Die Sandsteppen Serbiens.

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physiognomischer Hinsicht, namentlich aber in der Natur und Beschaffen­heit der dieselben zusammensetzenden Elemente ein bedeutender Unterschied wahrzunehmen. Obwohl beide Vereine in der Regel eine baumlose Vege­tation zum Vorschein bringen, beherbergen sie trotzdem fast gar keine ge­meinsame, charakteristische Leitpflanze. Auf der Heide dominiert meistens eine einzige Halbstrauchart, sind gar keine hohen Stauden zu sehen und fast nie ist da ein geschlossener Grasrasen entwickelt. Die Steppe dagegen ist ein buntes Gemisch von Halbsträuchern, Stauden, Zwiebelgewächsen und Gräsern, welches fast nie einen monotonen Charakter eräußert, sondern immer in der Zusammensetzung eine gewisse Unregelmäßigkeit in der Ver­teilung der Formen zu Tage bringt. Auch in geographischer Verbreitung schließen sich die Heide und die Steppe so gut wie ganz aus, denn während die erstere nur mitteleuropäische Länder bewohnt, ist die Steppe dagegen nur in pontischen und mediterranen Erdstrichen, überhaupt in Gegenden mit recht heißem und trockenem Sommer, zu Hause 1 ).

Die Steppe kommt auf allen möglichen Bodenarten (Lehm, Thon, Löß, Crnozem, Terra rossa, Salz, Sand u. s. w.) vor, und da die verschiedenen Terrains verschiedene ökologische Verhältnisse schaffen, so ändert infolge­dessen auch die Steppe im Aufbau sehr stark ab. Im nachstehenden werden speciell nur die Sandsteppen Serbiens behandelt werden.

2. Verbreitung der Sandsteppen in Serbien.

Die Sandsteppe erstreckt sich in Serbien nur der Donau entlang, nimmt aber nicht eine ununterbrochene Gesamtarea ein, sondern ist, durch da­zwischenliegende, größere Bergcomplexe, welche die Donauschlucht bilden, in zwei gänzlich isolierte Teile abgesondert. Der eine bedeutend größere, westliche Teil reicht von Rani bis Golubac, also bis zum Eingang in die Schlucht, und liegt zwischen der Donau und den Dörfern Kurjaee, Bis- kuplje, Branicevo und Golubac. Der andere, östlichere Teil füllt jenen Winkel aus, den die Donau bei Kladovo bildet, bevor sie aus der östlichen in die südliche Richtung zu fließen kommt. Eine unbedeutendere Sand­steppenpartie liegt weiter südlicher, ebenfalls an der Donau, um Prahovo und Radujevac, und ist eigentlich nur die Verlängerung des um Kladovo sich befindenden, größeren Sandcomplexes, welcher über die Donau, in Rumänien, weite Flächen einräumt und bis zur serbischen Radujcvac-Steppe, an dem gegenüberliegenden Ufer, reicht.

Die Ram-Golubacer Sandsteppe, die westliche Partie also, ist ein Teil der großen, jenseit der Donau, im Banat sich erstreckenden Sand-

1) Weitere Unterschiede und eingehendere Vergleichung der Steppe mit der Heide findet man bei P. Graeuneh : Die Heide Norddeutschlands (in Engler u. Drude >Die Vegetation der Erde« Bd. V) p. 277 ff).