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A. Engler, Monographieen afrikanischer Pflanzen. V.
Centrala f rik anisches Seengebiet: Uganda (Scott Elliot, Ruwenzori Expedition n. 7359, hat kürzere Blätter und bildet einen Übergang zu Var. ß brachyphyUa).
Anmerkung I. Diese Art unterscheidet sich von der vorigen durch entschieden achselständige Inflorescenzen. Wenn auch bei der vorhergehenden die rein endständigen die Norm sind, so treten doch nicht selten axilläre Bereicherungssprosse auf; diese sind aber stets beblättert, so dass auch an ihnen die Inflorescenzen endständig bleiben. Weitere Unterschiede liegen in den stets grösseren Bracteen, welche oft die Früchte weit überragen und sie verbergen; bei M. cwchorifolict L. dagegen liegen die Kapseln stets frei zu Tage. Die Blüten der M. melissifolia Benth. sind immer mindestens das doppelte grösser, wogegen die Kapseln und somit die Samen entschieden kleiner sind; dabei zerfallen die Kapselklappen an dieser Art sehr leicht in zwei Teile, während die beiden Hälften bei M. corchorifolia L. fest zusammenhängen. Auch in der Sculptur der Samen liegt eine deutliche Differenz. Sie sind bei jener nämlich mit regelmässigen, feinen, vertieften Punkten versehen, eine silberige Epidermis haftet fest an den Samen. Die Samen von M. corchorifolia zeigen eine marmorierte Oberfläche mit unregelmässigen Strichelchen und Punkten; die Oberhaut lässt sich leicht in feinen Schülfern ablösen.
Die Pflanze ist sehr variabel. Hiern ist endlich zu der Überzeugung gekommen, dass die echte M. melissifolia Btb. überhaupt nicht in Afrika wächst, und hat diese M. crinita II. Br. ms. genannt; dann hat er eine zweite Art aus dem Materiale, welches Welwitsgh in Angola aufnahm, und die sicher in die Verwandtschaft gehört, beschrieben (M. Welivitschii Ei.). Ich habe den Typ, welcher durch eine etwas reichliche Bekleidung mit Köpfchenhaaren ausgezeichnet ist, unter dem afrikanischen Material auch nicht gesehen. Da indes an manchen Formen der amerikanischen Art die Köpfchenhaare fast ganz fehlen und da sonst überhaupt keine durchgreifenden Unterschiede gefunden werden, so habe ich an der Überzeugung festgehalten, dass die afrikanischen und amerikanischen Pflanzen speeifisch gleich sind. Allerdings ist es nach den jetzt vorliegenden Pflanzen notwendig gewesen, eine Bcihe von Varietäten aufzustellen.
Bezüglich der reichen Formenentwicklung zumal in der Bekleidung und der Form der Blätter geht unsere Art einer amerikanischen, der M. hirsuta Cav., parallel. Von ihr ist sie aber, wenn immerhin verwandtschaftliche Beziehungen nicht von der Hand zu weisen sind, schon durch den Charakter verschieden, dass die schwanzförmigen Bispen der M. hirsuta, welche durch die allmähliche Verkleinerung der Haupttragblätter gebildet werden, nicht an M. melissifolia zur Ausbildung kommen.
Anmerkung II. Die in den Tropen der alten und neuen Welt sonst weit verbreitete Melochia pyramidata Linn, wurde bisher auf dem Kontinente von Afrika nicht beobachtet, obgleich sie von Port Louis auf Mauritius bekannt und auf der Insel Bodriguez und auf den Seychellen häufig ist. Die Melochia indica (Houtt.) A. Gray, ein Strauch- oder baumartiges Gewächs, wurde durch Sieber von der Insel Mauritius vertheilt. Die Pflanze ist eine von Ostindien und Malesien bis weit nach Polynesien verbreitete Zierpflanze. Da sie sonst gern die Verbreitung der Heritiera littwalis Dryand. und Kleiniiofia hospita L. teilt, so ist aber die Möglichkeit nicht von der .Hand zu weisen, dass sie dort eingeboren wächst.
Abbildung auf Taf. III. Fig. F, a, b. — a Fruchtender und blühender Zweig, b Staubblätter und Stempel.
5. Waltheria Linn.
Waltheria Linn. Gen. ed. I. 203; Cav. Dissert. XIII. 412. t. 570; H. B. Klh. Nov. gen. et spec. V. 322; St. Hil. Fl. Brasil, merid. 1. 118; P. DC. Prodr. I. 492; Endl. Gen. 999 n. 5336; Hook. Nig. Fl. 110, 233; Guillem. Perrott, Bich. Fl. Seneg. I. 8ff.; Benth. et Hook. Gen. I. 224; Mast, in Oliv. Fl. trop. Afr. I. 234; Harv. et Sond. Fl. cap. I. 180; Baill. Hist. pl. IV. 129; K. Schura. in Fl. Brasil. XII. 3, 50, in Engl.-Prantl, Nat. Pflzfam. III, 6, 84. — Lophanthus Forst. Char. gen. 27. t. 14. — Aslropus Spreng. Neue Entd. III. 64.
Übersicht der Arten.
A. Bekleidung der jungen Zweige schwach und kurz filzig mit spärlichen Drüsenhaaren, Nebenblätter sichelförmig, Blätter unterseits grau matt, oberseits dunkelolivgrün.........I.W. lanceolata R. Br.
B. Bekleidung der jüngeren Zweige wollig filzig, weich, niemals Drüsenhaare, Nebenblätter lanzettlich, Blätter unterseits kurzfilzig, oberseits meist gelblich................ 2. W. americana Linn.
1. Waltheria lanceolata B. Br.! apud Mast, in Oliv. FI. trop. Afr. I. 235; fruticosa ramis teretibus novellis tomentellis parcissime glandulosis tardius glabratis; foliis breviter petiolatis, petiolo tomentello, oblongo- lanceolatis vel lanceolatis acutis basi cuneatis vel subrotundatis supra pilis stellatis inspersis et scabridis subtus tomentellis; stipulis anguste falcatis caducis; pannicula axillari vulgo geminata, altera minore, peduneulata folia superante aphylla, inflorescentiis specialibus sessilibus globosis; lloribus sessilibus bracteis lanceolatis acumi- natis; calyce turbinato ad medium in Iobos acuminatos diviso tomentello; petalis mullo brevioribus, anguste spathulatis glabris; staminibus calycem aequantibus; stilo parvo; Capsula calycem medium aequante, ceterum generis, pilosula.
Die überreich blühenden, 40—45 cm langen Zweige sind am Grunde kaum 2 mm dick, sie sind an der Spitze mit aschgrauem Filz bedeckt, dessen Sternhaare auch auf der schwarzen Binde am Grunde noch erhalten sind. Der Blattstiel ist
