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Vorwort.
Unter den afrikanischen Holzgewächsen nehmen nächst den Leguminosen die Com-
bretaceen die wichtigste Stellung ein, namentlich spielen sie bei der Zusammensetzung der
in dem grössten Teil Afrikas so verbreiteten Formationen der Steppengehölze die hervor¬
ragendste Holle. Daher habe ich bald, als ich mich mit der Flora Afrikas intensiver be¬
schäftigte, den Combretaceen eine grössere Beachtung schenken müssen, ganz besonders
aber, als ich in dem Werke „die Pflanzenwelt Ostafrikas" auch diese Familie bearbeitete.
Es war nicht allein die ungemein grosse Zahl neuer Arten von Combretwm und Terminaha,
welche mich interessierte, sondern insbesondere auch die starke Lokalisierung so vieler Arten,
die vielfach hervortretende Verschiedenheit ost- und westafrikanischer Typen und bei der
Gattung Combretum die grosse Mannigfaltigkeit der Blütengestaltung, nicht zum wenigsten
aber das vollständige Fehlen einer naturgemässen Einteilung der afrikanischen Combreten.
Schon bei der Bearbeitung der ostafrikanischen Combreten für die Pflanzenwelt Ostafrikas
war ich zu der Erkenntnis gekommen, dass das Receptaculum, seine äussere Gestaltung,
sowie die innen auftretenden Discusbildungcn in erster Linie beachtet werden müssen,
wenn man zu einer einigermaassen befriedigenden Gruppierung der zahlreichen Arten
gelangen will; ich habe weiterhin an der in der „Pflanzenwelt Ostafrikas" gegebenen
Einteilung als Grundlage festhalten können. Es war mir aber bei der sich fortdauernd
mehrenden Artenzahl und bei meinen anderweitigen Studien, die ich wegen der Com¬
bretaceen nicht liegen lassen mochte, nicht mehr möglich, die Beschreibungen der
afrikanischen Combretaceen allein auszuarbeiten; es war mir daher eine grosse Erleichterung,
als sich vor 17a Jahren mein bewährter Assistent, Herr Dr. Diels, bereit erklärte, die
Bearbeitung der afrikanischen Combretaceen mit mir gemeinsam zu Ende zu führen.
Herr Dr. Diels hat mir namentlich die ermüdende Arbeit der Beschreibung der Arten
abgenommen; er hat aber auch das seit 1897 eingehende neue Material geprüft und im
System untergebracht, auch bei der Abgrenzung der Gruppen von Combretum und Ter-
minalia mitgewirkt, so dass also die nunmehr vorliegenden Einteilungen dieser beiden
Gattungen durchaus als das Resultat wiederholter gemeinsamer Durcharbeitungen anzu¬
seilen sind; dies gilt besonders bezüglich der afrikanischen Formen; die nicht afrikanischen
Combreten habe ich zuerst durchgearbeitet und gruppiert, die nicht afrikanischen Ter¬
minalien Herr Dr. Diels.