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LITERATURSCHAU
Angewandte Ornithologie Band 3, Heft 1 und 2, Seite 1—96 (1968). Preis beider Hefte zusam¬
men für Mitglieder der Internationalen Union für Angewandte Ornithologie (Jahresbeitrag DM
4,—) im Abonnement DM 8,—. Geschäftsstelle D 62 Wiesbaden, Postfach 169.
Das 1. Heft enthält die Referate und Diskussionsbeiträge der 15. IUAO-Tagung 1967 in Aarhus
(Dänemark). Sie betreffen folgende Themen: Überblick über die Vogelwelt Dänemarks, Tätigkeit
des Vereins Jordsand zur Begründung von Seevogelfreistätten mit einem Überblick über die be¬
treuten Schutzgebiete, Reaktionen des Stars auf arteigene Alarmrufe, biologische Möglichkeiten
zur Verminderung von Starschäden, Alter und Revierverhalten der Kohlmeise, Vertilgung des
Getreidelaufkäfers durch Vögel sowie Nisthöhlen aus Schwerbeton.
Das 2. Heft bringt als Festschrift zum 70. Geburtstagdes Gründers der I.U.A.O. und jetzigen
Präsidenten des Deutschen Bundes für Vogelschutz, Sebastian Pfeifer, den Abdruck der
Referate der 16. IUAO-Tagung vom März 1968 im Institut für Biologie und Lebensschutz im
Schloßpark Hohenbuchau mit folgenden Themen: Begrüßungsworte des Kultusministers Rhein¬
land-Pfalz und von Landesforstmeister Weisgerber, Hessen, Geschichte des Schloßparks Hohen¬
buchau, Aufgaben und Ziele des Instituts für Biologie und Lebensschutz (Dr. Bruns), Ergebnisse
über die Auswertungen der Ansiedlung von Waldameisen und Vögeln in Schwetzingen (Prof.
Wellenstein) mit zahlreichen hochinteressanten und wertvollen Befunden, Versuch biologischer
Schädlingsbekämpfung mit Singvögeln, Hühnervögeln, Fledermäusen und Waldameisen Wein-
zierl), Stand und Notwendigkeiten des Greifvogelschutzes in der Bundesrepublik Deutschland
(Dr. Kuhk), Schutz des Rauhfußkauzes (Dr. König), Erfahrungen bei der strafrechtlichen Verfol¬
gung bei der Haltung von Eulen (Dr. Erz), Vogelverluste an Glasflächen und Methoden zu ihrer
Verhütung (Raible), quecksilberhaltige Saatgutbeizmittel und Vögel (Dr. Przygodda), Bestands¬
regulierung verwilderter Haustauben (Dr Becker), Salmonellen-Epidemie unter den Singvögeln an
den Futterplätzen (Dr. Schnetter u. a.), Fragen des Küstenvogelschutzes (Dr. Goethe), Stand
der Jagdzeitenverordnung Dr. Ecke), Verhalten gegenüber Fledermäusen in Vogelnistkästen?" (Dr.
Henze), sowie die Zukunft der IUAO (Goette). Schon die Titel und die bekannten Namen der
Referenten (Leiter von Vogelschutzwarten oder an anderen wissenschaftlichen Institutionen) lassen
erkennen, daß es sich hier um Beiträge handelt, die für jeden wichtig sind, der sich mit Fragen des
Vogelschutzes und der Vogelabwehr befaßt. Niemand, der sich ernsthaft mit Vogelschutz befaßt
und auf seine fachgerechte Wahrnehmung bedacht ist, wird an diesen Veröffentlichungen vorüber¬
gehen können. H. Br.
Claus König: Europäische Vögel, Band 2. Sumpf- und Wasservögel, Greifvögel, Hühnervögel,
Kraniche, Tauben, die Kuckucksvögel, Eulen. Belser-Bücher Reihe Naturwissenschaft, Kunst,
Technik, Aus der Welt der Natur. „Der erste Band der Europäischen Vögel' hat mit seinen herr¬
lichen Farbfotos nahezu aller Singvögel viele Vogelfreunde begeistert." So lesen wir auf dem
Umschlag. Wie oft wird ein Werk in der Werbung gepriesen, ohne daß es annähernd zutrifft!
Im vorliegenden Fall ist jedoch auf dem Umschlagklappentext eher zu wenig gesagt, wenn es
heißt „viele Vogelfreunde". M. E. müssen alle echten Vogelfreunde begeistert sein von den
herrlichen Farbaufnahmen. Abgesehen von diesem rein ästhetischen Genuß liegt der besondere
Wert dieses Buches darin, daß nahezu alle heimischen Vogelarten farbig abgebildet wurden und
daß diese zusammen mit einem prägnanten Text in einem handlichen Format geboten werden.
Wie in vielen anderen ornithologischen Schriften sind auch die Namen Bleßralle, Teichralle,
Tüpfelralle, Kleinralle, Zwergralle, die mehr und mehr an die Stelle der nicht richtigen Bezeich¬
nung ,,-huhn" treten, aufgenommen.
Beide Bände dieses neuen Vogelbuches verdienen die besten Empfehlungen. Auch alle diejenigen,
die schon ein anderes Vogelwerk besitzen, wie den „Peterson", werden sich dieses Buch zu¬
sätzlich zulegen. Für die feldornithologische Bestimmung schwierig anzusprechender Vogelarten
kann man gar nicht genug gut bebilderte Vogelbücher haben.
Für eine Neuauflage seien einige Empfehlungen gestattet: Die unterschiedliche Schriftauszeichnung
der Vogelarten (mal fett, sofern ein Bild unmittelbar vorausgeht oder folgt, mal mager)
stört. Die Bildautoren sollten bei ihren Fotos genannt werden. Wenn man erst umständlich im
Quellennachweis suchen muß, ist das eine Zumutung für den Benutzer. Warum werden Wiesenwei¬
he oder Große Raubmöwe ausführlicher, Kornweihe, Schmarotzerraubmöwe, Spatelraubmöwe
aber nur ganz kurz behandelt, obwohl sie häufiger sind und daher Abbildungen erwünscht wären?
Warum Schwarzer Milan anstatt Schwarzmilan wie bei „Nicthammer/Peterson"? Wir sagen auch
nicht Schwarzer Specht sondern Schwarzspecht. H. Br.
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