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ordnete das Ministerium an, dass der dortige Gärtnerverein ein Gutachten abgeben solle, ein gleiches wurde i Reuss j. L. durch das Landralhsamt
dortigen Gartenbauverein eingebolt. Beide Antworten sind bereits abgesandt und lässt bei beiden der Wortlaut darüber nichts an Deutlichkeit vermissen, wie die dortigen Gärtner in der Handwerksfrage denken.
Die Weimarische Umfrage bat aber auch unserer Veibandsleitung Veranlassung gegeben, in diesem, abgesehen von unseren Bemühungen in Preussen, einzigen Falle, direkt einzugreifen. Es ist eine ausführliche Eingabe an das Staalsministerium in Weimar abgesandt worden, von der wir die bestimmte Erwartung haben, dass sie ihren aufklärenden Zweck nicht verfehlen wird. Wir sind in dieser Eingabe nicht nur aut die Art und das Wesen des »Allgemeinen Deutschen Gärtnertages« wie das der A. D. G, V., sondern auch auf die Ansichten der selbstständigen Gäriner und die Beschlüsse unserer Hauptversammlung erschöpfend eingegaogen. Wie sich nun die Angelegenheit in den übrigen thüringischen Staaten erledigen wird, entzieht sieb bis beute noch unserer Kenntniss, wir haben jedoch Sorge getragen, dass das sämmtliehe Material in dieser Angelegenheit den mit der eventl. Erstattung eines Gutachtens beauftragten Stellen zur Verfügung steht.
Soviel über diese Angelegenheit für beute.
Litterarisclie Erscheinungen.
Werden mit Vortheil auch jetzt schon künstliche Dünger für die Frübjahrssaaten angewandt? Die praktische Erfahrung, dass bei der Anweudnng sowohl von Thomasschlacke wie auch von Kainit im Winter auf die Herbsisaatfln fast überall ganz vor. züglicbeErfolge erzielt werden, hat in manchen landwirtschaftlichen Kreisen die Frage angeregt, ob es unter solchen Verl ältnissen nicht auch ricblig wäre, schon jetzt die bei der Frühjahissaat za benutzenden künstlichen Dünger auf den Acker zu bringen.
um so höhere Bedeutung, als bekanntlich im Herbste manche Arbeiten, der sehr ungünstigen Witlerung wegen, unterbleiben mussten, wenigstens nicht vollständig ausgefübrt werden konnten und infolgedessen die Frühjahrsarbeiten sich in ausserordentlichem Masse drängen werden, wobei jede Erleichterung der Arbeiten im
DüDger, namentlich Thomasschlacke und Kainit, auszustreuen, ist unbedingt zu bejahen; das Verfahren hat sogar verschiedene sehr wesentliche Vorzüge. Der erste Vorzug besieht, wie schon angeführt, in der Verminderung der Arbeiten im Frühjahr überhaupt. Dazu kommt aber, dass durch die frühe Anwendung der genannten Dünger, eine bessere Lösung und Verbreitung derselben im Boden eintritt, sodass im Frühjahr, sofort nach dem Keimen, und Anwachsen der jungen Pflanzen, ihre volle Wirksamkeit ge sichert ist. Beim Kainit spricht ausserdem noch für das baldige Aufbringen der Umstand, dass dann eine Schädigung der Saat nicht eintritt, was beim Ausstreuen erst kurze Zeit vor der Saat nicht ausgeschlossen ist- — Dass nicht alle künstlichen Dünger wie z. B. Superphosphat oder auch Chilisalpeter, schon jetzt in der m gegebenen Weise zu verwenden sind, liegt in der Natnr der Sache- Die anznwendenden Quanten der genannten Dünger sind selbstverständlich Dach Boden, und namentlich auch nach der anznbauenden Frucht sehr verschieden. Sollten z, B. Rüben gebaut werdeu, so empfiehlt sich namentlich auf etwas leichterem Boden eine sehr starke Düngung sowohl mit Thomasschlacke, wie auch .mit Kainit; man gebe von beiden je 4-6 Ztr. pro Morgen. — Bei der Düngung von Kartoffel« ist an Stelle von Kainit 40 prozentigea Kalidüngesalz vorzuziehen, das hiervon an- zuwendende Qnar.tum beträgt 1-1*/. Ztr; von Thomaiu.el.Unfc.
nehme man 3 Ztr. Für Getreide genügen von Thomasmehl wie- Kainit von jedem 2—3 Ztr. Nur da, wo Klee oder Kleegras in Getreide eingesaet werden sollen, empfiehlt es sieb, eine rech^ starke Düngung zu geben, indem hier sowohl die Wirkung auf das Sommergetreide selbst als auch auf den nachfolgenden Klee in Betracht gezogen werden muss; man nehme von beiden Düngern mindestens 3, besser sogar 4 bis 5 Ztr. Die angegebenen Düngerquauten dürften unter allen Verhältnissen ausreichen,, volle Erträge zu liefern.
Vereins-Nachrichten.
Vereinigung selbst. Gärtner am FusBe der Schwäb. Alb. Unter diesem Namen hat sich Ende Dezember in Reutlingen ein Verein gebildet, welcher z. Zt. schon eine Mitgliederzahl von ca. 60 hat. Den Vorstand bilden: 1, Vors. Gottl. Schlegel- Reutlingen, 2. Vors. Guido Rei ch 1 e-Tübiugen; Kassierer Gottl. Dietterlei n-Reutliugen; Schriftführer Rob. St ad e 1- Rottenburg, sowie 5 weiteie beratende Mitglieder.
