Notiz.
Hans-Peter Müller, D 23 Kiel 1, Rendsburger Landstr. 47
Zwei Beobachtungen von Rotfußfalken (Falco vespertinus) bei Hildesheim
Am 30. August 1965 gegen 14.00 beobachtete ich ein ad. ♂, das nördlich von Egenstedt
neben der Straße rüttelte und dann in ca. 10 m Höhe in Richtung Barienrhode direkt über
mir abflog.
Da der Falke erst neben und dann über mir flog, konnte ich ihn in allen Einzelheiten sehr
gut beobachten. Er war ober- und unterseits dunkelblau, wogegen die Handschwingen fast
fast silbergrau erschienen. Ferner waren der kastanienrote Unterschwanz und durch die
geringe Beobachtungsnähe auch die roten Beine sowie der rote Schnabelfleck sehr gut zu
erkennen.
Da diese Art in der Literatur für Südniedersachsen nicht erwähnt wird, handelt es sich bei
dieser Beobachtung wohl um den Erstnachweis für dieses Gebiet.
Am 29. September 1968 beobachteten E. Stiehl und Verf. einen Vogel der gleichen Art in
der Feldmarkt, 1 km nordöstlich von Achtum. Wir beobachteten den Falken, der in 200 m
Entfernung rüttelte, dann auf etwa 2 m Höhe niederging und in ca. 40 m Entfernung an
uns vorbeiflog, bis er außer Sichtweite verschwand.
Die Oberseite des Vogels wirkte grau, die Unterseite dagegen war ungezeichnet, hell
sandfarben, die Kopfplatte war dunkler, etwa rotbraun, wobei diese Färbung bis auf den
Rücken hinunterging. Außerdem war der dunkle Backenstreif sehr gut zu erkennen.
Diese Beobachtungsmerkmale lassen auf ein ♀ad. schließen.
Heinz Ritter, D 32 Hildesheim, Güntherstr. 12
Zum Herbstgesang der Mistel- und Singdrossel (Turdus viscivorus und
Turdus philomelos)
Die Mitteilung von G. Nitsche in Heft 9/1968 der Orn. Mitt. regte mich an, eine Zusam¬
menstellung meiner eigenen Notizen zu diesem Thema zu bringen:
Am Waldrand bei Zang, Kreis Heidenheim vernahm ich am 2. 10. 1961 aus einem Trupp
rastender Misteldrosseln mehrere laute Gesangsstrophen eines Vogels.
Etwa 30 vollständige Strophen hörte ich am 15. 9. 1968, 11.00 h von einem Vogel am
Randecker Maar (770 m NN), Kreis Nürtingen.
Eine weitere Feststellung stammt von Unterkirchberg, Kreis Ulm, wo ich am 8. 10. 1968
gegen 6.45 h beim morgendlichen Ansitz 4 unvollständige Strophen einer Misteldrossel
notierte.
Daß auch die Singdrossel nach der Brutzeit noch Gesang hervorbringt, stellte ich
am 30. 8. 1968 fest. In einem Feldgehölz bei Nabern, Kreis Nürtingen hörte ich halblautes
Geplauder, das sich durch Wiederholen der einzelnen Tongebilde jedoch als typischer
Singdrosselgesang erwies.
Wulf Gatter, D 7312 Kirchheim/Teck, Hans-Thoma-Weg 31
252