562
L. Adamovi<5.
4. Klimatische Verhältnisse.
Um einen annähernden Begriff vom Klima der Sandsteppengegend Serbiens zu bieten, füge ich hier eine Tabelle bei, über die Monatsmittel zehnjähriger meteorologischer Beobachtungen aus Veliko-Gradiste l ). Die Belgrader meteorologische Centraianstalt verfügt über mehrere Beobachtungsstationen im Sandsteppengebiet (Bukovo, Radujevac, Kladovo, Golubac, Tekija, Branicevo), ich zog aber vor, nur die Beobachtungen aus Veliko- Gradiste anzuführen, einerseits weil von hier die ältesten Daten vorliegen, andererseits wieder weil benannter Ort gewissermaßen in der Mitte der Sandsteppengegend zu liegen kommt.
Monat
Mittlere Temperatur
Mittlere Bewölkung
Niederschläge in mm
Zahl d. Tage m. Niederschi.
Häufigkeit (H) und Geschwindigkeit (G) der "Winde
N
NE
E
SE
S
sw
w
NW
H
G
H
G
H
G
H
G
H
G
H
G
H
G
H
G
Januar
1,0
3,8
57,7
8
13.5
4,5
1,0
0,5
22,5
5,5
5,5
6,5
2,0
5,5
1,5
0,5
15,5
4,8
3,5
5,5
Februar
3,6
7,5
78,0
11
4,5
8,0
13,5
9,6
35,0
7,5
19,2
6,9
3,5
3,4
4,0
3,3
7,äi5,2
2,5
3,5
März
5,5
6,9
82,0
1 5
3,5
2,0
3,5
3,9
1 4,0
2,7
3,6
5,1
3,0
3,5
4,0
5,0
4,5
3,5
1 3,0
5,0
April
9.5
5,5
88,0
12
10,5
5,1
9,5
3,5
33,0
8,0
12,0
5,0
3,0
1,0
3,5
2.0
8,0
3,0
9,0
3,0
Mai
12,0
7,0
106,0
15
3,0
2,0
2,0
3,0
25,0
5,0
6,0
i,0
5,0
1,0
3,0
1,0
18,0
5,0
6,0
1,0
Juni
19,3
4,0
60,0
11
2,5
1,0
2,0
1,0
1 1,0
3,0
5,1
1,5
1,5
1,0
2,0
1,1
8,0
1,5
1,3
1,0
Juli
21,9
2,7
30,5
5
2,0
0,7
1,0
0,5
11,5
1,5
3,1
1,0
5,0
1,2
2,0
M
10,0
2,0
4,5
1,3
August
22,2
2,1
27,5
4
3,5
2,8
1,5
1,0
10,5
2,3
5,0
1,0
6,0
2,0
2,5
1,0
9,0
2,0
3,5
1,5
September
18,0
3,5
30,3
6
1,5
0,5
3,0
2,5
29,0
5,8
11,0
2,5
5,0
2,5
2,0
1,5
4,5
2,0
7,0
2,5
October
11,9
7,0
96,0
15
2,0
1,2
8,0
2,8
32,0
4,3
4,5
2,0
2,0
1,0
1,0
1,0
4,0
1,0
9,0
1,5
November
3^1
7.2
68,0
11
3,0
1,0
6,0
4,0
35,0
2,0
1,0
2,0
1,5
1,5
1,0
3,0
1,0
5,5
1,5
December
— 2,5
9^0
81,0
15
9,5
4,5
4,5
2,0
25,0
4,0
1,0
1,5
3,0
1,0
2,5
1,0
3,0
1,5
5,0
2,0
In der Sandsteppengegend Serbiens herrscht ein ganz besonderes, sogen. Steppenklima, dessen Frühjahr verhältnismäßig kalt und feucht, der Sommer in der Regel trocken und sehr heiß, der Herbst gewöhnlich ebenfalls trocken und ziemlich warm und der Winter schließlich schneearm, aber doch sehr kalt ist. Während aller Jahreszeiten wehen oft sehr starke Winde, welche die Trockenheit beträchtlich erhöhen und den Sand als Staubwolken meilenweit transportieren.
Ein derartiges Klima bedingt eine Anpassung an die kurze Vegetationsperiode, ferner an die Sommerdürre, an die Winde und an den strengen Winter.
Das Erwachen der Vegetation kann erst Anfang März stattfinden, wenn die mittlere Tageswärme schon über 0° zu steigen vermag. Für gewisse, fast das ganze Jahr hindurch vegetierende Pflanzen, wie Taraxacum, Bellis, Senecio vulgaris u. v. a. genügen nur acht schnee- und frostfreie Tage,
1) Diese Daten entnehme ich den Bulletins de l'Obs ervatoire Central de Belgrade, welche früher serbisch und seit 1 902 französisch erscheinen.