Lage des Wochenmarktes.
Gemüse: Weisski aut, 15—30 Pfg., Roihkiaut 20—40 Pfg. d.Kopf, Blumenkohl 25--50 Pfg. d. Kopf, Rosenkohl 25 Pfg: d, Pfund, Blaukohl (Winterkohl) 6—8 Pfg. d. Staude, römisch Kohl 12 Pfg. d. Pid., Wirsing 10—15 Pfg. der Kopf, Artiscliokeo 45—50 Pfg., Spinat 25 Pfg., Erdarlischocken 25 Pfg. d. Pfd., Sellerie 10—20 Pfg. d. K., tt'atiz. 35 Pfg. das Stück, Kohlrabi 5—8 Pfg. d. Stck. Feldsalat 10—15 Ffg. d. Theilcben, Kopfsalat neuer frz. 12—14 Pfg. d. K., Endivien 8—10 Pfg., Romainsalat 40—50 Pfg. der K. 20 Pfg. d. Pld., Eskarol 8—1U Pfg., neuer Praller 8-10 Pfennig der Kopf, Radieschen 8 Pfg. das Bdchn., Rhabarber 15 Pfg., d. Bdchn., gelbe Rüben 3 Pfennig d. Bdchn., gelbe Rübchen, (Caiotten) 10 Pfg. d. Bdcb., weisse Rüben 5 Pfg. d. St., rothe Rüben 20 Pfg. das Theilcben, Rettige 10—10 Pfg. das Stück, Meerrettig 10—12 Pfg. das Stück, Bamberger 20 Pfg. das Stück, 4.50 Mk. das Viertelhundert, grüne Saucekräuter 15 Pfg. d. Theil. Zwiebeln Mk. 4.00—4.50 der Zentner, Gesch. 16—20 Pfg- Perl- zwiebeln 40 Pfg. d. Pfd., Einmacbzwiebeln 18—20 Pfg. Knoblauch Mk. 3.00 das Hundert, 90 Pfg. der Strauch, 3 Pfg. das Stück, Kartoffeln frtthrosa, 7.00 Mk. spätrosa 4.50-Mk. frühgelbe 4.50 Mk. Schneeflocken 5.00 Mk. Maguum bonum 5.50 Mk-, sächsische 6.00—6.20 Mk., pro' Malter, Mäuskartoffeln Mk, 6,00—7,00 Mk. d. Gescheit 30 Pfg-, Portulak 5 Pfg, d. Bd., Gartenkresse 8—10 Pfg. das Thl., Pimpernell 5—10 Pfg., Heivan, Thymian (Bratenkraut)* 5 Pfg. der Busch, Kerbel 5 Pfg., Petersilie 5 Pfg. d. Stück oder das Thlch* Gewürzei 5 Pfg., Prinzessbobneu 50 Pfg-, Bananen 15 Pfg. d. St., Lauch 3—5 Pfg. das Stück, Schwarzwurzeln 20 Pfg. das Pfd., Teltower Rübchen 25 Pfeunig. das Pfund, Tomaten (Paradiesäpfel) 25 Pfg. das Pfund, frz. 45 Pfg. d. Pid. Paprika 30 Pfg. d. Pfd.
Obst u. Früchte: Aepfel gemischte 10—15 Mk. d. Ctr., Weih- nacbtsäpfel 15 Pfg. d. Pfd., ßorsdorfer 25 Pfg., Winteräpfel 12 bis 15 Pfg. d. Pfd., Tiroler Aepfel 23 Pfg., d. Pfd., Kochäpfel 12—15 Pfg. d. Pfd., graue Reinelten 15 Mk., Goldreinetten 25 Mk., Goldparmänen 14 Mk. d. Ctr-, amerik. Aepfel, 1 Fass — 65 Kilogramm 23.00 Mk, Quitten 25 Pfg., Birnen 10—35 Pfg-, Maga- rethenbirneD 20 Pfg., Mollebusch 15—20 Pfg., das Pfd., Kocb- birneu 10—12 Pfg,, Ananas 1.80-2.C0 Mk. d. Stück, 1.00 Mk. das Pfund, Orangen 10 Pfg., Blutorangen 10—12 Pfg., Java- orangen 12—15 Pfg. das Stück, (ntronen 9—15 Pfg. das Stück, blaue Weintrauben 30—40 Plg. d. Pfd., 16.00—18.00 Mk. der Ctr ital. 25.00 Mk. der Ctr., Italien Melonen 30—50 Pfg. das Stück, neue welsche Nüsse 35—40 Pfg. — 100 Stück, Haselnüsse 30 bis- 35 Pfg. das Pfund, Kokosnüsse 20 Pfennig das Stück, Hagebutten 25 Pfg. d. Pfd., entkernt 50 Pfg. d. Pfd., neue Feigen 35 Pfg. d. Pfd., Kastanien, Cronberger 18 Pfennig, italienische Pfennig das Pfund, Mispeln 25 Pfennig das Pfd.
Für die Redaktion verantwortlich: C. Güntter. — Druck nnd Verlag von Fr. Honsack & Co. beide in Frankfurt
