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Ein Alpensegler (Apus melba) in Ludwigsburg
Am 13. 9. 1965 flog ein Alpensegler in ein offenstehendes Fenster in Ludwigsburg. Da
der Vogel entkräftet war, wurde er der Staatlichen Vogelschutzwarte übergeben, wo
er einige Tage gepflegt und am 17. 9. als juv. beringt und freigelassen wurde.
Es ist anzunehmen, daß der Alpensegler aus dem bisher einzigen Brutvorkommen in
Deutschland, aus Freiburg im Breisgau stammte. Trotzdem wäre auf die mögliche Aus¬
breitung dieser Art in Süddeutschland zu achten.
Dr. C. König, Staad. Vogelschutzwarte für Baden-Württemberg, Ludwigsburg
Ohrenlerchen (Eremophila alpestris) im Kreise Lüchow—Dannenberg
Am 10. 12. 1963 beobachtete ich in der Feldmark des Dorfes Winterweyhe im süd¬
westlichen Teil des Kreises Lüchow—Dannenberg 43 Ohrenlerchen.
Die nordischen Gastvögel gingen auf einem hart gefrorenen ehemaligen Kartoffelacker,
der noch nicht umgepflügt war und zahlreiche Pflanzenreste aufwies, der Nahrungs¬
suche nach. Ich konnte mich den Ohrenlerchen bis auf etwa 25 m nähern und mit dem
Glase (12 x 50) bei allen Exemplaren die schwärzliche Zeichnung des Brustbandes und
des Wangenflecks erkennen. Die Federöhrchen waren kaum und nicht bei allen Vögeln
sichtbar. Der genaue Anteil der ♂♂un d ♀♀ließ sich trotz aller Mühe nicht ermitteln,
da die Ohrenlerchen auf kleinem Raum unermüdlich und rasch ihre Plätze wechselten.
Die ♂♂sch ienen jedoch leicht zu überwiegen.
In der etwa 20 Minuten dauernden Beobachtungszeit flog der Ohrenlerchentrupp vier¬
mal auf, wobei sich die Fluchtdistanz auf 35 m vergrößerte. Die Vögel fielen aber nach
ca. 70 m immer wieder auf demselben Felde ein. Während meiner Annäherungen ver¬
suchten die Lerchen jedoch zunächst, im Schutze der Bodenwellen des Ackers fortzulaufen.
Ihr doppelsilbiger Flugruf klang wie „splie-itt". Wilhelm Meier, 3133 Schnega
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