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Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra)
Foto: Vögel der Heimat
Brut des Fichtenkreuzschnabels (Loxia curvirostra) in Südoldenburg
Fichtenkreuzschnäbel erscheinen regelmäßig von September bis März im Oldenburger
Lande, so daß ich zwei Kreuzschäbeln bei Garthe (Landkreis Cloppenburg) am 4. 9. 1968
keine größere Beachtung schenkte.
Am 22. 10. 1968 hielt ich mich wieder an diesem Wald auf, der großenteils aus Lärchen,
Kiefern und einigen Fichten besteht. Ich vernahm „abnorm rufende" Kreuzschnäbel (die
Rufe möchte ich mit „jeb-jeb-. . wiedergeben). Kaum 20 m vom ersten Beobachtungs¬
ort entfernt konnte ich längere Zeit im Abstand von etwa 5 m vier bettelnde flügge
Jungvögel beobachten, die auf einer Lärche allein vom ♂ge füttert wurden. Das ♀war
nicht anwesend und wurde während der ganzen folgenden Woche nur selten in der Ge¬
sellschaft angetroffen.
Da normalerweise beide Elternteile füttern, und das Nahrungsangebot gegen Jahresende
zunimmt, halte ich es für nicht ausgeschlossen, daß das ♀bereits wieder brütet, obwohl
mir über Schachtelbruten bei Kreuzschnäbeln nichts bekannt ist.
Aus dem Oldenburger Land liegt mir nur ein Brutnachweis vor. Huntemann will 1881
in den Dammer Bergen junge Kiefernkreuzschnäbel (Loxia pytyopsittacus) gesehen haben,
die aber sicherlich als Fichtenkreuzschnäbel (Hölscher, Müller, Petersen, Biol. Abh.
Heft 18-21, 1959) gedeutet werden müssen.
Von einer Brut im Flachlande, wo der Fichtenkreuzschnabel laut Voous (1962) nach In¬
vasionen nur ausnahmsweise brüten soll, ist mir ebensowenig bekannt wie von einer In¬
vasion in den letzten beiden Jahren.
Edgar Schonart, D 29 Oldenburg i. O., Rebenstr. 57.
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