Die Sandsteppen Serbiens.

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Ufer hinab. An der West- und Nordwestseite kollern die Sandmassen moränenartig bergab der Donau zu. Auf der Steppe beim Dorfe Zatonje sind heute unbedeutende Sandmassen angesammelt, da der seit PANcie'schen Zeiten bestehende Auwald ihnen vorteilhaft die Schranken setzt. Auch um Gradisle sind die Sandmassen von keiner großen Mächtigkeit. Die weiteste Ausdehnung hat der Sand zwischen den Dörfern Pozezena, Bikotinci, Branicevo, Vince und Golubac, ist aber daselbst heutzutage fast gänzlich localisiert und mit Lehm gemischt. Bei Kladovo befinden sich Sandmassen nur am Fuße des Berges Ceribasa inmitten der nunmehr zu Weingärten und Äckern umgewandelten ehemaligen Sanddünen. Zwischen Prahovo und Badujevac sind schließlich heute fast gar keine ausgedehnteren Sandsteppen vorhanden, da das meiste Sandterrain bereits zu Gulturland benutzt wird.

3. Die Entwickelungsgeschichte der serbischen Sandsteppen.

Die in Serbien vorkommenden Sandmassen verdanken ihre Entstehung verschiedenen Factoren. Die allergrößten Sandfiächen gehören allerdings dem trockengelegten Becken des Pannonischen Meeres an. Es giebt aber auch Stellen, wo der Sand zum guten Teile durch die Winde aus den rumänischen und ungarischen Sandsteppen transportiert wurde, wie z. B. bei Vince, Prahovo, Badujevac u. s. w. Schließlich ist an gewissen Partien der Sand auch als Zersetzungsproduct der Silikatgesteine, aus welchen die umliegenden Hügel und Berge zusammengesetzt werden, anzusehen. Zu dieser letzten Kategorie gehören die Sanddünen um Bam und auf der Hügel­landschaft von Gorica. Da streben die Sandmassen flussartig thalabwärts und zerstören in ihrer Wanderung selbst erhebliche Baumcomplexe, die ihnen im Wege stehen. So erwähnt Pancic (a. a. 0.) einen schönen Eichen­wald, welchen er im Jahre 1852 zwischen Zatonje und Bam beobachtete. Zehn Jahre später sind diese Eichen bis zu den Ästen im Sande gelegen und heute ist von diesem Walde gar nichts mehr übrig geblieben. Unweit von Bam befindet sich eine schmale Schlucht, welche gänzlich vom Sande erfüllt ist und keine Baumvegetation trägt. Sie führt den Namen »Tresnjevi-Potok« (Kirschen-Bach) und soll, nach Behauptung alter Ortsbewohner, noch vor 6070 Jahren von einem schönen Kirschenhain (wahrscheinlich Prunus Padus) bedeckt gewesen sein. Daraus ist zu ersehen, dass die Sandmassen allmählich an Terrain gewinnen können, auch selbst dort, wo der Boden bewachsen war.

Eines der größten Hemmungsmittel der Sandverbreitung sind heftige und anhaltende Begen. Das Wasser bindet den Sand oder macht ihn wenigstens schwerer und compacter und ist dann nicht so flugbar, wie er bei trockenem Zustande ist. Ferner bringt der Begen die im Sande liegenden Samen rasch zum Keimen und dadurch trägt er meistens bei, dass da eine Vegetation zum Vorschein kommen kann. Während regenreicher Jahrgänge,