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A. Engler et L. Diels, Combretaceae africanae [. —
(lombretum.
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Über die Verbreitung der einzelnen Gruppen, sowohl der afrikanischen,
wie der nicht afrikanischen.
§ l. Hypocrateropsis Engl, et Biels
Von der Gruppe Hypocrateropsis kennen wir jetzt 8 Arten, welche im tropischen Afrika etwa von
5° n. Br. bis 22° s. Br. im Westen und bis 26° s. Br. im Osten verbreitet sind. Als eine entschieden
hygrophy tische Art ist das in Uferwäldern Angolas und des angrenzenden Kongo-Gebietes vorkommende
C. laxißomm anzusehen, wie schon die grossen und mit sehr intercellularreichem Schwammgewebe versehenen
Blätter (vergl. Taf. I- Fig. D, a, c) beweisen. Schon geringere Ansprüche an Feuchtigkeit stellen C. towaense
vom oberen Kongo-Gebiet, C. celaslroides von Benguella und C. padöides im Vorland von Usambara und in
Gebirgswäldern des Sambesi-Gebietes, C. Trothae in Usagara; sie wachsen in dichteren Gehölzen, in denen
die Bodenfeuchtigkeit sich länger erhält. C. patelliforme, das an der Delagoa-Bay und in Huilla vorkommt,
zeigt an dem erstgenannten Fundort etwas kräftigere Blattspreitenentwicklung als in dem trockeneren Huilla.
Die am weitesten nach Südosten vorgeschobene Art, C. tenuipes von Barberton in Transvaal weist nur durch
Ausbildung kleinerer Blattflächen auf ein weniger feuchtes Klima hin. Dagegen zeigen die Zweige der Bäume
C. imberbe und C. primigenum ein entschieden xerophytisches Gepräge, lange Dornen, hervorgegangen aus
verkümmerten Zweigen, und ziemlich schmale, unterseits dicht schuppige Blätter. Dabei wird C. imberbe ein
mittelhoher, C. primigenum ein 20 m hoher Baum. Diese kräftige Entwicklung letzterer im hochgelegenen
Damaraland (800—1500 m) vorkommenden Art ist nur dadurch möglich, dass der Baum sich an die Ränder
der periodischen Flüsse hält, von deren unterirdischem Wasser die Wurzeln getränkt werden. Für die
geographische Verbreitung interessant ist, dass Arten sowohl im westlichen Benguella, wie in der Nähe der
Ostküste vorkommen, so C. patelliforme, das sich auch noch an der Delagoa-Bay, und C. imberbe, das sich auch
noch im Sambesi-Gebiet und Usaraino findet.
§ 2. Tomeiltosae Engl, et Biels
Die einzige Art dieser Gruppe, C. iomenlosum , ist ein in Buschgehölzen auftretender Kletterstrauch, der
in Sierra Leone häufig zu sein scheint und auch im benachbarten Senegambien vorkommt. Es ist höchst
unwahrscheinlich, dass die im Sambesi-Gebiet vorkommende Pflanze, welche Lawson als C. Iomenlosum bestimmt
hat, wirklich zu dieser Art gehört.
§ 3. Parviflorae Engl, et Biels
Hierher gehört nur das in Bahia und Mato Grosso vorkommende C. purviflorum Bichl.
§ 4. (jlaildulosae Engl, et Biels
Hierher gehört nur C. Kunstleri King von Malakka.
§ 5. Paucinerves Engl, et Biels
Die 5 Arten dieser Gruppe sind auf das tropische Westafrika von Senegambien bis zum unteren Kongo
beschränkt. Über die Art des Vorkommens liegen nur dürftige Angaben vor, doch lässt die Grösse der
Blätter von C. paucinervium und deren anatomische Structur (vergl. Taf. IV. Fig. A, c) darauf schliessen, dass
diese Art in feuchten Wäldern vorkommt, während die übrigen 4 Arten mehr den Buschgehölzen angehören.
Die verbreitetste Art ist C. micranthum, die Stammpflanze des Kinkeliba, in Senegambien, Sierra Leone und
auch in Nupe am Niger, ist also vielleicht im ganzen Oberguinea verbreitet; ziemlich nahe stehen dieser Art
die ebenfalls in Senegambien heimischen C. altum und C. ßoribundum. C. marginalum ist auf den unteren
Kongo beschränkt.
§ 6. Paradoxae Engl, et Biels
Hierher gehört nur das in Wäldern Angolas vorkommende hygrophile und kletternde C. paradoxnm.