Hfilfte des 19. Jahrhunderts die meisten Garlenthüren aus Holz machte, obgleich man sehr wohl schmiede­eiserne kannte.

Wir wollen diesen Punkt unserer Abhandlungen Dicht weiter ausdehnen, sondern uns darauf beschränken, in der Ansicht, dass man ein eisernes Thor dahin setzt, wo es mit der Einfriedigung harmoniert, desgleichen ein hölzernes, letzteres aber überall da anwenden sollte, wo man eine traute und anmutige Stimmung erzielen will. Als Beispiel hierfür sei noch das schönste Bild aus Schultze-Naumburg.i Werk:Gartenerwähnt. Hierzu schreibt der Verfasser:Es ist für mich das schönste Bild, das ich in dieser Sammlung habe. Es ist auch ein ganz besonderes Thor: Es ist die Thür, die zu Goethes Gartenbaus im Park zu Weimar führt. Ich mag ihm kein Gegenbeispiel gegenüberstellen seine Schönheit mag für sich sprechen. Des Ver­fassers Ansicht, dass diese Thür eine kritische Zerglie­derung vertragen könne, ist vollständig richtig. Schultze- Naumburg schreibt jedoch weiter:Mao zeige mir in der ganzen Welt eine zweite Tbür, die mehr dem SiDne entspricht, als freundlicher Zugang zu einem heiteren Garten zu dienen, und die dabei mehr dem Material dem durch Farbe geschützten Holze entspricht. Ob es in der ganzen Well keine zweite solcher Thüren giebt, lässt sich nicht beurtheilen; dass jedoch die er­wähnte Thür hier auf dem Gebiete der Gartenarchitek­tur eine grosse Rolle spielt, können wir der Entwicklungs­geschichte des natürlichen Gartensliles entnehmen, auf welche die grossherzoglichen Parkanlagen bei Weimar grossen Einfluss batten, insonderheit der weimarische Park selbst. Wir kommen weiter. Schultze-Naumburg schreibt:Die Mittel, die wir ausser der eigentlichsten schon besprochenen Architektur zur Gestaltuug des Gar- teotarraiDs zur Verfügung haben, sind im wesentlichen; Wege, Rasenflächen, Pflanzen, Sträucher, Bäume, Was­serbecken und die kleinen architektonischen Zuthaten wie Treppen, Biückeo Bänke etc. Die fundamentalste Arbeit nächst der Schaffung der Terraiofläcbe selbst ist beim Garten das ziehen der Wege.

IV. Wege.

Schultze-Naumburg sagt ganz recht, dass Wege Menschenwerk, aber kein Naturprodukt sind.Wege sind die von Menschen zunächst für den Menschenfuss gebahnten Verbindungen zweier Punkte. Für den Men- scbenfuss gebahnt, darauf liegt der Schwerpunkt. Denn gebahnte Verbindungen zweier Punkte für andere sich bewegende Objekte kennt die aussermenscbliche Natur sehr wohl. Eioe Nebenform des Weges ist die aus­schliesslich für den menschlichen Fuss berechnete Form der Treppe, die Aneinanderreihung horizontaler Ebenen mit ansteigender Niveauhöhe. Im übrigen stellen die Formen der Wege horizontale oder schiefe Ebenen dar.

Vom Standpunkte des Landscbaftsgärtnsrs und Gar- tenkünsllers aus ist der Begriff Schultze -Naumburgs über Wege ganz richtig. Nur wäre die Schwärmerei des Verfassers für Anlage möglichst geradliniger Wege hauptsächlich in grösseren Parkanlagen, mit Ausnahme da, wo es sich um die Herstellung einer Allee handelt von gärtnerischem Gesichtskreise aus, gänzlich zu ver­werfen. Es müsste geradezu drollig ausseheo, wenn man in einem Park von nicht geringem Umfange lauter geradlinige Wege anlegen wollte. Eine derartige Anlage würde ja das Muster einer mathematischen Aufgabe sein, in welcher alle geometrischen Lehrsätze vortreffliche Verwendung finden würden.

