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(F. Neubauer, Verf.). Wir konnten uns ihm bis auf 10 m nähern, öfter flog es auf Wie¬
sen herab, um Nahrung zu suchen.
Damit sei dieser bescheidene Beitrag über bemerkenswerte Vogelarten aus dem Raum
Karl-Marx-Stadt beschlossen. Er erhebt selbstverständlich keineswegs Anspruch auf
Vollständigkeit, denn sicher hätten noch einige Arten und Daten mehr gebracht wer¬
den können. Aber es war ja keine großangelegte Arbeit vorgesehen, sondern es sollten
in Kürze lediglich interessante feldornithologische Ergebnisse einer kleinen Beobachter¬
gruppe, die sich aus Berufsgründen leider aufspaltete, dargelegt werden. Auch sehe ich
den Zweck dieser Zeilen bereits erfüllt, wenn sie zur Weiterbeobachtung im betreffen¬
den Gebiet anregen.
Wie angedeutet, beziehen sich die Angaben allein auf die letzten drei, vier Jahre und
auf ein ziemlich eng umgrenztes Areal (Beobachtungsgebiet „Karl-Marx-Stadt-Süd").
Literatur:
Creutz, G., 1965: Brütet der Tannenhäher auch im mittleren Erzgebirge? — Falke 12, 83.
Creutz, G. und D. Flößner, 1958: Die Tannenhäherinvasion im Winter 1954/55 in
Sachsen. — Beitr. Vogelk. 6, 234—251.
Dannhauer, K., 1963: Die Vogelwelt des Vogtlandes. — Plauen, Museumsreihe, Heft 26.
Hey der, R., 1952: Die Vögel des Landes Sachsen. — Leipzig.
Hey der, R, 1962: Nachträge zur sächsischen Vogelfauna. — Beitr. Vogelk. 8, 1—106.
Weise, W., 1964: Ornithofaunistische Artenliste von Burgstädt u.Umgeb. —Vervielfältigung.
Anschrift des Verfassers: Günter Rinnhof er, X 13 Eberswalde, Steinstr. 1
KLEINE MITTEILUNGEN
Zur Rettung der letzten deutschen Goldregenpfeifer
Das zähe Ringen und Eintreten des Herausgebers der Ornithologischen Mitteilungen
zur Rettung der letzten deutschen Goldregenpfeifer (vgl. zuletzt Heft 10/1965) ist sehr
verdienstvoll, die Gleichgültigkeit der Geschäftemacher am Wirtschaftswunder schmach¬
voll. Wie mancher Unternehmer mit Millionengewinnen wäre in der Lage gewesen und
ist es wohl noch, z. B. im Emsland die letzten Moore mit geeigneten Brutbiotopen zu
erwerben und der Nachwelt zu sichern. Das wäre eine nationale Tat für lebende und
kommende Generationen. Die Leiter der gesamten Großindustrie müßten persönlich
dafür interessiert werden. Nur wenige werden für die Vogelkunde Neigung haben, und
die anderen gar nicht wissen, um was es geht.
Ganz unverständlich war es mir, im Frühjahr im Duisburger Zoo Goldregenpfeifer zu
finden. Im Vogelhaus für Exoten in einer nur 10—12 qm großen Voliere hockten drei
Goldregenpfeifer, 2 schienen der Rasse apricaria, der dritte altifrons zuzugehören. In
einer kleinen anderen Voliere unter Exoten ein Flußregenpfeifer. Der junge Wärter
erklärte mir, die Vögel seien durch den „Großhandel" beschafft worden. Die Frage
wäre, woher der Handel die Vögel bezogen hat und in welchem Lande sie gefangen
wurden.
Man stellt sie also als Schaustücke einem Publikum vor, dem die Goldregenpfeifer in
der Freiheit niemals zu Gesicht kommen dürften und das über ihr Leben und ihre
Existenzbedrohung nicht das geringste weiß. Die Leitung des Duisburger Zoo könnte
ein wertvoller Mithelfer sein, wenn sie am Gitter der Voliere einen Anschlag in ent¬
sprechendem Sinne anbringen würde.
Paul Westerfrölke, Gütersloh, W.-Wolf-Str. 13
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