Die Sandstcppen Serbiens.

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damit sie ihre Blüten entwickeln können 1 ) 10. Die AVurzelstöcke der­jenigen Stauden, die nicht schon im Herbst neue Blattrosetten gemacht haben, treiben neue Blätter schon während der ersten Hälfte März. Das­selbe gilt auch für die meisten ephemeren und annuellen Pflanzen. Im April bedecken sich mit Blüten die Prunus und Potentilla- Arten, fast sämtliche Gräser, zahlreiche Zwiebelpflanzen und Stauden, und gegen Ende Mai steht die Sandsteppe auf dem Höhepunkt ihrer Entwickelung. In der zweiten Hälfte Juni kann die Hitze bereits unerträglich werden, aber wenn dies durch manchen Regenfall gelindert wird, so stellt sich die Trocken­periode Anfang Juli unausbleiblich ein. Die Dürre dauert volle zwei und manchmal sogar drei Monate ununterbrochen. Hierauf folgt ein warmer, windiger und feuchter Herbst, während dessen viele Stauden ihre Ent­wickelung fortsetzen. Recht viele Compositen blühen weiter, ja sogar blühen zum zweiten Male manche Leguminosen, Cruciferen und überhaupt viele ephemere und monocarpe Pflanzen. Die Sandherbstzeitlose [Colchicum arenarium) tritt überall mit ihren dunkelrosafarbigen Blüten aus dem Sande heraus. Zweijährige Pflanzen und viele Stauden treiben Blattrosetten, die in nächstem Frühjahr blühen werden. Überhaupt zeigt die ganze Steppe einen Belebungsversuch, der aber bald von den Frösten zerstört wird.

Nach derartigen klimatischen Verhältnissen ist die Vegetationsperiode der meisten Pflanzen günstigenfalls auf bloße vier Monate beschränkt. Während einer so kurzen, günstigen Zeitdauer müssen die Pflanzen sämt­liche Entwickelungsstadien durchmachen, wenn sie sich für das fernere Fortbestehen sichern und für den Goncurrenzkampf ausrüsten wollen. Zu einer so kurzen Vegetationsperiode aecommodieren sich am leichtesten die annuellen und zweijährigen Gewächse, welche bis Ende Juni ihren voll­ständigen Lebenslauf vollenden können. Daher die auffallend große Anzahl derartiger Pflanzen im Sandsteppengebiet, welche mehr als S2,9°/ 0 der ge­samten Sandflora beträgt. Ferner kommen hier auch derartige Pflanzen massenhaft vor, deren Blütezeit in die Frühlingsmonate fällt (Gramineen, monoeotyle Stauden) oder solche, die erst im Spätsommer blühen {Centaurea, Artemisia, Carduus, Cirsium, Heiichrysum etc.). Überhaupt besitzt die ganze Vegetation einen ausgesprochen xerophilen Charakter, was eben nicht nur durch derartige klimatische Verhältnisse, sondern auch durch die eigentümlichen Bodeneigenschaften bedingt wird.

5. Biologische Verhältnisse.

Es giebt keinen einzigen anderen Vegetationsverein, dessen vitale Ver­hältnisse so mannigfache, zweckentsprechende Anpassungen verlangen würde, als dies bei den Sandsteppen der Fall ist.

1) Dies beobachtete ich im vergangenen Winter zu wiederholten Malen. Auf der Sandsteppe des botan. Gartens zu Belgrad blühten die drei erwähnten Pflanzen am

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