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halb neben der von den Holländern begehrten Sorte auch noch eine andere, wenn auch nicht ganz so feine, doch immerhin noch sehr gute Speisekartoffel, welche von den Aufkäufern sehr gern genommen und „Kannewurfer“ genannt wird.
Diese Sorte vereinigt alle guten Eigenschaften, welche sowohl vom Käufer als auch den Kartoffelbauer an eine gute Marktkartoffel gestellt werden. Sie ist mehlreich, wohlschmeckend und doch auch sehr ergiebig. Ihre Knollen sind rund, weissschalig, gelbfleischig und etwas über mittelgross, die grösseren erreichen die Grösse einer Faust und die kleineren diejenige einer kleinen Siedekartoffel; ganz kleine finden sich nur selten unter der Ernte.
Ob nun diese „Kannewurfer“ Kartoffel anderwärts unter einem anderen Namen geht, dies weiss ich nicht, glaube aber solches. Ich habe dieses nicht untersucht und dann ist es auch schwer, unter den vielen hundert Kar- teffelsorten, welche wir besitzen, die sich ähnlich sehenden für ein und dieselbe Sorte bezeichnen zu wollen. Ich lasse es dieserhalb bei obigen Namen. Der Name ist ja auch Nebensache und die Hauptsache die, dass die Sorte wirklich gut ist. Dass nun jene Landwirte, welche den Kartoffelbau als Hauptsache betreiben, gerade die Kannewurfer als Hauptsorte bauen, solches spricht deutlich genug für ihren Wert. Jene Landwirte haben wenigstens für ihre Verhältnisse diese Sorte als die brauchbarste und vortheilhafteste erkannt. Ob sie nun gerade überall, in allen Gegenden, allen Lagen und allen Bodenverhältnissen befriedigen wird, wird nicht zu erwarten sein, doch sicher aber wird sie unter vielen Verhältnissen gerade so befriedigen als hier bei Erfurt. Um Versuche zu ermöglichen, so bin ich erbötig, kleinere Probesendungen ä Plund zu 20 Pfennigen, Verpackung mit eingerechnet, so lange solches möglich ist, zu besorgen. Grössere Aufträge auf diese Sorte sind, weil die Ernte dieses Jahr keine gute war und die betreffenden Landwirte alles bis auf ihr eigenes Aussaatquantum verkauft haben, fiir dieses Jahr nicht ausführbar. Wer sich aber tür diese Sorte interessiert und sich im kommenden Jahre oder schon im Herbst ein grösseres Quantum an- schaffen möchte, dem werde ich später gern nähere Adressen von Landwirten mitteilen, von welchen er ein solches direkt und zum Marktpreis beziehen kann.
Gegen das Faulen der Kartoffeln.
Gebrannter Kalk, welcher bekanntlich begierig die Feuchtigkeit anzieht, soll sich ganz vorzüglich gegen das Faulen der Kartoffeln bewährt haben. Beim Bringen der Kartoffeln in die Keller, thut man den Kalk mitten unter den Haufen. Derselbe wird durch eine Schicht von Reisig, Stroh oder Häcksel, oder in einem Korbe von den Kartoffeln getrennt gehalten. Ein Versuch, so besonders in Jahren,
wo die Kartoffeln sehr feucht eingeemtet werden müssen, ist dem Landwirt sehr anzuraten.
Die Lupine als Verbesserin des Waldbodens.
Wird sandiger Waldboden mit Lupinen besäet, so beschatten diese denselben, lassen keine Unkräuter und andere Pflanzen aufkom- men. Sie halten den Boden rein und da ihre Wurzeln auch gleichzeitig den Boden lockern und für die künftige junge Gehölzsaat zubereiten, so kommt diese nach Lupinen sehr leicht auf.
Buche und Kiefer im Gemenge.
Es wird empfohlen, genannte zwei Gehölzarten auf Sandboden im Gemenge anzubauen. Die Buche sucht in ihrer Jugend ihre Nahrung nicht so tief in der Erde als die Kiefer. Die letztere wächst schneller und schützt die Buche; diese aber wirft ihr Laub ab, deckt und düngt den Boden, was wiederum der Kiefer mit zugute kommt.
Die Sonnenblume als landwirtschaftliche Pflanze.
Sehr oft und schon viele Jahre lang, begegnet man in landwirtschaftlichen und ähnlichen Zeitschriften kleineren oder grösseren Abhandlungen, welche vom Nutzen des Anbaues der Sonnenblumen handeln und deren Anbau als höchst rentabel schildern. Trotzdem sieht man dieses Gewächs aber in den meisten Gegenden gar nicht oder nur ganz selten angebaut. Der Anbau der Sommerblume hat sich eben vielfach als zu unsicher im Ertrage und als nicht lohnend genug gezeigt. Die Sonnenblume passt nicht für alle Lagen und Bodenarten und kann dieserhalb auch nicht zum allgemeinen Anbau empfohlen werden ; am besten sind dieserhalb die Versuche erst nur im kleinen vorzunehmen.
Wo die Sonnenblume gut reift, volle schwere Samenkörner bringt, das Land gut ist und doch nicht zu hoch im Preise steht, da ist ihr Anbau anzuraten, anderenfalls aber meist nicht.
Kiesen-Marmont-KartofFel.
Wurde schon vor 20 bis 30 Jahren aus Amerika eingeführt und ist für schwerere Bodenarten eine ausserordentlich ergiebige Sorte. Sie ist rund oder länglichrund, weiss- oder gelbschalig und sehr stärkereich; sonst aber eine grobfleischige Sorte. Ihre Knollen werden sehr gross oft über 1 Kilo schwer. In neuländigem Boden, z. B. auf umgebrochenen Wiesenboden liefert sie geradezu kolossale Erträge Sie reift spät und macht viel Kraut und darf nicht zu früh geerntet werden, weil zu früh geerntete Knollen weniger stärkereich sind.
Verantwortlicher Redakteur Friedr. Huck. Druck und Verlag von J. Frohberger in Erfurt.
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