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A. Engler, Monographieen afrikanischer Pflanzen. V.

Cola cordifolia nicht vorkommt; wohl aber findet sich eine weiche, etwas dicke Tesla, welche sehr wohl fleischig und zuckersüss sein könnte. In dieser Hinsicht steht die Art nicht vereinzelt; auch meine Cola pachycarpa hat die gleiche äussere Samenschale, nur dass sie bei weitem dicker ist als an den Samen von Cola cordifolia.

Abbildung auf Taf. XVI. Fig. A, ad. a Blatttragender Zweig, b Androeceum, c Gynaeceum, d Fruchtblatt, angeschnitten.

Untergattung VI. Anoinocola K. Schum.

Nur eine Art.

32. Cola anomala K. Schum. n. sp.; arbor alta ramis modice validis teretibus verticiilatis, novellis angulatis et sulcatis subtomentosis mox glabratis; foliis tri-verticillatis petiolatis, petiolo tereti, oblongis vel oblongo-lanceolatis breviuscule et obtuse acuminatis basi rotundatis subtrinerviis statu juvenili tomentosis mox

perfecte glabratis vel hinc inde tantum pilulo stellato inspersis; stipulis......; panniculis axillaribus pauci-

floris petiolatis, tomentosis paucitloris bräcteis perfecte connatis et calyptratim dejectis; calyce campanulato vel subrotato extus tomentoso ultra medium in lobos ovatos acutos diviso intus costato praeeipue parte superiore subtomentoso; androeceo subcylindrico antheris biseriatis breviter slipitato, androgynophoro basi subtomentoso; ovulis 91 0 pro loculo.

Der Baum hat das Aussehen unserer Obstbäume mit sehr dichter Krone. Die 1525 cm langen, blühenden Zweige haben am Grunde einen Durchmesser von 35 mm, sie sind mit bleigrauer bis fast schwarzer Binde bedeckt. Der Blattstiel ist 14 cm lang und stielrund; die Spreite ist 612 cm lang und in der Mitte 25,5 cm breit, sie wird neben dem Grund­nerven von 68 stärkeren, oberseits wenig, unterseits kräftiger vorspringenden Nerven rechts und links vom Medianus durch­laufen; getrocknet ist sie dunkel rotbraun. Die Rispe wird von einem rostgelb filzigen, etwa 1 cm langen Stiel getragen. Die umhüllenden Bracteen stellen eine 6 mm lange Kappe dar; andere Begleitblätter fehlen. Die gelben Blüten sind nur 34 mm lang gestielt. Der Kelch hat eine Länge von 68 mm; das Androeceum misst 1 mm, es wird von einem 0,5 mm langen Stiel getragen.

Kamerun: Bangwe-Station, auf der Grenze zwischen Wald und Grasland, 900 m U. M. (Conrau n. 192, blühend im Juni 1899, denso der Eingeborenen).

Anmerkung. Die Früchte werden nach Conrau gegessen.

Abbildung auf Taf. XVI. Fig. B, a d. a Blühender Zweig, b Androeceum, c Gynaeceum, d Fruchtblatt im Längsschnitt.

15. Pterygota Endl.

Pterygota Schott et Endl. Melet. 32; R. Br. in Benn. PI. jav. rar. 234; K. Schum. in Engl.-Prantl, Nat. Pflzfam. III, 6, 97; Warb, in Engl. Jahrb. XIII. 376. K. Schum., Sterculiae Beccarianae in Engl. Jahrb. XXIV (1898). Beibl. 58, p. 20. Sterculiae Sect. Roxb. Hort. beng. 50, PI. corom. III. 84. t. 287; Benth. et Hook. Gen. pl. I. 219; Mast, in Hook. fil. Fl. Brit. Ind. I. 360; Baill. Hist. pl. IV. 121.

Ich habe bereits im Jahre 1890 auf das Vorkommen der Gattung Pterygota in Afrika hingewiesen; Masters' Bearbeitung der Sterculiaceae in Ouver's Flora of tropical Africa thut derselben keine Erwähnung. In dem königlichen botanischen Museum zu Berlin wurden 2 verschiedene Objecte aufbewahrt, welche jene Behauptung verbürgten: das erste war eine Frucht mit den dazu gehörigen Blattern, welche von Böhm und Reichard aus dem Kavendo-Gebiet, Centralafrikanisches Seengebiet, mitgebracht und von Ferdinand Hoffmann als Sterailia (Pterygota) alata Roxb. bestimmt worden war. Der zweite Körper war eine ausserordentlich grosse Kapsel, welche aus Kamerun dem Museum durch die Güte des Herrn Geheimrat Wittmack zugegangen war und unter dem Namen P. macrocarpa K. Schum. n. sp. unten beschrieben werden wird. Eine dritte Pflanze erhielt ich von dem Museum in Brüssel; sie wurde zweifellos am Kongo aufgenommen, es ist zwar eine Nummer, aber kein Sammler genannt. Das letztere Exemplar ist bis auf die Blüten, von denen ich nur ein Kelchblatt zufallig angeklebt fand, ganz vollständig. Es besteht aus einem kurzen Zweigstück, an dem einige gut kenntliche, nicht grosse jPten/<?o/a-Blätter sitzen; in den Achseln derselben befinden sich abgeblühte Inflorescenzen: eine derselben trägt eine junge Balgfrucht. Daneben sind zwei sehr grosse, abgebrochene Blätter vorhanden, welche 35 und 40 cm lang sind. In einer aufgeklebten Kapsel befinden sich die charak­teristischen Samen von Pterygota, welche ganz und gar nicht zu verkennen sind. Wenn mit Bleistift auf die Kapsel geschrieben ist: les fruits de cette pochette n'appartiennent pas ä ce nr., so hat der Schreiber die Verhältnisse nicht gekannt. Die eingeschlossenen Objecte sind eben keine Früchte, sondern Samen und ge­hören zweifellos, wie aus der jungen Balgfrucht hervorgeht, zu der Pflanze. Ich habe dieses Object wegen