Die Sandsteppen Serbiens.

Von

Lujo Adamovic

Belgrad.

Mit 5 Vollbildern.

1. Einleitung.

Über die Sandsteppen Serbiens hat Pancic in seiner serbisch verfassten Abhandlung: »Arena mobilis in Serbia ejusque flora« ein reichliches floristisches Material geliefert. In dieser Schrift, welche zunächst wichtige Winke und Ratschläge zur Bewaldungsfrage der Dünen, ferner eingehendere geologische und faunistische Daten enthält, befindet sich auch ein Ver­zeichnis von etwa dreihundert Pflanzen, welche Pancic am Sandboden be­obachtete. Darunter führt er mehr als fünfzig psammophile Arten an. Leider ist aber dieses Verzeichnis eine nackte Namen-Liste ohne irgend eine Angabe des Fundortes, des Vorkommens, ja nicht einmal der Blütezeit der betreffenden Pflanzen, so dass man daraus keine Schlüsse über die Herkunft, die Verbreitung, die Entwickelung und die biologischen Verhält­nisse der angeführten Pflanzen ziehen kann.

Im nachstehenden veröffentliche ich die Resultate meiner Ende Mai und Mitte Juli voriges Jahres in die Sandsteppengegend Serbiens unter­nommenen Excursionen, wo ich Gelegenheit hatte, eingehendere Studien und Beobachtungen am Terrain zu machen.

Unter Steppe ist nicht eine einzige, einheitliche Formation, sondern vielmehr ein ökologischer Pflanzenverein im Sinne Dhude's zu verstehen, eine gewisse Vereinigung mehrerer Formationen, die jedoch einen bestimmten Zusammenhang bezüglich ihrer Ökologie, Verbreitung und Ent- wickelungsgeschichte haben und gewissermaßen ein Ganzes zusammenstellen.

Die Steppe stellt eine meistens in der Ebene und in der Hügelregion vorkommende offene Landschaft dar, welche durchwegs von hohen Stauden,

1) Vergl. Graebner: Die Heide Norddeutschlands p. 27 (in Engler u. Drude: Vegetation der Erde Bd. V).