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einmal zurück, um in den Hydrobienkalken wieder völlig zu
verschwinden. So gewähren uns diese Arbeiten einen wert¬
vollen Einblick in die Geschichte der Landschaft, der Marn¬
heimer Bucht.
Vervollständigt wird das Bild weiterhin durch neuere Un¬
tersuchungsergebnisse vom Südrande. Hier wurde typischer
Schleichsand bei Mertesheim angetroffen. In strittigen Ab¬
lagerungen bei Ebertsheim konnten die Foraminiferen des Cy-
renenmergels nachgewiesen werden. Damit sind wir über
das Tertiärmeer einigermaßen im klaren.
Hoffen wir, daß auch das eigentliche Ziel, die Erhaltung
des Ortes Zell, in diesem beispiellosen Kampfe gegen die
gewaltigen Kräfte der geologischen Erosion erreicht wird.
Die Versuchsschächte und Bohrlöcher sind nun zu Brunnen
ausgebaut und legen die fossilarmen Mergelschichten voraus¬
sichtlich trocken. Schwierigkeiten könnten sich nur noch bei
dem obersten Wasserhorizont, unmittelbar unter dem Kalk
ergeben, da hier das Wasser in Vertiefungen zirkuliert. Es
besteht die Möglichkeit, daß man den einen oder den anderen
dieser unterirdischen Wasserläufe nicht angeschnitten hat.
Dauernde Beobachtung wird diese Gefahr beseitigen. Das
anfallende Wasser läuft in einem Stollen zusammen, der in
tragfähigem Untergrund in durchschnittlich 36 m Tiefe em¬
porgetrieben wurde. Ein Windmotor fördert es zu Tage.
Leider eignet es sich nicht als Trinkwasser, da es zuviel
Gips und Eisensulfat führt. Doch wird es in einem Plansch¬
becken gesammelt und dient so der Gesunderhaltung der
Jugend, der es beinahe die Heimat genommen hätte.
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