Der Verfasser wirft nun in seinem Werk die Frage auf:Ja, wie sollen wir denn nun unsere Wege anlegen? 1 Er beantwortet die Frage selbst ganz recht:Immer

dem Sinne nach. Man besehe sich zunächst sein Ter­rain, und dann mache man sich klar, was man auf diesem Terrain haben möchte hier eine Laube, dort eiD Gar­tenbaus, dort einen Spielplatz. Und dann überlege man sich: Wie gelangt man am einfachsten von der Haus- tbür zum Gartenhaus; wo ist eine Treppe notbwendig, wo erleichtert eine Futtermauer die GeslaltuDg des Ter­rains, und wo sind nun Verbindungen der einzelnen Or­gane des Gartens notbweodig. Diese Verbindungen sind die Wege. Und so werden sie auch am schönsten

Nun, das wollen wir noch einmal dahingestellt sein lassen; mancher Gartenkünstler und Landscbaftsgärtner wird mir hier beipflicbten, wenn ich sage, dass in einer Gariea- oder Parkanlage aut Umwegen aufgefübrte Wege in scenischer Hinsicht mitunter den doppelten Effekt er­zielen können als direkte, irgend einem Objekt zuge­führte Wege.

(Schluss folgt.)

Ailg. D. G.-Ztg.

Du Mdiini StahlwinMir

und seine Verwendung in Landwirtbschaft und Gewerbe.

Wer sucht in der jetzigen vorwärts strebenden Zeit nicht seine Betriebskraft zu verbilligen und welcher Landwirlh oder Industrielle muss infolge der teuren Men- scbenkräfte nicht darauf bedacbt sein, dieselben durch billige Maschinenkraft zu ersetzen, um im Wettbewerb seine Produkte einigerraassen verwerten zu können. Zu dieser Verbilliguog des Betriebes und Herstellung der Produkte bedient man sieb verschiedener Arten von Ma­schinen. Für grosse Betriebe wird die Dampfmaschine ibre dominierende Stellung behalten, bei kleineren Be­trieben, sowie bei der Landwirtschaft werden die für solche Zwecke dienenden Hilfskräfte als -Petroleum- Benzin-, Spiritus- und Heissluftmotore diesen Zweck niemals voll erfüllen; was der eine an kompliziertem Mechanismus leidet, welcher fachmännische Behandlung erfordert, besitzt der andere wieder in seiner Explosions­gefahr oder im Gerüche, während Heissluftmotore wegen ihrer geringen Leistung und dem öfteren Versagen über­haupt nicht wesentlich in Betracht kommen.

Wasserkraft steht nicht jedem zur Verfügung, aber eine Kraft istüberall kostenlos zu linden und das ist der Wind.

Er bietet täglich Hunderttausende von Pferdekräften, welche jedoch grösstentheils unbenutzt vorüberrauscheu, bis jetzt mangelte es an einer thatsächlich brauchbaren Maschine um diese Kraft in rationeller Weisse auszu- Güszeo, denn die von verschiedenen Seilen, ja sogar älteren Firmen dieser Branche noch veralteten Konstruk­tionen aus Holz hergestellten Windmotore genügen den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr und bedurfte es einer durchgreifenden Neuerung auf diesem Gebiete. Diese Neuerungen brachten die von der Firma G. R Her­zog, Dresden, eingeführten Stahlwindmotore, welche auf Grund 26jäbriger gesammelter praktischer und technischer Erfahrung im Windmotorenbau allen an sie gestellten Anforderungen entsprechen und dieserbalb auf diesem Gebiete als unübertroffen zu bezeichnen sind.

Ein Windmotor muss möglichst einfach aber kräf­tig gebaut sein, sichere Selbstregulieruug und absolute S türm sicher hei t, sowie grosse