100

A. Engler, Monographieen afrikanischer Pflanzen. V.

Kamerun: Bipinde, im Urwald an schattigen Stellen bei Lokundje (Zenker n. 1579, blühend im De­zember 1897. Hb. BerU).

Abbildung auf Taf. XI. Fig. D, a g. a Blütenknospe, b Blüte, c Staubblätter und Stempel im Längsschnitt, d die­selben von oben gesehen, e und f Same.

12. Sterculia Lim.

Sterculia Linn. Nov. gen. pl. respond. Dassow 13 (1747); in Amoen. acad. I. 173; Cav. Dissert. V. 284. t. 141; P. DC. Prodr. I. 481; St. Hil. PI. us. t. 46, FI. Brasil, merid. I. 215; Perrott. Guill. et Rieh. Fl. Seneg. I. 79; Hook. Nig. fl. 232; Endl. Gen. 993 n. 5320; Benth. et Hook. Gen. pl. I. 217; Mast, in Oliv. Fl. trop. Afr. I. 215, in Fl. Brit. Ind. I. 354; Karst. Fl. Columb. II. 135. t. 118; Barll. Hist, pl. IV. 121; K. Schirm, in Fl. Brasil. XIII. (3). 5, in Engl.-Prtl. Nat, Pflzf. III, 0. 96. Triphaca Lour. Fl. cochinch. 577.- Mra Aubl. PI. guian. II. 694. t, 279. Chichaea Prsl. Reliq. Haenk. II. 140. Matteatia Vell. Fl. flumin. IX. t. 951 text. ed. Netto 382.

Die Zusammensetzung der Gattung hat gegen die Bearbeitung von Masters in der Flora of tropical Africa einige Veränderungen erfahren. Schon in der Pflanzenwelt Ost-Afrikas habe ich (C. S. 271) nachgewiesen, dass Cola quinqueloba Grcke., wie die Bildung des Androeceums in der mannlichen Blüte lehrt, zu Sterculia herüber­genommen werden muss. Auf der anderen Seite habe ich gefunden, dass Sterculia cordifolia Cav. von Masters mit Unrecht bei Sterculia beschrieben worden ist. R. Brown hatte vollkommen Recht, als er diese Art zu Cola zählte; an den vortrefflichen Materialien, welche wir durch den Eifer Baumann's von Misahöhe erhalten haben, konnte ich mit Sicherheit constatieren, dass das Andröceum jenes nicht häufige Verhältnis aufweist, demzufolge die beiden Theken jeder Anthere gerade übereinander gestellt sind. Auch Guillemin und Perrottet haben diese Stellung erträglich abgebildet ). Die beiden Gattungen Cola und Sterculia, welche oft für sehr, vielleicht zu nahe verwandt angesehen werden, sind nach unseren gegenwärtigen Kenntnissen sehr scharf von einander verschieden: nicht blos die ohne Ordnung kopfig zusammengedrängten Antheren zeichnen die Gattung Sterculia aus, während Cola regelmässig ringförmig gereihte Antheren besitzt; sondern vor allem weichen die Samen beider Gattungen durchaus von einander ab: die von Sterculia besitzen nämlich ein reichliches Nährgewebe, in dem die blattartigen Keimblätter eingebettet sind, während Cola nährgewebs- lose Samen mit dicken fleischigen Keimblättern aufweist.

Übersicht der Arten,

Reihe I. Integrifoliae K. Schum. Blätter ganz oder gelappt.

A. Blätter ganz, oblong, spitz, sehr kurz gespitzt oder stumpf, fiedernervig, selten am Grunde auch deutlich dreinervig.

a. Blätter beiderseits kahl, Zipfel des Kelches an der Spitze nicht zusammenhängend.

a. Kelch sehr tief, fast bis zum Grunde gespalten, fast radförmig ausgebreitet, dann

die Zipfel zurückgekrümmt, innen zottig behaart, am Grunde ausgesackt..... 1 - St. oblonga Mast.

ß. Kelch nur bis zur Mitte gespalten, glockenförmig, nicht am Grunde ausgesackt.

I. Blätter getrocknet fast weiss, Kelchzipfel ohne grossen Anhang an der Spitze. . 2. St.sulmolacea JT. Schum. II. Blätter getrocknet dunkel kastanienbraun, Kelchzipfel mit einem langen, nasen-

förmigen Anhang an der Spitze..................... 3. St.rhiiiopetala K. Schum.

b. Blätter beiderseits braunfilzig, Zipfel des Kelches an der Spitze zusammenhängend . . 4. St. tragacantha Lindl.

c. Blätter blaugrün, besonders oberseits, nur unterseits schwach bestreut mit Sternhaaren 5. St. amhaceiisis Riem.

B. Blätter gelappt, selten bei einer Art auch ganz, dann aber am Grunde tief herzförmig, am oberen Ende in eine längere Spitze vorgezogen.

a. Blüten sehr klein, noch nicht 5 mm lang, in äusserst reichblütigen, endständigen Rispen

zusammengestellt............................. 6. St. quinqueloba (Grcke.)

b. Blüten stets über 1 cm lang. [ÜT. Schum. a. Blüten in hängenden Trauben, Blätter kahl, bisweilen schwach gelappt, am Grunde

kurz zugespitzt............................. 7. St. aupendiculata

ß. Blüten in Rispen. [K. Schum.

I. Blätter beiderseits gleichfarbig.

1. Blätter entweder ganz, herzförmig oder gelappt, kahl oder filzig und rauh. . 8. St. Triphaca R. Br.

2. Blätter stets gelappt und weichfilzig, Blütenstände stets vor den Blättern . . 9. St. tomentosa Guill. et

II. Blätter unterseits grau- bis weissfilzig, Blütenstände stets mit den Blättern. . . 10. St.cinereai?/c/?. [Perrott. Reihe II. Digitatae K. Schum. Blätter bandförmig zusammengesetzt..........11. St. murex Oliv.

*) Guillemin et Perrottet, Fl. Seneg. I. 79. t. 15.