letzterer, selbst wenn es ein sehr trockener ist, doch fast immer mehr Feuchtigkeit hält, als lür das Trockenobst gut ist. Ist der Aufbewahrungsort ein mehr trockner, so wird, um das leichtere Austrocknen zu verhüten, dasselbe in den Kisten oder Fässern etwas fest- gedrückt. Es genügt, wenn man das Fass oder Kiste reichlich füllt, so dass es eine Haufe (Hauffen) giebt und man mit dem Deckel diese soweit niederdrückt, dass der Inhalt mit dem Gefass eben erscheint und man es nochschliessen kann. Die gewöhnlichen Holzkisten, so wie sie zum Versand benutzt werden, genügen zu einer guten Authewahrung noch nicht, viel besser sind solche aus ganz starken Brettern oder Bohlen. Auch sollen die vier Seitenteile einer solchen Kiste nicht zusammen genagelt, sondern auf noch bessere Weise in einander gefügt werden. Jeder Tischler oder Holz- arbeitei wird wissen, wie er dies anzustellen hat. Der Deckel muss gut schliessen; so dass man sowohl Feuchtigkeit als auch grosse Trockenheit durch Schliessen des Deckels ganz nach Belieben von dem Dörrobste abhalten kann. Eine solid angelegte Kiste und ebenso gutschliessender und verscliliessbarer Deckel dazu schützt aber ferner auch noch gegen Mäuse und allerlei Näscher.
Steinobst, wie Pflaumen, Kirschen, Mirabellen und Schlehen, hält sich gewöhnlich viel besser und auch länger wohlschmeckend als
Aepfel und Birnen, indem bei ihm die Früchte die Schale ehalten, welche das Innere gut einschliessen und schützen. Aepfel und Birnen aber kommen meist nicht nur allein geschält, sondern auch in Stücke zerschnitten zum Dörren ; ihr Fleisch ist dadurch dem zerstörenden äusseren Einflüssen desshalb viel leichter preisgegeben und wenn eine Zerstörung des Fleisches auch fast immer nur langsam vor sich geht, so kann hingegen der Geschmack des Fleisches, wenn äussere Einwirkung stattfinden kann, nur allzuleicht sich verringern. Birnen, wenn sie nicht geschält und geteilt, sondern mit der Schale gedörrt werden, halten sich beinahe eben so lange als Steinobstfrüchte. Solche in ganzem Zustande gedörrten Birnen oder Huzeln halten sich am besten, wenn ihnen auch die Stiele gelassen werden.
In Säcken aufbewahrt, hält sich Dörrobst weniger gut; dagegen kann man kleinere Quantitäten fast ohne Nachteil auch in kleinen, leinenen Säckchen, welche an einem kühlen und trockenen Orte aufzuhängen sind, ziemlich lange aufbewahren. Irdene Getasse, wenn man selbige gut schliessen kann, sind mehr nur für Steinobst, weniger hingegen für Aepfel- und Birnenschnitzel zu gebrauchen. Die letzteren halten sich in ihnen etwas zu feucht und nehmen einen dumpfigen Geschmack an.
Land- und Forstwirtshaft.
Eine gute Markt- oder Wirtschafts- Kartoffel.
Gar mancher Landwirt sucht und sucht nach einer KartofFelsorte, welche nicht nur allein recht ertragreich, sondern auch gut mehlig und wohlschmeckend ist, hat aber trotz allen Suchens eine solche nicht finden können. Die eine Sorte war wohl ergiebig, ja lieferte die allerhöchsten Erträge, aber es fehlten ihr hingegen wieder alle diejenigen Eigenschaften, welche an eine gute Haushaltungskartoffel gestellt werden. Die Knollen waren zu gross, zu unförmlich, waren wohl stärkereich aber zu grobfleischig, hatten nicht den richtigen Wohlgeschmack und auf dem Markte selbst, war sie nicht gut verkäuflich. Eine andere Sorte hingegen, hatte alle die guten Eigenschaften einer vorzüglichen Tischkartoffel, war von hübscher Form, mehlreich und wohlschmeckend, aber sie war nicht sehr ergiebig. Für^ den eigenen Haushalt war sie wohl recht, aut dem Markte fand sie leicht Absatz, man erlangte für sie wohl auch die höchsten Preise, aber sie befriedigte dennoch nicht und zwar deshalb nicht, weil sie im Ertrage den ergiebigeren, wenn auch roheren Sorten, sehr nachstand.
Ich will dieserhalb auf eine Kartoffelsorte hin weisen, welche neben Güte und Wohlgeschmack der Knollen gleichzeitig auch sehr hohe Ernteerträge aufweist und erfahrungs- gemäss dieserhalb auch eine geschätzte Marktsorte ist.
Etwas nördlich oder nordöstlich von Erfurt gelegen giebt es nemlich Ortschaften, deren Bewohner sich nicht, wie anderwärts, mit dem Getreidebau, sondern hauptsächlich mit dem Kartoffelbau beschäftigen. Aufkäufer aus allerlei Richtungen, ja selbst aus Holland kommen alljährlich im Herbst nach jenen Ortschaften und machen daselbst ihre Einkäufe von Kartoffeln. Die holländischen Käufer kaufen dann fast ausschliesslich nur die Knollen einer einzelnen Sorte, welche wegen der blauen Blüthe dieser Kartoffelsorte, meist „Blaublüher“ und ferner auch nech „Holländer 1 ' genannt wird. Diese Sorte ist äusserst wohlschmeckend und erzielt stets die höchsten Preise. Bleiben aber in einem Jahre die Aufkäufer aus Holland einmal weg, so erlangen dann die Kartoffelbauern von den inländischen Aufkäufern nicht immer die gewohnten Preise für die Blaublüher und diese Sorte, weil sie nicht hochergiebig im Ertrage ist, befriedigt dann nicht immer. Die Kartoffelbauern jener Ortschaften bauen dieser-

