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A. Engler, Monographieen afrikanischer Pflanzen. Y.
Anmerkung. Meine Beobachtungen weichen von denen, welche Oliver 1. c. veröffentlichte, in manchen Beziehungen ab: Ich finde an dem Exemplar von Barter, dass das Androgynophor den Kelch hoch überragt, während Ouver sagt: »columna staminea tubo paulo breviore«, auch die Abbildung der Inflorescenz ist diesen Angaben entsprechend. Sollten Oliver nicht ausschliesslich Knospen vorgelegen haben? Diese zeigen den Sachverhalt in der angegebenen Weise. Auch sah ich nicht, dass das Stempelrudiment das Andröceum hoch überragte. Leider habe ich die weibliche Blüte nicht untersuchen können. Die Abbildung des Gynaeceums stimmt mit der Beschreibung nicht überein, da die Staminodien' nicht dargestellt sind.
Abbildung auf Taf. X. Fig. B, a — d. — a Blühender Zweig, b Androeceum, c Fruchtknoten, d Frucht.
14. Cola Schott et Endl.
Cola Schott et Endl. Meletem. bot. (1832). 33; R. Br. in Benn. PI. javan. rar. (1844). 236; Benth. et Hook. Gen. pl. I. 218; Mast, in Oliv. Fl. trop. Afr. 1 (1868). 220; Baill. Hist. pl. IV. 122; K. Schum. in Engl.-Prtl. Pflzf. III, 6 (1890). 99, in Engl. Jahrb. XV. 136, in Notizb. bot. Gart. u. Mus. II. 306, III. 10, Berichte Deutsch, pharmaz. Gesellsch. X. 67. — Sterculiae spec. Pal. de Beauv. Fl. d'Oware et, de Benin I. 41. t. 24. — Edwardia Rafin. Specil. I. 158 nach P. DC. Prodr. II. 92; O. Ktze. Revis. I (1891). 78; Hiern, Welw. pl. 1. 84. — Lunanea P. DC. Prodr. II (1825). 92. — Siphoniopsis Karst. Fl. Columb. 139. t. 69.
Über die Gliederung der Gattung Cola in Untergattungen.
Was die Wahl des Gattungsnamens Cola anbetrifft, so möchte ich dieselbe zunächst begründen. Der strengsten Priorität nach muss Lunanea Anspruch auf Berücksichtigung machen. Ich habe den Namen aber fallen lassen, da er den Berliner Regeln zufolge verjährt ist, denn er ist, obschon er als genus incertae sedis an einzelnen Stellen registriert wurde, doch niemals »von allgemeinem Gebrauch« gewesen. Dieselbe Bemerkung ist gegenüber Rafijjesque's Edwardia zu machen, wozu noch kommt, dass ich nicht weiss, ob eine ausreichende Diagnose gegeben worden ist. Die Quelle ist hier nicht erreichbar; ich konnte sie also nicht einsehen; die blosse Anführung einer Species genügt für mich aber nicht, um das Anrecht zur Aufstellung einer prioritätsberechtigten Gattung zu gewähren. Überdies ist der Name Cola allgemein eingebürgert und die Umtaufung von mehr als 30 Arten würde eine Menge von Unzuträglichkeiten nach sich ziehen, zumal da eine wichtige Culturpflanze unter dieselben gehört.
Bis jetzt ist der Versuch, die Gattung weiter zu gliedern, nicht gemacht worden; die Notwendigkeit lag auch nicht gebieterisch vor, wegen der geringen Artenzahl. Nun aber, da dieselbe auf über 30 angewachsen ist, macht sich das Bedürfnis einer tieferen Gliederung schon bemerkbar. Die Abgrenzung gegen Sterculia, welche Gattung als nahe verwandt allein in Betracht kommt, ist scharf und klar. Die regelmässig gereihten Staubbeutel und das stete Fehlen eines Nährgewebes bei Cola gegenüber den kopfig unregelmässig zusammengedrängten Beuteln und den mit Nährgewebe versehenen Samen von Sterculia lassen niemals einen Zweifel aufkommen, welche Gattung man vor sich hat.
Man kann sehr leicht die Gattung in zwei Gruppen bringen, je nachdem nämlich lange, lineale Antheren zu einem einfachen Ringe gereiht sind, oder die ellipsoidischen Theken in zwei Uber einander stehende, ringförmige Gruppen vereint sind. In dem letzten Falle erkennt die Systematik die Anwesenheit von an- theris maxime divaricatis, besser ist es, wenn-man von antheris superpositis spricht. Ich habe die erste Gruppe in vier Untergattungen geteilt, indem ich an die Spitze jene Pflanze stellte, die unter dem Namen Cola Afzelii (R. Br.) Mast, bekannter ist, als unter dem der Priorität nach vorzuziehenden C. carieifolia (G. Don sub Sterculia) K. Schum. Diese Art ist vor den meisten anderen der Gattung Cola ausgezeichnet durch eine Duplicität der Carpiden im Verhältnis zur Zahl der Kelchzipfel: es finden sich 8 oder 10 Fruchtblätter bei einem vier- bis fünflappigen Kelche. Ich erkenne in diesem Umstände ein früheres Entwickelungs- stadium und nenne deswegen die Untergattung Protocola.
C. carieifolia (G. Don) K. Schum. ist ein Teil der von Robert Brown gegründeten Gattung Courtenia. Da er aber noch zwei andere Arten Courtenia triloba R. Br. und Courtenia heterophylla (P. de Beauv.) R. Br. in dieselbe eingestellt hat, die mit jener die wichtigsten Merkmale nicht gemein haben, so hat meine Untergattung einen ganz anderen Inhalt und ich glaube von der Verwendung des Namens Abstand nehmen zu dürfen.
