Phänologische Beobachtungen in Thüringen

aus dem Jahre 1882. II.

Diejenigen Herren, welche schon im Jahre 1881 auf phäno- logischem GeMete thätig waren, haben ihre Beobachtungen in dankenswerter Weise auch im Jahre 1882 weitergeführt. Von den Herren Vocke in Nordhausen, Panzerbieter und B.erg- mann in Erfurt, Örtel in Halle, Sterzing in Grossfurra, Wiefel in Leutenberg, von mehreren Mitgliedern der Irmischia in Sondershausen, ausserdem von den Herren Schüssler in Dillenburg (Nassau) und Kobus in Wageningen (Holland) sind mir mehr oder minder ausführliche Mitteilungen zugegangen, die ich im Folgenden zusammenstelle.

Zunächst gebe ich wie im vorigen Jahre die Resultate der meteorologischen Beobachtungen, die ich Hrn. Direktor Koch in Erfurt, Hrn. Dr. Riedel in Jena, Hrn. Stadtrichter Bertram in Grossbreitenbach. Hrn. Dr. Stern in Nordhausen, Hrn. Rentier Propping in Eisenach, Frl. Klara Kleemann in Halle (durch Vermittelung des Hrn. Dr. Kleemann in Altona) verdanke; ich füge denselben soweit das möglich die Abweichungen vom langjährigen Mittel bei.

(Siehe die Tabellen auf S. 27.)

Da die meteorologischen Stationen über das ganze Gebiet ziemlich gleichmässig verteilt sind, so geben die in vorstehenden Tabellen enthaltenen Beobachtuugsresultate ein vollständiges Bild der vorjährigen Witterungserscheinungen in Thüringen. Im ganzen zeigt sich eine bewundernswerte Übereinstimmung, die namentlich bei den ziemlich weit von einander liegenden Stationen Eisenach und Leutenberg hervortritt; in Folge seiner beträchtlichen Höhe hat Grossbreitenbach natürlich eine wesentlich geringere Tempe­ratur als die übrigen Beobacbtungsorte. Bei allen weicht die mittlere Temperatur des Jahres von dem langjährigen Mittel wenig ab. nur Erfurt hat ein Plus von % Grad. Desto gröfsere (Fortsetzung auf S. 10.)

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